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Aktuelle Kurzmeldungen

Letzte Aktualisierung: 02.03.2017

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Markus Hanisch

Netzwerk Friedensbildung gegründet

Im Januar hat sich in Frankfurt am Main das »Bundesweite Netzwerk Friedensbildung« gegründet und eine gemeinsame Erklärung verabschiedet. »Wir wollen die Friedensbildung in Deutschland fachlich und politisch stärken«, erklärte Ilka Hoffmann, Vorstands-Mitglied der GEW Bund. Zur Gründungsveranstaltung waren Vertreter*innen friedenswissenschaftlicher, friedensbewegter, gewerkschaftlicher und kirchlicher Verbände sowie regionaler Netzwerke der Friedensbildung gekommen. Weitere interessierte Organisationen und Verbände sind zur Mitgliedschaft und Mitarbeit im neuen Netzwerk eingeladen.

Müller stellt Hochschul-Plan vor

Ende Januar hat der Regierende Bürgermeister und neuer Wissenschaftssenator Michael Müller die Leitlinien für die Wissenschaftspolitik seiner Landesregierung vorgestellt. In dem Programm mit dem Titel »Brain City Berlin« plant er unter anderem, die Grundfinanzierung der Hochschulen anzuheben. Die neuen Hochschulverträge sollen erstmals eine fünfjährige Laufzeit (2018 bis 2022) haben und einen erhöhten Grundbetrag sowie einen jährlichen Mittelzuwachs von 3,5 Prozent enthalten. Die Verhandlungen zu den Verträgen laufen derzeit.

Vom qualifizierten »Labern«

Eine Anfrage im Landesschulbeirat hat ergeben, dass es derzeit 1.066 ausgebildete Ethik/Philosophie-Lehrkräfte in Berlin gibt. Trotzdem ist die Quote des Fachfremdenunterrichts enorm hoch: Mit 6.850 Wochenstunden werden etwa 70 Prozent des Ethikunterrichts fachfremd unterrichtet. Dies kann mit der hohen Verunglimpfungsbereitschaft gegenüber der Geisteswissenschaft erklärt werden: Philosophie und Ethik seien sogenannte »Laberfächer« und labern könne schließlich Jede*r. Vielleicht gäbe es mehr Wertschätzung für die Kunst des Argumentierens und richtigen Handelns, wenn der Ethik- und Philosophie-Unterricht von ausgebildetem Fachpersonal durchgeführt würde.

Projektfonds um 750.000 Euro erhöht

Bereits im vergangenen Jahr wurde der Sockelbetrag von 2 Millionen auf 2,5 Millionen Euro erhöht. 2017 stehen nun erstmals 2,75 Mio. € zur Verfügung. Es sollen weiterhin stadtweite und kiezbezogene kulturelle Projekte von und mit Geflüchteten gefördert werden. Höchstalter für die Teilnahme sind 27 Jahre. Um den Projektfonds diversitätsorientiert weiterzuentwickeln, kooperiert die Geschäftsstelle des Projektfonds seit einem Jahr mit der AKOMA Bildung & Kultur und den Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie. Anträge können im Rahmen von drei Fördersäulen gestellt werden: Fördersäule 1 für innovative Projekte bis 20.000 €, Fördersäule 2 für stadtweite Projekte mit höherer Fördersumme, Fördersäule 3 für bezirkliche Projekte bis 3.000 €. Alles Weitere finden Sie via www.kubinaut.de, www.projektfonds-kulturelle-bildung.de oder fondsinfo@kulturprojekte-berlin.de.

Berlins beste Schüler*innenzeitungen gekürt

Beim 14. Berliner Schülerzeitungswettbewerb Ende Januar ehrten Bildungssenatorin Sandra Scheeres, der Chefredakteur der Berliner Morgenpost, Carsten Erdmann und Johann Stephanowitz von der Jungen Presse Berlin e.V. die besten Schüler*innenzeitungen Berlins. Es wurden elf reguläre Preise, drei Extrapreise und vier Sonderpreise an Redaktionen von Grundschulen, Förderschulen, ISS, OSZ, und Gymnasien inklusive Sek I vergeben. Die Berliner Unfallkasse vergab außerdem zwei Preise zum Thema »Wertschätzung in der Schule« und die Neuen deutschen Medienmacher kürten zwei Zeitungen zum Thema »Interkultur«. Die ersten und zweiten Plätze des Berliner Landeswettbewerbs sind automatisch für die Teilnahme am Bundeswettbewerb nominiert. Die Preisgelder in Höhe von insgesamt 2.650 Euro wurden von der Berliner Morgenpost gespendet. Die Ausschreibung für die nächste Runde des Berliner Schülerzeitungswettbewerbs startet mit dem Schuljahr 2017/18.

