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Presseerklärungen der GEW BERLIN 2017

Breites Bündnis gegen „temporäres Bildungszentrum“ – Inklusion statt Ausgrenzung

Die GEW BERLIN hat sich in einem breiten Bündnis mit Nichtregierungsorganisationen und zivilgesellschaftlichen Netzwerken gegen die Einrichtung eines „temporären Bildungszentrums“ in Tempelhof-Schöneberg ausgesprochen. In einem offenen Brief rufen die Unterzeichner*innen den Regierenden Bürgermeister Michael Müller und Bildungssenatorin Sandra Scheeres auf, davon abzusehen, in dem Gebäude der ehemaligen Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule eine Schule ausschließlich für geflüchtete Schüler*innen einzurichten. Erstunterzeichnende sind die GEW BERLIN, der Flüchtlingsrat Berlin, der Landeselternausschuss, das Berliner Netzwerk gegen Diskriminierung in Kita und Schule, der Türkische Bund Berlin-Brandenburg, die stellvertretende Vorsitzende des Landesbeirats für Integration und Migration, ARiC Berlin e. V., das Institut für diskriminierungsfreie Bildung, die Initiative Schöneberg hilft und ufuq e.V..

Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW BERLIN forderte einen unverzüglichen Stopp des Vorhabens. „Die geflüchteten Schüler*innen werden sozial und räumlich vom Regelbetrieb ausgeschlossen. Dabei ist der Kontakt zu hier aufgewachsenen Schüler*innen für die soziale und sprachliche Inklusion geflüchteter Schüler*innen von zentraler Bedeutung. Dieser Kontakt wird mit der geplanten räumlichen Isolation praktisch unmöglich gemacht“, kritisierte Erdmann.

Der GEW-Vorsitzende wies darauf hin, dass das Gebäude nach Angaben der Senatsbildungsverwaltung als reguläre Schule aus bauordnungsrechtlichen Gründen gar nicht mehr genutzt werden darf. „Für die geflüchteten Schüler*innen soll der Schulstandort aber geeignet sein? Wie kann das angehen?“, wunderte sich Erdmann.

Laut Senatsbildungsverwaltung sollen in dem Bildungszentrum bis zu 220 Schüler*innen, die zwischen 15 und 16 Jahre alt sind und nach Einschätzung ihrer Lehrkräfte die sprachlichen oder fachlichen Anforderungen für den Übergang in den Regelschulbetrieb nicht erfüllen, in „Willkommens-Profil-Klassen“ auf den Übergang in berufsbildende Lehrgänge an den Oberstufenzentren vorbereitet werden.
Das Bündnis fordert stattdessen die sofortige Integration der jungen Migrant*innen in den Regelschulen und Oberstufenzentren.

Der offene Brief ist verfügbar unter https://www.change.org/p/inklusion-statt-ausgrenzung
Er kann von Unterstützer*innen unterzeichnet sowie weiter verbreitet werden.