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Aktuelle Kurzmeldungen

Letzte Aktualisierung: 10.01.2017

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Markus Hanisch

Wir suchen Hospitationsschulen für geflüchtete Lehrkräfte

Die GEW BERLIN engagiert sich auch für geflüchtete Lehrkräfte und sucht zusammen mit der Universität Potsdam Schulen im Rahmen des Refugee Teacher Programms. Die Kolleg*innen sollen analog zum Orientierungsprogramm verlässlich über zehn Unterrichtswochen hinweg einen Tag pro Woche hospitieren können. Dafür brauchen sie auch eine*n festen Ansprechpartner*in. Der Hospitationstag wird jeweils vom Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Uni Potsdam in Absprache mit den Schulen festgelegt. Die Teilnehmenden dokumentieren ihre Eindrücke in einem eigens erstellten Lerntagebuch. Auf dessen Grundlage findet ein Austausch im Seminar mit den Lehramtsstudierenden statt. Wer sich diese Unterstützung für geflüchtete Kolleg*innen vorstellen kann oder weitere Informationen benötigt, wendet sich bitte an info@gew-berlin.de.

Stellen als Konrektor*innen an Grundschulen sind unattraktiv

40 Stellen für Konrektor*innen an Grundschulen waren zum 1. Juni 2016 nicht besetzt. Dies ergab eine Antwort der Senatsbildungsverwaltung auf eine Anfrage der GEW im Landesschulbeirat. Zehn davon fanden sich in einer wiederholten Ausschreibung. Über alle Schularten hinweg waren zum Stichtag 56 Stellen für stellvertretende Schulleitungen unbesetzt. Da Grundschulen in der Ausstattung mit Funktionsstellen ohnehin benachteiligt sind, spielt der*die Konrektor*in dort eine besonders wichtige Rolle. Die GEW fordert daher, die Stellen dringend attraktiver zu machen - durch eine bessere Bezahlung und weniger Unterricht. Seit der Anhebung der Schulleiter*innen an Grundschulen ist der Besoldungsabstand zur stellvertretenden Schulleitung deutlich größer geworden. Dieser Nachteil im Vergleich zu den anderen Schularten muss schnell beseitigt werden. Eine vollständige Schulleitung ist unabdingbar für gut funktionierende Schulen.

Gewalt gegen Lehrkräfte steigt

Die Senatsbildungsverwaltung hat für das vergangene Schuljahr deutlich mehr Gewalt- und Krisenvorfälle gemeldet als in der Vergangenheit. 3.255 Fälle registrierte die Behörde, im Vorjahr waren es nur 2.475. Zwei Drittel waren Fälle wie Mobbing oder Beleidigungen, die nicht unbedingt gemeldet werden müssen. Daher geht der Senat davon aus, dass sich der deutliche Anstieg auf ein verändertes Meldeverhalten der Schulen zurückführen lässt. Allerdings sind auch die Zahlen der Übergriffe gegenüber dem Schulpersonal von 560 auf 636 gestiegen – mehr als doppelt so viele wie vor fünf Jahren. Schwere körperliche Gewalt wurde 743 Mal gemeldet. Die meisten Vorfälle verzeichnet Lichtenberg, gefolgt von Mitte und Treptow-Köpenick. Bildungssenatorin Sandra Scheeres hat als Reaktion eine Auswertung des Meldeverfahrens und ein umfassendes Präventionsprogramm angekündigt. Auch leichte Gewaltvorfälle sollen künftig ausnahmslos gemeldet werden.

Indirekte Geschlechterdiskriminierung in Grundschulen

Ist die Ungleichbehandlung in der Besoldung von Grundschullehrkräften eine mittelbare Geschlechtsdiskriminierung? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Rechtsgutachten, das unter www.gew.de/lohngerechtigkeit/ heruntergeladen werden kann. Der Hintergrund: Der Anteil der Grundschullehrkräfte liegt bei über 90 Prozent, bei Gymnasien sind es rund 60 Prozent. Somit sind Frauen von Grundschulen überproportional von der ungleichen Besoldung betroffen. Das legt den Verdacht nahe, dass es sich um eine indirekte Diskriminierung handelt. Die Juristinnen haben deshalb untersucht, ob es sachliche und gerechtfertigte Gründe für die unterschiedliche Besoldung gibt, die mit dem Geschlecht zu tun haben. Zugleich werfen sie einen kritischen Blick auf Differenzen in Ausbildung, Arbeitsbedingungen und -anforderungen.