Zahl der Schulverweiger*innen an Sekundarschulen sinkt

Laut des aktuellen Zwischenberichts zum Bonusprogramm ist die Zahl der Schulverweiger* innen an Berliner Brennpunktschulen seit 2013 um 15 Prozent zurückgegangen. Allerdings sank die Zahl auch bei den übrigen Sekundarschulen um 12 Prozent. In Medien und Politik wird nun weiter diskutiert, ob das Bonusprogramm den gewünschten Erfolg erzielt. 275 Berliner Schulen erhalten insgesamt 18 Millionen Euro. Es steht allen Schulen zur Verfügung, in denen mindestens 50 Prozent der Schüler*innen aus Familien kommen, die staatliche Transferleistungen erhalten. Aus Sicht der GEW BERLIN greift das Bonusprogramm zu kurz. »Es lenkt von der Tatsache ab, dass endlich mehr Personal in die Jugendämter muss. Ferner brauchen Brennpunktschulen dauerhaft und verlässlich fest angestellte Schulsozialarbeiter* innen und keine nur für jeweils ein Jahr finanzierte Projektstellen», sagte Nuri Kiefer, Leiter des Vorstandsbereichs Schule in der GEW BERLIN.

Schleppende Schulsanierung

Die für Schulsanierung zur Verfügung stehenden Mittel werden nicht ausgegeben. So wurde im Rahmen des »Sondervermögens Infrastruktur der wachsenden Stadt» in den Jahren 2015 und 2016 für 43 Bauprojekte in den Berliner Bezirken ein Investitionsvermögen von fast 80 Millionen Euro vereinbart. Tatsächlich ausgegeben wurden davon jedoch nur rund 15 Prozent. Laut den Bezirken käme man aufgrund fehlenden Personals mit dem Abarbeiten der Aufträge nicht hinterher. In Spandau wurden mit 52.000 Euro weniger als 1 Prozent des bewilligten Investitionsvolumens von 6,1 Millionen Euro abgerufen. In Tempelhof-Schöneberg waren es knapp 1,3 Prozent.

Sprachlerntagebuch für Kitas aktualisiert

Vor zehn Jahren wurden in Berlin die Sprachlerntagebücher in Kitas verbindlich eingeführt. Die Ergebnisse der Sprachstandtests vor dem Schuleintritt haben sich seither jedoch kaum verbessert. Daher hat die Senatsverwaltung die Analyse des Sprachstandes komplett überarbeitet. Erhebungen sollen nun jeweils zu Beginn und zum Ende des Kitajahres durchgeführt werden. Dadurch wird laut Senatorin Sandra Scheeres die Lerndokumentation ausführlicher und Erzieher*innen und Lehrkräfte erhalten detailliertere Anhaltspunkte zur weiteren Förderung der Kinder. Christiane Weißhoff, GEW BERLIN, begrüßte die Neufassung und forderte: »Jetzt kommt es darauf an, dass die Träger die Erzieher*innen bei der Arbeit mit dem neuen Sprachlerntagebuch unterstützen.»

Streit um Ausbildungsplätze

Die Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) hat erneut einen Mangel an Bewerber* innen auf dem Ausbildungsmarkt beklagt. Die IHK verwies darauf, dass viele Ausbildungsplätze im vergangenen Jahr unbesetzt bleiben mussten. Die Vereinigung der Berliner Berufsschulleiter widersprach der IHK. Zu Beginn des neuen Lehrjahres seien 1.700 Ausbildungsplatz- Bewerber*innen aus den beruflichen Schulen unversorgt geblieben. Die Berufsschullehrkräfte sehen den Grund für unbesetzte Ausbildungsplätze darin, dass die jugendlichen Absolvent*innen Wert auf eine gute Ausbildung legen und nicht nur als billige Arbeitskraft eingesetzt werden wollen.

Unbesetzte Stellen in Jugendämtern

Eine Anfrage im Landesschulbeirat hat ergeben, dass in Berlin derzeit 12,8 Prozent der Stellen in den Regionalen Sozialen Diensten/Jugendämtern unbesetzt sind. Dies entspricht insgesamt 100 Stellen. Die Auswirkungen auf die Schularbeit sind fatal: Immer öfter wird berichtet, dass Vertreter*innen der Jugendämter wegen Überlastung nicht an den Schulhilfekonferenzen teilnehmen können. Dies löst einen Dominoeffekt aus: Die fehlende Fachexpertise führt zu einer Verschlechterung der Situation vor Ort. Dies betrifft insbesondere die sogenannten Brennpunktschulen, die mit ihren Problemen allein gelassen werden.

