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Aktuelle Kurzmeldungen

Letzte Aktualisierung: 23.05.2017

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Markus Hanisch

Keine Vorgaben beim schulinternen Curriculum

Laut Senatsbildungsverwaltung wird es keine Vorgaben zu Details des schulinternen Curriculums geben. Jede Schule solle in Eigenverantwortung handeln. Den Schulen steht es auch frei, die für sie passende Dokumentationsform zu wählen und Bewährtes zu integrieren. Für die Unterstützung aller Schulen bei der Implementierung der übergreifenden Themen des neuen Rahmenlehrplans Teil B sollen über einen längeren Zeitraum hinweg Orientierungs- und Handlungsrahmen entwickelt werden.

Novellierung des Kitagesetzes

Eine gute Kita kostet. Zwar werden Eltern im Jugendamt darüber informiert, dass ihnen kein Platz vorenthalten werden darf, wenn sie einen Zusatzbeitrag ablehnen. Aber de facto möchten viele Eltern nicht riskieren, gar keinen Platz zu bekommen und lassen sich teilweise auf hohe Eigenbeiträge ein. Das soll ein Ende haben. Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) will Elternbeiträge mit einer neuen Rechtsverordnung stärker reglementieren.

Große Sprachdefizite unter Berliner Kindern

Laut der Senatsverwaltung für Bildung kann jedes sechste Kita-Kind zwischen vier und fünf Jahren nicht ausreichend Deutsch. Seit 2009 liegt der Anteil der Kinder mit Sprachdefiziten immer zwischen 16 und 17 Prozent. Am höchsten ist der Förderbedarf in den Bezirken Neukölln, Mitte und Spandau, wo die Quote jeweils zwischen 20 und 22 Prozent liegt. Den geringsten Anteil gibt es in Pankow mit 8,2 Prozent, gefolgt von Treptow-Köpenick und Steglitz-Zehlendorf.

Mehr Geld für Lehrbeauftragte

Jeder zehnte Lehrbeauftragte arbeitet ohne Bezahlung. Etwa 60 Prozent erhalten weniger als 35 Euro pro Stunde, inklusive der intensiven Vor- und Nachbereitung. Der Senat hat mit den Unis und FHs vereinbart, die Mindestvergütung 2018 auf 35 Euro und im Jahr darauf auf 37,50 Euro zu erhöhen. An der FU, HU und TU wird zwischen 24,50 und 52 Euro pro Stunde gezahlt. An den FHs und an der UdK sind 40 Euro das seltene Maximum. Die HWR zahlt ihren Lehrbeauftragten mindestens 35 Euro, drei Spezialist*innen bekommen 125 Euro. Die Hochschulen werden aber nach den bis 2022 geltenden Verträgen nicht nur die Honorare für Lehrbeauftragte erhöhen, sondern auch mehr wissenschaftliche Mitarbeiter fest anstellen.

Rechte Vorfälle an Schulen

An Berliner Schulen wurde im letzten Jahr insgesamt 46 Mal die Polizei bei Delikten mit rechtsmotiviertem Hintergrund eingeschaltet. Das geht aus einer Antwort der Berliner Senatsbildungsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor. In 32 Fällen habe es sich um Propagandadelikte gehandelt. Zu den 14 übrigen Delikten aus der Kategorie „Sonstige“ zählen mehrere antisemitische Vorfälle. Auch islamfeindliche Äußerungen wurden an Berliner Schulen registriert. An einem Gymnasium in Spandau wurden zudem 20 Aufkleber der rechtsextremen Identitären Bewegung gefunden.

Prostitution junger Geflüchteter

In Berlin prostituieren sich verstärkt junge Geflüchtete. Vor allem im Tiergarten habe sich laut einiger Hilfsorganisationen eine Szene gebildet. „Die jungen Männer sind meist volljährig und kommen ursprünglich aus Afghanistan, Pakistan und dem Iran“, sagte Ralf Rötten vom Verein „Hilfe für Jungs“ der Berliner Zeitung. Diana Henniges von der Organisation „Moabit hilft!“ berichtet von Prostitution im Kleinen Tiergarten sowie im Fritz-Schloß-Park in Moabit. Es seien deshalb mehr Streetworker und Sozialarbeiter nötig. „Und überhaupt ein professionelles Betreuungssystem.“ Es müsse zum Beispiel viel mehr Asylrechtsberatung stattfinden. Die meisten – aber nicht alle – der jungen Männer seien volljährig.