Europa-Schulen arbeiten erfolgreich

Eine dreijährige Evaluation der Staatlichen Europa-Schulen in Berlin (SESB) liegt vor und stellt den bilingualen Schulen ein gutes Zeugnis aus. Ein Schwerpunkt der Evaluation lag auf der Untersuchung der schulischen Kompetenzen der Schüler*innen. Sie wurden mit altersgleichen Berliner*innen und internationalen Kontrollgruppen verglichen. Im Ergebnis schneiden die SESB-Schüler*innen in Mathematik, Naturwissenschaften und im deutschen Leseverständnis auf gleichem Niveau ab wie diejenigen in den Vergleichsgruppen und lernen dabei zusätzlich eine zweite Sprache. Deutlich besser sind jedoch die Englischleistungen an der SESB. Offenbar begünstigt die duale Immersion das Erlernen einer weiteren Fremdsprache. An der SESB haben fünf von sechs Schüler*innen und Schülern einen Migrationshintergrund.

Zehn Jahre Jugendsozialarbeit

Die Jugendsozialarbeit feiert zehnjähriges Jubiläum in Berlin. Seit 2006 wird das Programm „Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen“ kontinuierlich ausgebaut: Das im Mai 2006 für 20 Hauptschulen gestartete Programm wurde 2007 auf sonderpädagogische Förderzentren erweitert. Zum Schuljahr 2009/10 erfolgte die Ausweitung auf 74 Grundschulen, 2010 wurden zudem 16 berufliche Schulen ins Programm aufgenommen. Die Mittel des Bildungs- und Teilhabepakets der Bundesregierung haben 2012 einen weiteren Ausbau um 90 Stellen erlaubt. In diesem Jahr wird das Programm „Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen“ an 128 Grundschulen, 61 Integrierte Sekundarschulen, 32 Förderzentren, 19 berufliche und zentralverwaltete Schulen und neun Gymnasien durchgeführt.

Privatschulen zementieren soziale Abschottung

Die Politik missachtet Vorgaben des Grundgesetzes über die Genehmigung von Privatschulen. Damit zementiert sie die soziale Abschottung vieler privater Schulen. Das ist Ergebnis einer neuen Studie des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Die laut Verfassung verbotene „Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern“ an Privatschulen werde durch die Schulpolitik der Länder unterlaufen, belegen die Forscher. Die vom Grundgesetz beabsichtigte soziale Durchmischung der Privatschulen finde nicht statt.

Jede*r zweite fühlt sich überlastet

Die DGB-Jugend Berlin-Brandenburg hat am Dienstag ihren 11. Ausbildungsreport vorgelegt und zeigt darin auf, dass Ausbildungsmängel wie unbezahlte Überstunden und das Nacharbeiten von Berufsschultagen nach wie vor Alltag sind. Insgesamt äußern sich drei Viertel der Azubis zufrieden mit ihrer Ausbildung. Allerdings machen die Ergebnisse zu den psychischen Belastungen Sorgen. Rund ein Viertel der Jugendlichen fühlt sich durch lange Fahrtzeiten belastet, 17 Prozent durch Leistungs- und Zeitdruck, 15 Prozent klagen über ständige Erreichbarkeit.

95 Prozent nutzen Whatsapp

Die neue JIM-Studie zeigt, dass die Nutzung mobiler Digitalgeräte und entsprechender Kommunikations-Apps bei Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren weiter ansteigt. Die Anwendung WhatsApp nutzen 95 Prozent der Jugendlichen, gefolgt von Instagram (51 Prozent) und Snapchat (45 Prozent) sowie Facebook (43 Prozent). Erst jüngst hat Microsoft eine neue Studie veröffentlicht, die zeigt, dass die Aufmerksamkeitsspanne beim Menschen von 12 Sekunden im Jahr 2000 auf 8 Sekunden im Jahr 2013 gesunken ist. Schuld daran sind die exzessive Nutzungen der oben genannten Kommunikationswerkzeuge und sogenannte soziale Netzwerke. Besonders die häufigen Unterbrechungen durch das Lesen, Schreiben und Beantworten von Kurznachrichten zerteilen den Alltag in Kommunikationshäppchen .