Baustelle Sprachbildung

Von dem rot-rot-grünen Bekenntnis zu Mehrsprachigkeit und Sprachbildung aus dem Koalitionsvertrag spüren die Lehrkräfte in den »Willkommenklassen» derzeit nichts. Obwohl es mündliche Zusicherungen gibt, dass die Expert*innen für Sprachbildung weiterhin dem System Schule erhalten bleiben sollen, lässt man die Lehrkräfte im Ungewissen. Die Personalstellen antworten nur stark verzögert auf Anfragen – in der Regel dauert es weit mehr als sechs Wochen. Sollte es der Personalstelle nicht gelingen, den Kolleg*innen sichere Perspektiven zu ermöglichen, muss diese pädagogische Arbeit von den Regellehrkräften übernommen werden. Wir hoffen, dass die Personalstelle rechtzeitig aufwacht. Die Personalräte können sonst auch Druck machen.

Zeugnisse kommen früher

Ab diesem Schuljahr können die Schüler* innen des 10. Jahrgangs ihre Zeugnisse bereits drei Tage vor dem letzten Schultag, also am 14. Juli 2017, erhalten. Dadurch verringert sich der Zeitdruck zur Anmeldung an den Oberstufenzentren. Der vorgezogene Termin ist Ergebnis einer Intervention der GEW BERLIN, die sich mit einem umfangreichen Forderungspapier an den Senat gewandt hatte. Dabei stand die Optimierung des elektronischen Anmelde- und Leitsystems (EALS) im Zentrum. Die für die berufliche Bildung und EALS verantwortlichen Vertreter*innen der Senatsbildungsverwaltung bewerteten die Vorschläge positiv – ein Beleg der Wirksamkeit gewerkschaftlichen Handelns im Interesse der Schüler*innen.

Gewaltprävention an Schulen

Der Senat hat auf Vorlage von Bildungssenatorin Sandra Scheeres ein »Berliner Programm gegen Gewalt an Schulen» beschlossen. Prävention, Aufklärung, Anti- Gewalt- sowie Anti-Mobbing-Trainings, soziales Lernen und Mediation in den Schulen möchte der Senat intensivieren. An jeder Schule sollen Gewaltpräventionskonzepte erarbeitet und durch ein Gremium gesteuert werden. Hinzu kommt eine berlinweite Evaluation durch die Bildungsverwaltung mit dem Ziel, den Umgang mit Gewaltvorfällen zu verbessern und die Notfallpläne für Schulen zu aktualisieren. Die GEW BERLIN begrüßte das Konzept, betonte aber, dass es mit den vorhandenen Ressourcen nicht umsetzbar sei.

TU eröffnet School of Education

Die TU Berlin hat die »School of Education TU Berlin» (SETUB) eröffnet. Das ist das neue Zentralinstitut, das die gemeinsame Kommission für Lehrkräftebildung und das Servicezentrum Lehrkräftebildung ablöst. Als Anlaufstelle für alle Belange des Lehramtsstudiums soll SETUB helfen, die Studierbarkeit, Qualität und Attraktivität des Lehramtsstudiums zu verbessern sowie die Lehrkräftebildung in Forschung und Lehre voranzubringen.

Gründungstreffen Mittelbau

Die schlechten Arbeitsbedingungen des Mittelbaus an Hochschulen sind bekannt: viele Befristungen, schlechte Bezahlung, extreme Unsicherheit der Karrierewege. Das Netzwerk für gute Arbeit in der Wissenschaft, das am 21. Januar in Leipzig seinen Gründungskongress gehalten hat, will eine bundesweite, permanente Plattform schaffen, über die bereits bestehende, lokale Initiativen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen ihre Forderungen kollektiv an die Politik richten können. Teilgenommen haben rund 100 wissenschaftliche Mitarbeiter*innen, Lehrbeauftragte, Privatdozent*innen, wissenschaftliche Hilfskräfte und studentische Beschäftigte aus 34 Hochschulen. Die Gründung wurde durch die GEW und ver.di unterstützt. Zwei zentrale Forderungen wurden einstimmig beschlossen: Das Sonderbefristungsrecht in der Wissenschaft muss abgeschafft und das deutsche Lehrstuhlprinzip durch demokratische Department- Strukturen ersetzt werden.