FES-Studie zu Heterogenität

Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine Studie über Heterogenität in Schule und Unterricht herausgegeben. Es wurden Merkmale wie Alter, Geschlecht, ethnische, kulturelle und soziale Herkunft, aber auch Interessen, Motivation und Leistungsfähigkeit berücksichtigt. Nach einer Begriffsklärung werden der derzeitige Umgang des Schulsystems mit Heterogenität sowie verschiedene Unterrichtspraxen beschrieben. Abschließend macht die Studie Vorschläge zur Schulentwicklung und für gesetzliche Rahmenbedingungen. Die 120-seitige Studie ist online zugänglich.

ISQ-Bericht zur Schulqualität veröffentlicht

Das Institut für Schulqualität der Länder Berlin und Brandenburg (ISQ) hat seinen Bericht zur Schulqualität 2016 veröffentlicht. Der Bericht entstand im Auftrag des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport Brandenburg und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin. Er enthält wichtige Informationen zu Schulsystemen, Qualitätssicherungsverfahren und Aspekten der Prozess- und Ergebnisqualität an Schulen in Berlin und Brandenburg. Er kann vom Bildungsserver Berlin-Brandenburg heruntergeladen werden.

Berufsbildungsbericht

Laut dem Bundesbildungsministerium sind die Chancen auf einen Ausbildungsplatz so gut wie nie. Dem Bericht zufolge stehen 100 Schulabgänger*innen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz 104 Ausbildungsplatzangebote gegenüber. Allerdings bleiben dennoch Zehntausende Ausbildungsplätze unbesetzt, vor allem im Bereich Hotel- und Gaststättengewerbe und Lebensmittelhandel. In 2016 erreichte die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze mit 43.000 einen neuen Rekord. Dem gegenüber stehen 20.600 unversorgte Bewerber*innen.

Transparentere Karrierewege an Unis

Der Senat hat im April einen Gesetzentwurf für Hochschulkarrieren beschlossen. Darunter ist auch eine Regelung zum Tenure track: schon bei der Berufung auf befristete Professuren und Juniorprofessuren kann eine spätere Berufung auf Lebenszeit zugesagt werden. Zwischen 2017 und 2032 gibt der Bund eine Milliarde Euro aus, um bundesweit 1000 Professuren mit Tenure track zu schaffen. Zusätzlich schreibt der Entwurf vor, dass befristet beschäftigte Hochschullehrer*innen mit Kindern Anspruch auf eine Verlängerung von bis zu zwei Jahren pro Kind haben. Der gleiche Anspruch gilt bei Krankheit oder Behinderung.

Begabtenförderung

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) will etwas für begabte Schüler*innen in allen Schulformen tun. Begabtenförderung sei wie auch die Unterstützung von leistungsschwachen Kindern Bestandteil der inklusiven Schule. Sie hat den Hamburger Bildungsforscher Thomas Trautmann mit dem Konzept beauftragt. Darin soll es sowohl um Unterrichtsentwicklung als auch um den Ausbau von Netzwerken gehen sowie um die Fortbildung von Lehrer*innen und Erzieher*innen. Schon in der Kita sollen die besonderen Fähigkeiten jedes Kindes erkannt werden. Interessant wäre, zu wissen, welchen Begabungsbegriff Scheeres zugrunde legt.

Elftes Schuljahr für Berufsschüler*innen

Die Jugendarbeitslosigkeit ist zu hoch. Deswegen fordert die Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) vom Senat das schon mal dagewesene elfte Berufsschulpflichtjahr zurück. Dies ist ein Aspekt der bildungspolitischen Reformagenda der IHK. Um die Koordination zwischen Schulen und Unternehmen zu verbessern, hält die Kammer ein Landesinstitut und eine eigene Senatsverwaltung für berufliche Bildung für sinnvoll.