Angriffe in Neukölln

Mit einer Veranstaltungsreihe „Aufstehen gegen Rassismus“ haben Neuköllner Buchläden sich gegen die AfD engagiert. Nun wurde auf einen der Läden, die Buchhandlung Leporello in Rudow, ein Anschlag verübt. Mit vier Pflastersteinen wurde das Schaufenster eingeworfen. In der gleichen Nacht, vom 11. auf den 12. Dezember, verübten Unbekannte auch einen Brandanschlag auf das linkspolitisch engagierte Café k-fetisch in der Wildenbruchstraße 86. Die Polizei geht von einem politisch motivierten Angriff aus.

Berlin von BGH-Urteil zu Kitas nicht betroffen

Eltern können Schadenersatz einklagen, wenn zum Wunschtermin kein Kita-Platz
angeboten werden kann und die Kommune dafür verantwortlich ist. Berlin ist von diesem Karlsruher Urteil nach Ansicht der Senatsverwaltung aber erstmal nicht betroffen, hieß es in der Medienberichterstattung, die auf das Urteil folgte. Grund dafür ist angeblich, dass es genügend freie Kita-Plätze gibt; auch wenn nicht immer in Wohnortnähe. Vielleicht hat aber auch nur noch niemand geklagt.

Tarif-Initiative erringt Erfolg

Studentische Beschäftigte aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen haben am 2. November die rot-rot-grünen Koalitionsverhandlungen mit einer lautstarken und bunten Kundgebung begleitet. »Seit 15 Jahren haben die studentischen Beschäftigten an den Berliner Hochschulen keine Lohnerhöhung mehr erlebt. Damit muss jetzt Schluss sein«, forderte Isabella Rogner, Sprecherin der Tarifinitiative, die sich für einen neuen studentischen Tarifvertrag einsetzt. Und die Initiative hat sich bereits gelohnt. Die Forderung wurde in den Koalitionsvertrag aufgenommen.

Bund kann künftig Schulbau fördern

Der Bund soll künftig bestimmte Investitionen in Kommunen direkt fördern dürfen, zum Beispiel die digitale Ausstattung oder die Sanierung von Schulen. Die erste Rate über 3,5 Milliarden Euro für das Schulsanierungsprogramm ist bereits beschlossen. Das Geld soll in finanzschwache Kommunen fließen, in denen kaum Geld für Schulen da ist. So sollen Bildungsinfrastrukturen bundesweit gestärkt und die gleichen Bildungschancen ermöglicht werden. Die Bundes-SPD möchte in einem Bildungsgipfel eine neue Gesamtstrategie für die Bildung erarbeiten. Darin enthalten sollen die Auflösung von Investitionsstaus, Ausbau von Ganztagsschulen, Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule und die Förderung digitaler Bildung sein.

Länder tricksen beim Hochschulpakt

Seit 2015 trägt das Bundesbildungsministerium (BMBF) die Ausgaben für das BAföG allein – das eingesparte Geld sollte primär den Hochschulen zugute kommen. Das Problem: Die Hoffnung von Bildungsministerin Wanka ist nicht schriftlich fixiert worden. Nordrhein-Westfalen und Hessen nutzen daher einen Teil der gesparten Gelder zur Kofinanzierung des Hochschulpaktes, wie eine Abfrage ergab.

Bildungszentrum in Schöneberg

Das neue Bildungszentrum in der ehemaligen Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule soll ab Anfang 2017 bis zu zehn Willkommensklassen beherbergen. Dafür hagelt es Kritik. Das Bildungszentrum biete in einer abgeschirmten Lernumgebung keine integrative Lernsituation, wenn die Kinder unter sich bleiben. Bezirksstadträtin Jutta Kaddatz sieht jedoch keine Alternative – die Kapazitätsgrenze bei den regulären Schulen sei erreicht.

Bund investiert in Digitalisierung an Schulen

Mit fünf Milliarden Euro sollen bundesweit die Klassenzimmer digital aufgerüstet werden. Eine Bedingung: Die Länder müssen dafür Sorge tragen, dass mediale Lernkonzepte Einzug in die Lehrpläne halten und gleichzeitig Lehrkräfte mit den notwendigen didaktischen Fähigkeiten ausgerüstet werden.

Sozialer Aufstieg durch Bildung

Für Arme wird es immer schwieriger aus der Armut herauszukommen. Das zeigt einmal mehr der WSI-Verteilungsbericht 2016. Einzige Möglichkeit zum Aufstieg ist Bildung – und die hängt in Deutschland stark vom sozialen Hintergrund der Eltern ab. Laut Studie fungiert auch das Schulsystem wie eine große Sortiermaschine. Hier muss die Politik gegensteuern, indem sie die Chancengleichheit im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt fördert.