Mitgliederbereich

Passworthilfe

Gemeinschaftsschule

Quelle: Fotos: Christian von Polentz / transitfoto.de

Wir feiern 10 Jahre Gemeinschaftsschule in Berlin!

Mit dem Schuljahr 2008/2009 begann die Pilotphase für die Gemeinschaftsschule. Jetzt im Jahr 2018/19 gibt es in Berlin insgesamt 24 Gemeinschaftsschulen. Der Senat plant zurzeit, die Gemeinschaftsschule als eigenständige und gleichberechtigte Schulart in das neue Schulgesetz aufzunehmen. Das begrüßt die GEW BERLIN ausdrücklich.

Es gibt viele gute Argumente für die Gemeinschaftsschule:

Längeres gemeinsames Lernen
An Gemeinschaftsschulen erleben junge Menschen gemeinsam die Schulzeit und lernen miteinander – von der ersten Klasse bis zum Schulabschluss ohne äußere Unterscheidung nach Leistungsvermögen. Von den 24 Gemeinschaftsschulen umfassen 15 Schulen die Klassen 1 bis 13. 10 Schulen beginnen ab der 1. Klasse und enden mit der 10. Klasse. An den Gemeinschaftsschulen können alle Abschlüsse der Berliner Schule erworben werden: die (Erweiterte) Berufsschulreife, der Mittlere Schulabschluss und das Abitur. Die Gemeinschaftsschulen sind ein erfolgreiches Gegenmodell zum gegliederten Schulsystem.

Kein Schulwechsel nach der Grundschule
Der Übergang auf eine weiterführende Schule bringt häufig viel Verunsicherung und Belastung für die Schüler*innen und ihre Familien mit sich. Dies bleibt den Schüler*innen der Gemeinschaftsschulen erspart. Ein Wechsel nach der Grundstufe ist nicht nötig. Die Schüler*innen können in ihrer gewohnten Lernumgebung und in ihrer Schulgemeinschaft bleiben. Die Kinder und die Eltern kennen die Schule, die Pädagog*innen, die Abläufe, die Regeln, die Gebäude. Diese Kontinuität gibt Sicherheit und macht möglich, dass die Kinder und Jugendlichen sich auf das Lernen konzentrieren können. (Gemeinschaftsschulen ohne eigenen Grundschulteil oder ohne eigene gymnasiale Oberstufe haben verbindliche Kooperationen mit Grundschulen oder Schulen mit gymnasialer Oberstufe. Die Schüler*innen werden an den kooperierenden Schulen verbindlich vorrangig aufgenommen.)

Individuelle Förderung, Begabungsförderung und Inklusion
Gemeinschaftsschulen ermöglichen durch individuelle Förderung, kooperative Lernformen und Durchlässigkeit die Lernerfolge für alle Schüler*innen – für Leistungsstarke und Leistungsschwache, unabhängig von der sozialen Herkunft, so zeigt es die Begleitforschung der Berliner Gemeinschaftsschulen. Dabei sind Begabungsförderung und Inklusion originärer Bestandteil der pädagogischen Arbeit an Gemeinschaftsschulen. Für das Lehren und Lernen in heterogenen Gruppen gehen die Berliner Gemeinschaftsschulen neue Wege und praktizieren neue Formen des Lernens. Die Schüler*innen können ihre Interessen und Fähigkeiten einbringen und werden im Lernprozess begleitet.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt
Die Schulgemeinschaft einer Gemeinschaftsschule bildet einen Querschnitt der Gesellschaft ab. Schüler*innen unterschiedlicher Lernniveaus und diverser sozialer Hintergründe lernen gemeinsam. Sie durchleben gemeinsam die Schulzeit und lernen dabei inhaltlich mit- und voneinander aber auch einen verständnisvollen und achtsamen Umgang miteinander.

Jede Schule kann Gemeinschaftsschule werden!
Pädagog*innen, Eltern und Schüler*innen können sich dafür einsetzen. Die Schulkonferenz kann mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der stimmberechtigten Mitglieder entscheiden, dass ein Antrag auf Teilnahme an der Pilotphase der Gemeinschaftsschule (§§ 17a, 76 Abs.1 Nr.9 SchulG) bei der regionalen Schulaufsicht gestellt wird. Die Schulen müssen ein Konzept für die Entwicklung hin zur Gemeinschaftsschule vorlegen. Die Schulaufsicht nimmt dazu Stellung. Anschließend muss der Schulträger (Bezirk) seine Zustimmung erteilen. Es gibt viele Möglichkeiten: Integrierte Sekundarschulen oder Gymnasien können beispielsweise eine eigene Grundstufe einrichten, eine Grundschule kann „nach oben“ wachsen oder eine Grundschule und eine Oberschule können fusionieren.

Schritt für Schritt zur Gemeinschaftsschule

1. 2/3 Mehrheit der Schulkonferenz für die Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule
2. Stellungnahme der zuständigen regionalen Schulaufsicht
3. Zustimmung des Schulträgers

Gemeinschaftsschulen können auch durch Neugründungen entstehen. Das ist gerade vor dem Hintergrund, dass in den nächsten 10 Jahren über 70 neue Schulen in Berlin entstehen sollen, von großer Bedeutung. Für die Entstehung neuer Gemeinschaftsschulen können sich engagierte Menschen in Bezirken einsetzen.


Infos der Senatsbildungsverwaltung

Infos zur Gemeinschaftsschule auf der Seite der Senatsbildungsverwaltung

Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitstudie zur Pilotphase Gemeinschaftsschule (pdf)

 

Positionen der GEW BERLIN

GEW BERLIN: Maßnahmen gegen Fehlentwicklungen bei der Schulstrukturreform

GEW BERLIN: Gemeinschaftsschule in Berlin für alle!

GEW BERLIN: Mehr Gemeinschaftsschulen in Berlin

Presseerklärung vom 08.04.2016: "GEW BERLIN sieht Erfolg der Gemeinschaftsschulen erwiesen und fordert politische Konsequenzen"

 

Kontakt zur GEW Fachgruppe

Kontakt zur und Infos der Fachgruppe Integrierte Sekundarschule / Gemeinschaftsschule