Unqualifizierte Kräfte in Kitas

Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) reagiert auf den Erzierher*innenmangel, indem sie die Anforderungen an das Kitapersonal senkt. Jede*r dritte Angestellte darf unqualifiziert sein. Zuvor lag die Quote bei 25 Prozent. Anreize für qualifizierte Fachkräfte zu schaffen, ist offenbar nicht Teil des Plans. Besonders problematisch ist, dass Sozialassistent*innen voll auf den Personalschlüssel angerechnet werden, sofern sie sich verpflichten, innerhalb von zwei Jahren mit einer Erzieher*innenausbildung zu beginnen. Zu der GEW-Forderung „Anreize für zusätzliche Fachkräfte zu schaffen“, hieß es, die Verwaltung prüfe, „wie innerhalb der derzeitigen tarifrechtlichen Möglichkeiten die Bezahlung der Erzieher verbessert werden kann“.

Jugendämter: Jede 7. Stelle unbesetzt

In der Berliner Jugendhilfe fehlen 125 Sozialarbeiter*innen für über 8.000 prekäre Fälle. Die Regionalen Sozialen Dienste (RSD) haben es klar und deutlich beklagt, haben gestreikt. Jetzt hat die Jugenverwaltung diese Zahlen bestätigt. Am dramatischsten ist die Lage in Steglitz-Zehlendorf und in Tempelhof-Schöneberg, wo Anfang März sogar jede fünfte Stelle offen war.

Es fehlen eine Milliarde Euro

Durch Einsparungen bei der Bauunterhaltung sind den Berliner Schulen seit 1997 mehr als eine Milliarde Euro verloren gegangen. Dies belegt eine Übersicht der Senatsverwaltung für Finanzen. Demnach hätten seit 1997 mehr als drei Milliarden Euro in fließen müssen, wenn die Stadt den Empfehlungen für die kommunale Bauunterhaltung gefolgt wäre. Stattdessen wurden nur zwei Milliarden Euro investiert. Nach Angaben der Finanzverwaltung hat Steglitz-Zehlendorf am wenigsten in die Schulsanierung investiert.

Neue Behördenstruktur für Berufliche Bildung

Die Berufliche Bildung in Berlin wird strukturell reformiert. Es soll eine Abteilung mit drei Referaten entstehen, wo vorher ein untergeordnetes Referat war. Die Ziele sind die Stärkung der beruflichen Schulen und die Weiterentwicklung der Oberstufenzentren zu eigenverantwortlichen Kompetenzzentren gemäß Berliner Schulgesetz. So etwas gab es vor wenigen Jahren unter Senator Zöllner schon einmal – ohne langfristigen Erfolg, stellte zumindest der ehemalige Charlottenburger OSZ-Leiter Pit Rulff fest. Die Gefahr sei groß, dass diese Reform vor allem für mehr Bürokratie sorge, statt den Schulen mehr Eigenverantwortung zu ermöglichen, sagte Rulff.

Privatschulen gegen das Grundgesetz

Schon im November 2016 gab es Diskussionen um Artikel 7 Absatz 4 Satz 3 des Grundgesetzes, der Privatschulen untersagt, Schüler*innen nach dem Einkommen der Eltern auszuwählen. Einige Forscher*innen des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) hatten eine Studie veröffentlicht, die zeigte, dass kein Bundesland die Einhaltung dieser Vorschrift gewährleistet. Daher finde die vom Grundgesetz gewollte soziale Durchmischung nicht statt. Die Resonanz von Presse, Politik, Schulen und Eltern war groß. Der Senat kündigte eine Überprüfung der Schulverträge an und auch der Verband der Privatschulen möchte die Abschaffung des Schulgelds durch eine bessere staatliche Finanzierung diskutieren.

Tausende Entlassungen in der Türkei

In der Türkei gab es wieder ein Notstandsdekret, mit dem der Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan weitere 4.464 unliebsame Staatsbedienstete entlassen konnte. Am härtesten hat es das Bildungsministerium getroffen. 2.585 Menschen, die meisten davon Lehrer*innen, verloren dort wegen angeblicher Verbindungen zu Terror-Organisationen oder Gefährdung der nationalen Sicherheit ihre Arbeit. An den Universitäten sind es 330 Mitarbeiter*innen. Der Notstand gilt aktuell noch bis zum 19. April.

Streit über Impfflicht an Kitas

Die CDU möchte die Masern-Impfung als zwingende Voraussetzung für die Vergabe von Kita-Plätzen einführen. Grüne und Linke sind dagegen. Gesundheitssenatorin Dilek Kolat von der SPD begründete, da es keine gesetzliche Impfpflicht gebe, sei es schwierig, die Vergabe von Kitaplätzen daran zu knüpfen. Sie stehe einer generellen Impfpflicht aber aufgeschlossen gegenüber. Impfgegner*innen bringe man nur durch umfassende Beratung zum Umdenken, sagte Katja Dörner von den Grünen.