Forderungen der GEW BERLIN an den Senat

Die Vorsitzende der GEW BERLIN, Doreen Siebernik, hat in einem Schreiben an Bildungssenatorin Sandra Scheeres gefordert, die Unterrichtsverpflichtung von Berliner Lehrkräften auf 21 Wochenstunden zu senken. Die Erhöhung der Pflichtstundenzahl in den letzten Jahren, eine Reihe von neuen Aufgaben und die Verdichtung bisheriger Tätigkeiten auch im außerunterrichtlichen Bereich führten zu einer stetigen Erhöhung der Arbeitsbelastung, betonte Siebernik. Die GEW-Vorsitzende wies Scheeres darauf hin, dass viele Lehrkräfte ihre Tätigkeit nur in guter Qualität ausüben könnten, wenn sie in Teilzeit arbeiteten. In einem zweiten Brief an Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen rief Siebernik die Senatsverwaltung im Namen der GEW BERLIN dazu auf, die im Koalitionspapier angekündigten Pläne zur Erhöhung des Renteneintritts- und Pensionsalters zurück zu nehmen und stattdessen Maßnahmen zu ergreifen, allen Beschäftigten ein schrittweises früheres Ausscheiden aus dem Arbeitsleben zu ermöglichen. Beide Schreiben gehen auf Beschlüsse der Landesdelegiertenversammlung aus dem Dezember 2016 zurück.

Stellenbörse für Kita-Quereinsteiger*innen

Die Senatsverwaltung und der Dachverband der Kinder- und Schülerläden haben eine Stellenbörse für Quereinsteiger*innen geschaltet: http://erzieher-werden-in-berlin.de/stellenboerse/. Sie richtet sich sowohl an jene, die eine berufsbegleitende Ausbildung machen, als auch an Absolvent*innen der Erziehungswissenschaften, der Psychologie, an Kinderpfleger*innen und Ergotherapeut*innen. Das Einstellen von Angeboten und Gesuchen ist kostenfrei.

Bessere Zeiten für Musikschullehrende

Der neue Koalitionsvertrag sieht eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse von Kulturarbeiter*innen vor. So liege das Einkommen von häufig freiberuflich tätigen Musikschullehrer*innen im Schnitt bei 1.044 Euro monatlich. Nun soll es nicht nur »Mindeststandards für die finanzielle und personelle Ausstattung« geben, sondern Rot-Rot-Grün geht auch auf eine weitere Forderung des Landesmusikrats Berlin ein: 20 Prozent der Lehrenden an Musikschulen sollen künftig fest angestellt werden. Im Ländervergleich läge Berlin mit dieser Quote allerdings immer noch auf dem letzten Platz.

Grundstein gelegt: Kooperationsabkommen mit Yad Vashem

Der Berliner Senat will künftig Angestellte des öffentlichen Dienstes, Lehrkräfte, Polizist*innen und Richter*innen, zu Fortbildungen nach Israel schicken. 11 der 16 Bundesländer haben bereits ein Kooperationsabkommen mit der International School for Holocaust Studies (ISHS) in Yad Vashem. Im September 2016 gab es nun ein erstes Treffen zwischen Abgesandten der ISHS, der Bildungsstätte »Haus der Wannsee-Konferenz«, der Landeszentrale für politische Bildung und der Berliner Bildungsverwaltung. In 2017 soll eine erste Gruppe von 20 Teilnehmer*innen nach Yad Vashem fahren.

Zu wenig Geld für mehr Studierende

Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung wurde für deutsche Hochschulen, bei einem Studierenden-Plus von 28 Prozent, in den letzten zehn Jahren insgesamt nicht mehr Geld ausgegeben. Nirgendwo ist die Ausgabenentwicklung so negativ wie in Berlin: minus neun Prozent. Ein Ländervergleich der realen Ausgaben pro Student*in von 2004 bis 2013 zeigt, dass auch in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Schleswig-Holstein weniger Geld ausgegeben wurde. Spitzenreiter ist Hamburg mit einem Plus von 85 Prozent gegenüber 2004. Immerhin investiert Berlin gemessen an seiner Wirtschaftskraft überdurchschnittlich viel in seine Hochschulen.

