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Warnstreik an jüdischen Schulen

Knapp die Hälfte aller Lehrkräfte an den jüdischen Schulen Berlins hat heute ganztägig ihre Arbeit niedergelegt. An der Heinz-Galinski-Schule fiel der Unterricht komplett aus, während das Jüdische Gymnasium Moses Mendelssohn versuchte, einen Notdienst zu organisieren. Mit ihrem Warnstreik verfolgen die Lehrkräfte der jüdischen Schulen das Ziel, Tarifverhandlungen mit der Jüdischen Gemeinde zu Berlin aufzunehmen, um die Eingruppierung sowie die Einkommens- und Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte an den jüdischen Schulen zu verbessern.

„Wir fordern, den tariflosen Zustand zu beenden und verlässliche und rechtssichere Regelungen für die Arbeits- und Einkommensbedingungen in einem Tarifvertrag festzuschreiben“, erklärte der Leiter des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik der GEW BERLIN, Udo Mertens. Mertens hatte am 3. Mai 2017 im Namen der GEW BERLIN den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde wiederholt zur Aufnahme von Tarifverhandlungen aufgefordert. Dieser Aufforderung war die Jüdische Gemeinde nicht nachgekommen. Die GEW BERLIN beschloss daher auf Empfehlung der Mitgliederversammlung der Lehrkräfte am Jüdischen Gymnasium und an der Heinz-Galinski-Schule, die angestellten Lehrkräfte zu einem Warnstreik aufzurufen.

Bereits in den Jahren 2014 und 2015 hatte die GEW BERLIN zu Streiks an den jüdischen Schulen aufgerufen. Der Gemeindevorstand versprach den Beschäftigten darauf hin, Regelungen gemeindeintern abzuschließen. „Keine der Zusagen wurde eingehalten und das war wohl auch nie beabsichtigt. Es ging nur darum, Tarifverhandlungen zu verhindern und dem Engagement der Kolleg*innen die Spitze zu brechen“, sagte GEW-Verhandlungsführer Mertens.

Kolleg*innen verdienen gerechte Bezahlung

Aufgrund der schlechten Bedingungen kehren die Lehrkräfte den jüdischen Schulen vermehrt den Rücken. „Die Zahl der Bewerber*innen geht zurück, während die Schüler*innenzahl extrem ansteigt. Dadurch verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen der Pädagog*innen an den jüdischen Schulen teilweise dramatisch“, erläuterte Heike Zeisig, Leiterin des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik der GEW BERLIN.

Zeisig rief den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde auf, sein Schweigen zu den berechtigten Forderungen der Lehrkräfte zu beenden. „Die Kolleginnen und Kollegen leisten täglich engagierte, kompetente und wichtige Arbeit. Wir fordern eine Bezahlung analog den für Tarifbeschäftigte des Landes Berlin geltenden Regelungen.“