Nachhilfe fördert Ungleichheit

Nachhilfe kommt vor allem Schüler*innen aus wohlhabenden Familien zugute. Das zeigt eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung (HBS). 86 Prozent aller Nachhilfe geht an Gymnasiast*innen. Bildungsforscher Wilfried Bos nannte den boomenden deutschen Nachhilfemarkt mit über einer Milliarde Umsatz eine „Bankrotterklärung für die Schulen“. Die Forscher*innen der HBS empfehlen den Ausbau des Ganztags und ein öffentliches Verfahren zur Kontrolle und Qualitätssicherung der kommerziellen Nachhilfe, um dafür zu sorgen, dass Nachhilfe in erster Linie Förderungsbedürftigen zugutekommt.

Gebäude-Scan veröffentlicht

Der Senat hat die Liste der Sanierungsbedarfe und geplante Baumaßnahmen an allen Berliner Schulen offengelegt. In den kommenden drei Jahren werden die dringendsten Sanierungsmaßnahmen für 1,64 Milliarden Euro umgesetzt. Die 30 Schulen, die ohne schnelles Handeln den Schulbetrieb einstellen müssten, liegen vor allem in Steglitz-Zehlendorf (Baukosten von 342 Millionen Euro) und in Tempelhof-Schöneberg 231 Millionen Euro). Besser in Schuss sind die Schulen in Charlottenburg-Wilmersdorf (38 Mio.), Neukölln und Treptow-Köpenick (je ca. 48 Mio.). Wenn man die geplanten Baumaßnahmen mit nicht ganz so hoher Priorität (Stufe 2und 3) hinzuzählt, liegen die Investitionen bei 3,9 Milliarden Euro. In den kommenden sieben Jahren sollen laut Plan der Senatsverwaltung 42 neue Schulen und 100 Anbauten oder modulare Ergänzungen gebaut werden. 7.000 Schulplätze sollen durch Neubau entstehen, 12.700 durch Erweiterungs- oder Mobilbauten und 9.000 durch die Reaktivierung ehemaliger Schulen. Aber auch das wird nicht reichen. Bis 2020/21 rechnet der Senat mit 40.000 zusätzlichen Schüler*innen.

Haushaltsüberschüsse in Schulbau

Rot-Rot-Grün hat im Jahr 2017 1,25 Milliarden Euro mehr zur Verfügung als geplant. Davon werden nun 870 Millionen Euro für Investitionen und 290 Millionen Euro für die Ausstattung des Nachhaltigkeitsfonds in das „Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds“ (Siwana) gesteckt. Der größte Posten aus Siwana, 174 Millionen Euro, soll in Schulbau und -sanierung fließen. Weitere 75 Millionen Euro sind für den Kita-Ausbau eingeplant.

Mangel an Lehrkräften für die sonderpädagogische Förderung

An rund 140 Grundschulen werden Kinder mit dem Förderbedarf Lernen und Geistige Entwicklung unterrichtet, ohne dass dort ausgebildete Sonderpädagog*innen tätig sind. Das hat eine Anfrage von Nuri Kiefer, Leiter des Vorstandsbereichs Schule in der GEW BERLIN, bei der Senatsbildungsverwaltung ergeben. In Pankow betrifft dies Schüler*innen an 21 Grundschulen. In Tempelhof-Schöneberg fehlen dagegen lediglich an 5 Grundschulen entsprechend ausgebildete Lehrkräfte. An den Oberschulen sieht es nicht viel besser aus. An 117 Gemeinschaftsschulen und ISS müssen Schüler*innen speziell gefördert werden. 44 davon verfügen nicht über entsprechende Sonderpädagog*innen. In Spandau, Lichtenberg, Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf betrifft dies mehr als der Hälfte der Schulen.

Schulleiter*innen stärken

Frei werdende Stellen für Schulleiter*innen sowie deren Stellvertreter*innen sollen künftig mindestens ein Jahr vor der absehbaren Stellenvakanz ausgeschrieben werden. Das hat der Berliner Senat beschlossen. Die Übernahme der Schulleiter*innenfunktion wird dabei an den Erwerb einer Zusatzqualifikation im Umfang von 120 Stunden aus den Bereichen Führungskompetenz, Schulentwicklung und Qualitätsentwicklung geknüpft.