Personalnotstand in Kitas

Sandra Scheeres (SPD) will den Erzieher*innenberuf zum Mangelberuf erklären lassen, unter anderem, damit die Bundesagentur für Arbeit Umschulungen besser fördern kann. Den von der GEW beklagten akuten Fachkräftemangel bestreitet die Senatorin jedoch. Die AG Kindertagesbetreuung Pankow, ein gemeinsames Gremium von offenen und freien Kita-Trägern, hat laut Berliner Morgenpost hingegen berechnet, dass schon jetzt Hunderte Erzieher*innen allein in Pankow fehlen. Beim Paritätischen Wohlfahrtsverband rechnet man bis zum Sommer mit 1.500 unbesetzten Stellen. Die GEW BERLIN weist darauf hin, dass eine bessere Bezahlung der Berliner Erzieher*innen eine dringend notwendige Maßnahme ist, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Politik als Fach wird neu verhandelt

Politikwissenschaft ist erst in der Oberstufe als eigenständiges Fach vorgesehen und selbst dann ist es nicht verpflichtend. Vorher soll es als Bestandteil der »Gesellschaftswissenschaften« neben Geschichte und Geografie gelehrt werden. De facto passiere das aber nicht, bemängelt der Landesschüler*innenausschuss (LSA). Der LSA ist sogar bereit, eine Stunde mehr Unterricht in der Woche hinzunehmen, wenn dies dazu führte, dass Schüler*innen sich mehr engagieren. Nun will der Senat in einem »ergebnisoffenen Dialog« mit allen Beteiligten klären, wie das umzusetzen ist.

Vorstand des Landeselternausschusses Schule gewählt

Der Landeselternausschuss Schule (LEA) hat im Januar seinen Vorstand gewählt. Als Vorstandsvorsitzender wiedergewählt wurde Norman Heise vom Bezirkselternausschuss (BEA) Marzahn-Hellersdorf. Ebenfalls wiedergewählt wurden Cornelia Partmann (BEA Friedrichshain-Kreuzberg) und Detlef Lange (BEA Spandau). Neu im Vorstand ist Sabina Spindeldreier (BEA Steglitz-Zehlendorf). Die Wahl erfolgte offen und einstimmig. Der LEA möchte in der nächsten Amtszeit sich vor allem den Herausforderungen beim Schulbau und der Schulsanierung widmen.

Kampagne der Stiftung Bildung zu maroden Schulbauten

Die Stiftung Bildung startet eine bundesweite Kampagne mit dem Titel »Einstürzende Schulbauten« bis zur Bundestagswahl. Die Initiator*innen wollen Schüler*innen, Eltern und Lehrkräften eine Plattform geben, vom Lernen und Arbeiten in längst baufälligen Gebäuden zu erzählen. Auch Parteien- und Verbandsvertreter*innen sollen um Statements und Vorschläge gebeten werden. Mehr Informationen gibt es auf http://einstuerzendeschulbauten.stiftungbildung.com

Lohndumping Teilzeit

Von den knapp 31.000 Berliner Lehrkräften arbeiten mehr als 8.000 in Teilzeit. Das hat eine Anfrage der Linken-Bildungspolitikerin Regina Kittler an den Senat ergeben. Grund für viele Teilzeit-Entscheidungen ist die hohe Arbeitsbelastung. Vielen Lehrkräften ist es nicht möglich, den hohen Anforderungen gerecht zu werden, ohne die Stundenzahl zu reduzieren. Vor allem Frauen sind von dieser Überlastung betroffen, da ihnen häufig noch die eigene Kindeserziehung zuteilwird.So stecken sie langfristig in Sachen Rente und Karriere zurück. Es läge an den Schulleiter*innen dafür zu sorgen, die außerunterrichtlichen Aufgaben der Teilzeitbeschäftigten zu reduzieren, heißt es von der Linksfraktion.

Wir suchen Hospitationsschulen für geflüchtete Lehrkräfte

Die GEW BERLIN engagiert sich auch für geflüchtete Lehrkräfte und sucht zusammen mit der Universität Potsdam Schulen im Rahmen des Refugee Teacher Programms. Die Kolleg*innen sollen analog zum Orientierungsprogramm verlässlich über zehn Unterrichtswochen hinweg einen Tag pro Woche hospitieren können. Dafür brauchen sie auch eine*n festen Ansprechpartner*in. Der Hospitationstag wird jeweils vom Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Uni Potsdam in Absprache mit den Schulen festgelegt. Die Teilnehmenden dokumentieren ihre Eindrücke in einem eigens erstellten Lerntagebuch. Auf dessen Grundlage findet ein Austausch im Seminar mit den Lehramtsstudierenden statt. Wer sich diese Unterstützung für geflüchtete Kolleg*innen vorstellen kann oder weitere Informationen benötigt, wendet sich bitte an info@gew-berlin.de.

