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Wir machen weiter: Bessere Bezahlung für Berliner Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen!

Quelle: Christian von Polentz / transitfoto.de

Am heutigen Dienstagmorgen haben sich erneut 200 Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen vor dem Haus von Bildungssenatorin Sandra Scheeres versammelt, um für ihre Forderung nach besserer Bezahlung zu demonstrieren. Die Einkommen der Berliner Kolleg*innen liegen um bis zu 427 Euro unter denen der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst in den Kommunen (so z.B. auch in Oranienburg, Hennigsdorf). Zu der Aktion hatten die Gewerkschaften GEW BERLIN und ver.di aufgerufen.

Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Den Worten müssen endlich Taten folgen! Nun ist es an der Zeit, im Koalitionsvertrag festzuschreiben, dass das Land Berlin sich in den kommenden Tarifverhandlungen auf Bundesebene aktiv für eine bessere Bezahlung der Berliner Kolleg*innen einsetzt. Wir fordern eine tarifliche Angleichung an das Niveau des TVöD!“

Im Rahmen der Aktion wurde Staatssekretärin Sigrid Klebba ein gemeinsamer Brief von der GEW BERLIN und ver.di an die Bildungssenatorin überreicht. In ihm fordern die Gewerkschaften Scheeres auf, sich als fachlich zuständige Senatorin für eine Aufwertung und bessere Bezahlung der Berliner Kolleg*innen einzusetzen. Angesichts des gravierenden Fachkräftemangels ist dies dringend geboten.

Gökhan Akgün, Erzieher in einer Kreuzberger Ganztagsgrundschule: „Es ist ungerecht, dass die Berliner Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen für dieselbe Arbeit so viel weniger verdienen. Die Anforderungen an unseren Beruf sind hoch, die Mieten steigen – wir erwarten, dass SPD, Linke und Grüne ihre Wahlversprechen halten!“

In den Jugendämtern sind 128 Stellen (Stand: 01.08.16) nicht besetzt. Es fehlen Sozialpädagog*innen, die für den Kinderschutz verantwortlich sind. Die Einkommen der Berliner Kolleg*innen in den Regionalen Sozialpädagogischen Diensten liegen um bis zu 503,76 Euro unter denen ihrer Kolleg*innen, die bei einer Kommune beschäftigt sind.

Siebernik machte deutlich: „Wir haben von unseren Mitgliedern den klaren Auftrag, uns für tarifliche und qualitative Verbesserungen einzusetzen. Wir lassen nicht locker und nehmen das Land Berlin in die Pflicht.“

Fast 2.000 Kolleg*innen fordern Senat zum Handeln auf

Am Dienstag, den 13. September 2016, haben fast 2.000 Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen  Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) wenige Tage vor der Wahl dazu aufgerufen, sich für ihre gerechte Bezahlung einzusetzen. Auf unterschriebenen 400 Euro-Scheinen fordern die Kolleg*innen, dass die Bezahlung der Berliner Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen aufgewertet und an das Niveau des TVöD angeglichen wird.

Um bis zu 430 Euro liegt das Einkommen einer Berliner Erzieherin im öffentlichen Dienst unter dem Gehalt ihrer Kolleg*innen in kommunalen Kitas der anderen Bundesländer. Übergeben wurde außerdem ein riesiger Spendenscheck in Höhe von 5.500 Euro – dem Land Berlin symbolisch als vorenthaltener Lohn für ein Jahr geleistete Arbeit von einer Erzieherin gespendet.

„Die Schlechterstellung der Berliner Erzieher*innen ist ungerecht und angesichts des gravierenden Mangels an Fachkräften in der Stadt absolut nicht nachvollziehbar“, ärgerte sich Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN. Für das Kita- bzw. Schuljahr 2016/17 geht die Bildungsverwaltung von einem Mangel in Höhe von mindestens 1.600 Erzieher*innen aus. „Aus Sicht der GEW BERLIN ist es dringend erforderlich, den Beruf Erzieher*in/Sozialpädagog*in aufzuwerten. Dazu gehört auch eine deutlich bessere Bezahlung“, so Siebernik.

Thema gehört in die Koalitionsverhandlungen

Siebernik übergab im Rahmen einer lautstarken Kundgebung gemeinsam mit mehr als 200 Kolleg*innen die Unterschriften an Scheeres´ Jugendstaatssekretärin Sigrid Klebba. „Am Sonntag sind Wahlen in Berlin. Die Kolleg*innen fordern, dass auch dieses Thema unbedingt auf den Tisch der Koalitionsverhandlungen gehört und das Land Berlin Verantwortung übernimmt“, unterstrich die GEW-Vorsitzende. „Die Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen erwarten, dass sich Frau Scheeres genau dafür einsetzt“, betonte Siebernik.

„Die Anforderungen an unseren Beruf werden immer komplexer – da ist es schon frustrierend, dass die Kolleg*innen in anderen Bundesländern für die gleiche Arbeit so viel mehr verdienen. Wertschätzung sieht anders aus!“, sagte Burga Heck, Erzieherin an einer Schule in Lichtenberg.

Und auch Jana Stampka, Kita-Erzieherin im Eigenbetrieb NordOst, stellte fest: „In unseren Kitas fehlen sehr viele Erzieher*innen. Es wird immer schwerer, die freien Stellen zu besetzen. Das ist kein Wunder bei dieser Bezahlung!“

Während Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen in Berlin nach dem Tarifvertrag der Länder bezahlt werden, sind sie in den anderen Ländern nach dem besseren Tarifvertrag Sozial- und Erziehungsdienst im TVöD eingruppiert. Zum Beispiel verdient eine Erzieher*in in Regeltätigkeit in der Erfahrungsstufe 6 in Berlin 3.082 Euro und in einer Brandenburger Kommune 3.427,50 Euro.