Kostenlose Deutschkurse für Asylsuchende

An zwölf Berliner Volkshochschulen werden künftig kostenlose Deutschkurse für die Niveaus A1 und A2 angeboten. Teilnehmen können alle Asylsuchenden mit einer Aufenthaltsgestattung und einer Meldebescheinigung. Außerdem gibt es kostenlose Integrationskurse inklusive Deutschunterricht bis Level B1 für Asylsuchende aus Eritrea, Iran, Irak, Somalia und Syrien. Anmeldungen laufen über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und vor Ort bei den Volkshochschulen.

Berlin bildet keine Türkischlehrer*innen aus

Türkisch lernen Berliner Grundschüler*innen ausschließlich bei Angestellten des türkischen Staates. Insgesamt 2.500 Kinder machen in Berlin vom Konsulatsunterricht Gebrauch. Das geht aus einer Antwort auf die Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck hervor. Langenbrinck wollte wissen, ob der Senat den Konsulatsunterricht nicht abschaffen und durch Alternativen unter „staatlicher Kontrolle“ ersetzen möchte. Der Senat hat angekündigt, mit attraktiven Angeboten gegenzusteuern. Fragt sich nur wie: Berlins Hochschulen bieten zurzeit nicht einmal das Fach Türkisch mit Lehramt an.

Kein Personal für Brandschutz an Schulen

Seit zehn Jahren hat an einer Pankower Grundschule keine Brandschutzbegehung stattgefunden. Nun gab der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Vollrad Kuhn, auf Anfrage des Tagesspiegels an, dass an nur 15 bis 20 Prozent der Pankower Schulen Brandschutzbegehungen im gesetzlich vorgeschriebenen Maße stattfinden. Grund ist mangelndes Personal. In der Bauaufsichtsbehörde seien gerade mal zwei Mitarbeiter für den Brandschutz an über 200 öffentlichen Gebäuden zuständig. Ähnliche Probleme finden sich auch in Spandau und Treptow-Köpenick.

Bertelsmann-Studie »Chancenspiegel 2017«

Die Bertelsmann-Studie »Chancenspiegel 2017« zeigt, dass der Bildungserfolg in Berlin trotz Inklusion und Ganztag immer noch maßgeblich vom Elternhaus abhängt. So schnitten Berliner Schüler*innen unabhängig von Fach und Alter im Bundesvergleich mit »niedrigen mittleren Testleistungen« ab. Doch der Vergleich mit anderen Bundesländern, die eine deutlich niedrigere Inklusionsquote haben und weniger Schüler*innen mit nicht-deutscher Herkunftssprache integrieren müssen, hinkt. Berlin hat mit Abstand die höchsten Erfolge, was Chancengerechtigkeit betrifft.

Nur ISS mit Oberstufe beliebt

Im Februar ist die Anmeldefrist für Berliner Gymnasien und Integrierte Sekundarstufen (ISS) abgelaufen. Auf 23.852 Plätze meldeten sich 22.797 Siebtklässler*innen. Etwas mehr als die Hälfte wählten eine ISS. Einmal mehr hat sich bestätigt: Die beliebtesten ISS sind seit Jahren dieselben; sie haben eine eigene Oberstufe und ein ausgewiesenes Profil. Bei Gymnasien scheint die Art des Gymnasiums bei der Wahl nicht besonders ins Gewicht zu fallen. Die Spitzenreiter sind in diesem Jahr andere. Elite-Gymnasien, an denen ein außerordentlich guter Notendurchschnitt erwartet wird, werden immer weniger nachgefragt. Welches Kind welchen Schulplatz erhält, entscheidet sich am 19. Mai.

Zu wenig Kitaplätze

Kitaplätze in Berlin werden immer knapper. Obwohl im vergangenen Jahr 6.000 neue Plätze geschaffen wurden, werden laut dem neuen Kitabedarfsatlas nur in 4 von 138 Stadtteilen keine zusätzlichen Plätze gebraucht. Die Bildungsverwaltung will bis 2020 noch 30.000 zusätzliche Plätze schaffen. Dafür sollen etwa 200 Millionen Euro investiert werden. Wo die hierfür benötigten Erzieher*innen herkommen sollen ist indes unklar.