Stellen als Konrektor*innen an Grundschulen sind unattraktiv

40 Stellen für Konrektor*innen an Grundschulen waren zum 1. Juni 2016 nicht besetzt. Dies ergab eine Antwort der Senatsbildungsverwaltung auf eine Anfrage der GEW im Landesschulbeirat. Zehn davon fanden sich in einer wiederholten Ausschreibung. Über alle Schularten hinweg waren zum Stichtag 56 Stellen für stellvertretende Schulleitungen unbesetzt. Da Grundschulen in der Ausstattung mit Funktionsstellen ohnehin benachteiligt sind, spielt der*die Konrektor*in dort eine besonders wichtige Rolle. Die GEW fordert daher, die Stellen dringend attraktiver zu machen - durch eine bessere Bezahlung und weniger Unterricht. Seit der Anhebung der Schulleiter*innen an Grundschulen ist der Besoldungsabstand zur stellvertretenden Schulleitung deutlich größer geworden. Dieser Nachteil im Vergleich zu den anderen Schularten muss schnell beseitigt werden. Eine vollständige Schulleitung ist unabdingbar für gut funktionierende Schulen.

Gewalt gegen Lehrkräfte steigt

Die Senatsbildungsverwaltung hat für das vergangene Schuljahr deutlich mehr Gewalt- und Krisenvorfälle gemeldet als in der Vergangenheit. 3.255 Fälle registrierte die Behörde, im Vorjahr waren es nur 2.475. Zwei Drittel waren Fälle wie Mobbing oder Beleidigungen, die nicht unbedingt gemeldet werden müssen. Daher geht der Senat davon aus, dass sich der deutliche Anstieg auf ein verändertes Meldeverhalten der Schulen zurückführen lässt. Allerdings sind auch die Zahlen der Übergriffe gegenüber dem Schulpersonal von 560 auf 636 gestiegen – mehr als doppelt so viele wie vor fünf Jahren. Schwere körperliche Gewalt wurde 743 Mal gemeldet. Die meisten Vorfälle verzeichnet Lichtenberg, gefolgt von Mitte und Treptow-Köpenick. Bildungssenatorin Sandra Scheeres hat als Reaktion eine Auswertung des Meldeverfahrens und ein umfassendes Präventionsprogramm angekündigt. Auch leichte Gewaltvorfälle sollen künftig ausnahmslos gemeldet werden.

Indirekte Geschlechterdiskriminierung in Grundschulen

Ist die Ungleichbehandlung in der Besoldung von Grundschullehrkräften eine mittelbare Geschlechtsdiskriminierung? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Rechtsgutachten, das unter www.gew.de/lohngerechtigkeit/ heruntergeladen werden kann. Der Hintergrund: Der Anteil der Grundschullehrkräfte liegt bei über 90 Prozent, bei Gymnasien sind es rund 60 Prozent. Somit sind Frauen von Grundschulen überproportional von der ungleichen Besoldung betroffen. Das legt den Verdacht nahe, dass es sich um eine indirekte Diskriminierung handelt. Die Juristinnen haben deshalb untersucht, ob es sachliche und gerechtfertigte Gründe für die unterschiedliche Besoldung gibt, die mit dem Geschlecht zu tun haben. Zugleich werfen sie einen kritischen Blick auf Differenzen in Ausbildung, Arbeitsbedingungen und -anforderungen.

Europa-Schulen arbeiten erfolgreich

Eine dreijährige Evaluation der Staatlichen Europa-Schulen in Berlin (SESB) liegt vor und stellt den bilingualen Schulen ein gutes Zeugnis aus. Ein Schwerpunkt der Evaluation lag auf der Untersuchung der schulischen Kompetenzen der Schüler*innen. Sie wurden mit altersgleichen Berliner*innen und internationalen Kontrollgruppen verglichen. Im Ergebnis schneiden die SESB-Schüler*innen in Mathematik, Naturwissenschaften und im deutschen Leseverständnis auf gleichem Niveau ab wie diejenigen in den Vergleichsgruppen und lernen dabei zusätzlich eine zweite Sprache. Deutlich besser sind jedoch die Englischleistungen an der SESB. Offenbar begünstigt die duale Immersion das Erlernen einer weiteren Fremdsprache. An der SESB haben fünf von sechs Schüler*innen und Schülern einen Migrationshintergrund.