Aufruf zur Aktion: "Für eine bessere Bezahlung von Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen im Land Berlin!"
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Jetzt neu mit Wertmarke: 427,30 beträgt inzwischen der Gehaltsrückstand der Berliner Kolleg*innen

Macht mit bei unserer Geldschein-Aktion!

Die Einkommensunterschiede zwischen den Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen, die bei den Kommunen der anderen Bundesländer beschäftigt sind und den Berliner Kolleg*innen wachsen immer weiter. Bei Erzieher*innen betragen sie von 106,87 Euro bei Berufseinsteiger*innen in der Stufe 1 bis zu 427,30 Euro in der Stufe 6. Bei Leiter*innen von Kindertageseinrichtungen kann die Differenz sogar bis zu 866,23 Euro betragen.

Grund dafür ist, dass das Verhandlungsergebnis im TVöD von Ende April für die kommunal beschäftigten Kolleg*innen Einkommenserhöhungen von 2,4 Prozent rückwirkend zum 1. März 2016 und um 2,35 Prozent zum 1. März 2017 vorsieht (mehr Infos dazu im Download-Kasten rechts)

Wir freuen uns für die Kolleg*innen außerhalb Berlins. Und sagen: Diese erfreuliche Entwicklung mus auch für Berlin gelten! Es ist nicht länger hinnehmbar, dass in Berlin so viel schlechter bezahlt wird als im Rest des Landes.

Die SPD muss sich bewegen

Die GEW BERLIN erwartet, dass die Berliner SPD ihren Worten nun Taten folgen lässt und alles unternimmt, damit die Bezahlung der Berliner Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen an das Niveau des TVöD angeglichen wird! Das Land Berlin als Mitglieder Tarifgemeinschaft der Länder/TdL muss sich dafür einsetzen, dass die besseren Regelungen des TVöD wert- und inhaltsgleich auf den TV-L übertragen werden.

Am 30. Juni wird die GEW BERLIN gemeinsam mit verdi zu den Fragen der tariflichen Bezahlung von Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen ein Gespräch mit dem Finanzsenator Kollatz-Ahnen führen. Dann wird sich zeigen, wie ernst es die SPD meint.

Mach mit und unterschreib den Geldschein!

Wenn ihr gemeinsam mit uns den Druck erhöhen wollt, dann unterstützt unsere Forderungen und unterschreibt den Geldschein auf der Rückseite (Download im Kasten rechts) und schickt ihn an die GEW BERLIN. Ihr könnt gern von uns weitere Karten zugeschickt bekommen, um sie an die Kolleginnen und Kollegen eurer Einrichtungen zu verteilen. Wir werden sie sammeln und in einer Aktion den politisch Verantwortlichen übergeben.

 

Quelle: Foto: Christian von Polentz [transitfoto]

Letzte Aktualisierung: 05.04.2016

Am 8. März 2016 fand vor der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft die Party-Demo statt, zu der die GEW BERLIN aufgerufen hatte. Bei Musik, Sekt und Selters und guter Stimmung haben die Kolleg*innen eine deutlich bessere Bezahlung auch für Berliner Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen gefordert.

Um bis zu 400 Euro ist das Einkommen der Berliner Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen unter dem Gehalt ihrer Kolleg*innen in anderen Bundesländern. Das liegt daran, dass die Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen in den anderen Bundesländern nach dem Tarifvertrag „Sozial- und Erziehungsdienst“ im TVöD bezahlt werden, während die beim Land Berlin beschäftigten Kolleg*innen nach dem TV-L bezahlt werden. Dieser bringt ein deutlich niedrigeres Gehalt.

Das ist ein Thema in unserer Stadt und auch in der Politik. Wir machen es zu einem Top-Thema! Mittlerweile haben sich alle im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien positioniert. Alle – bis auf eine Partei. Welche? Dazu mehr im nachfolgenden Info...

Info: Bessere Bezahlung für Berliner Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen
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Auch Berliner Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen verdienen bessere Bezahlung

Um bis zu 400 Euro liegt das Einkommen der Berliner Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen unter dem Gehalt ihrer Kolleg*innen in anderen Bundesländern. Das liegt daran, dass die Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen in den anderen Bundesländern nach dem Tarifvertrag „Sozial- und Erziehungsdienst“ im TVöD bezahlt werden, während die beim Land Berlin beschäftigten Kolleg*innen nach dem TV-L bezahlt werden. Dieser bringt ein deutlich niedrigeres Gehalt.

Für die GEW BERLIN ist es nicht haltbar und akzeptabel, dass die Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen in Berlin viel weniger verdienen als Erzieher*innen in den Kommunen der anderen Bundesländer. Schon in Oranienburg oder Eberwalde können die Kolleg*innen 400 Euro mehr verdienen. Zum Beispiel verdient eine Erzieher*in in Regeltätigkeit in der Erfahrungsstufe 6 in Berlin 3.082 Euro monatlich, während sie andernorts 3.427,50 Euro erhält. Das ist mehr als unfair!

Die GEW BERLIN fordert daher

  • eine Aufwertung und Verbesserung der Einkommen der Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen auch in Berlin!
  • eine wert- und inhaltsgleiche Übertragung der besseren tariflichen Regelungen für den Sozial- und Erziehungsdienst im TVöD auf die Berliner Kolleginnen und Kollegen
  • das Land Berlin soll unverzüglich die im TV-L enthaltenen Möglichkeiten für eine bessere Bezahlung anwenden.

Mit einer PartyDemo am 8. März 2016 vor der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft haben Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen ihren Forderungen Nachdruck verliehen - mit Musik, Sekt und Selters.

Der Gehaltsvergleich
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