Muslimas müssen mitschwimmen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat entschieden: Muslimische Schülerinnen müssen zum gemeinsamen Schwimmunterricht. Die Richter sahen keinen Verstoß gegen die Religionsfreiheit. Sie argumentierten, die Schule spiele eine besondere Rolle bei der sozialen Integration, besonders von Kindern ausländischer Herkunft. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mayzek, begrüßte das Urteil. Der „Heilbronner Stimme“ sagte er, dies sei ein „angemessener Kompromiss“, da den Mädchen schließlich das Tragen von muslimischer Badebekleidung ermöglicht werde.

Besserverdiener*innen zahlen zu wenig Steuern

Geringverdiener*innen zahlen prozentual genau so viel Steuern wie das obere Fünftel der Wohlstandstabelle. Das geht aus einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung mit Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung hervor. So seien es bei Geringverdienenden die indirekten Steuern, also Mehrwert- und Tabaksteuer – welche knapp die Hälfte des gesamten Steueraufkommens ausmachen –, die zu der unverhältnismäßig hohen Belastung führen. Im Gegenzug zahlen Besserverdienende mehr direkte Steuern. Die Forscher*innen empfehlen, den Steueranteil der Sozialbeiträge zu reduzieren und stattdessen die Einkommenssteuer zu erhöhen.

Rahmenlehrpläne moderne Fremdsprachen

Die Anhörungsphase der neuen Rahmenlehrpläne Hebräisch, Italienisch, Neugriechisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch und Türkisch für die Sek II läuft noch bis zum 18. April. Bis dahin kann man sich die Anhörungsfassungen auf der Homepage der Senatsbildungsverwaltung ansehen. Die Pläne wurden an den seit August 2014 geltenden Rahmenlehrplan Französisch angeglichen. Sie treten im Schuljahr 2017/18 in Kraft.

Der letzte Vorhang

Vom 6. bis 10. Februar fanden am Wilhelm von Siemens-Gymnasium in Marzahn die 19. Theatertage der Marzahner und Hellersdorfer Schulen statt. Insgesamt sieben Schulen beteiligten sich mit neun Inszenierungen an den Theatertagen mit einer über die Jahre erarbeiteten Bandbreite an Inszenierungsstilen. Und dennoch kein Grund zur Freude. Die zwei langjährigen Organisator*innen, Angelika Höhne vom Wilhelm-von-Siemens-Gymnasium und Frank Liebscher vom Otto-Nagel-Gymnasium, beide aus Marzahn, geben ihr freiwilliges Engagement auf. Die 20. Theatertage werden nun nicht stattfinden. Wieder einmal übersteigt die Arbeitsbelastung das Kräftemaß des Verträglichen. Schade auch, dass es keinerlei Unterstützung durch die Schulverwaltung gegeben hat.

Netzwerk Friedensbildung gegründet

Im Januar hat sich in Frankfurt am Main das »Bundesweite Netzwerk Friedensbildung« gegründet und eine gemeinsame Erklärung verabschiedet. »Wir wollen die Friedensbildung in Deutschland fachlich und politisch stärken«, erklärte Ilka Hoffmann, Vorstands-Mitglied der GEW Bund. Zur Gründungsveranstaltung waren Vertreter*innen friedenswissenschaftlicher, friedensbewegter, gewerkschaftlicher und kirchlicher Verbände sowie regionaler Netzwerke der Friedensbildung gekommen. Weitere interessierte Organisationen und Verbände sind zur Mitgliedschaft und Mitarbeit im neuen Netzwerk eingeladen.

Müller stellt Hochschul-Plan vor

Ende Januar hat der Regierende Bürgermeister und neuer Wissenschaftssenator Michael Müller die Leitlinien für die Wissenschaftspolitik seiner Landesregierung vorgestellt. In dem Programm mit dem Titel »Brain City Berlin« plant er unter anderem, die Grundfinanzierung der Hochschulen anzuheben. Die neuen Hochschulverträge sollen erstmals eine fünfjährige Laufzeit (2018 bis 2022) haben und einen erhöhten Grundbetrag sowie einen jährlichen Mittelzuwachs von 3,5 Prozent enthalten. Die Verhandlungen zu den Verträgen laufen derzeit.