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Anne Balzer: Friedensnobelpreisträger*innen im Unterricht Die Anti-Atomwaffen-Organisation ICAN ist in einem Friedenspädagogik-Seminar der GEW BERLIN zu Gast

bbz 04-05 / 2018

 

Im Juli 2017 haben 122 Staaten bei den Vereinten Nationen in New York für einen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen gestimmt. Damit ist erstmals die Herstellung und der Einsatz aber auch die Drohung mit Atomwaffen völkerrechtlich geächtet. Atomwaffen, ist das nicht ein Relikt aus Zeiten des Kalten Kriegs? Nein, Atomwaffen sind weder eine veraltete oder abstrakte Gefahr, noch ist ihre Existenz unveränderlich.

Die Präambel des Vertrages zum Verbot von Atomwaffen weist auf die Anerkennung »der Wichtigkeit der Bildung zu Frieden und Abrüstung in allen Facetten – von der Sensibilisierung zu den Risiken und Konsequenzen von Atomwaffen für aktuelle und zukünftige Generationen und der Bindung an die Prinzipien und Normen dieses Vertrages« hin. In diesem Auftrag möchte ICAN, die International Campaign to Abolish Nuclear Weapons, die 2017 den Friedensnobelpreis gewonnen hat, durch vielfältige Bildungsarbeit auf die Notwendigkeit von Abrüstung hinweisen.

ICAN stellt Möglichkeiten vor, das Thema in verschiedenen Fächern in den Unterricht der Sekundarstufe II zu integrieren. Die Chance, sich darüber zu informieren, gibt es im GEW-Seminar »Friedenspädagogik: Das Atomwaffenverbot im Unterricht«, das am 20. Juni im GEW-Haus stattfinden wird. In dem Seminar werden Vertreter*innen von ICAN einen Einblick in den Prozess zum Verbotsvertrag geben und von ihren Erfahrungen berichten. Was waren Meilensteine auf dem Weg? Wie wird man als zivilgesellschaftliche Vertreterin bei den Vereinten Nationen wahrgenommen? Von welchen Kampagnen haben wir gelernt? Der Prozess zum Verbotsvertrag ist ein Beispiel für die Funktionsweisen der Vereinten Nationen, ihren Reformbedarf, die Rolle der Zivilgesellschaft in internationalen Prozessen. Deutschland hat sich nicht an den Verhandlungen zum Verbotsvertrag beteiligt – und ist damit das erste Mal internationalen Abrüstungsverhandlungen ferngeblieben. Auf diese Besonderheit gehen wir genauer ein und stellen Pro- und Contra-Argumente und damit Anregungen unter anderem für ein Rollenspiel im Politikunterricht vor.

Die Thematik Atomwaffen(verbot) eignet sich neben der Einbettung in den Geschichts- und Politikunterricht auch für die Auseinandersetzung im Geografie- und Biologieunterricht. ICAN stellt Materialien zur Auseinandersetzung mit dem Themenbereich »Nuklearer Winter« und »Meilenstein-Reden« von Barack Obama, Papst Franziskus und Überlebenden des Bombenabwurfs von Hiroshima zur Verfügung. Die Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Städte Hiroshima/Nagasaki dient als Fallbeispiel für den Themenbereich Stadtentwicklung. Die Materialien sollen Schüler*innen dazu anleiten, sich mit der Entwicklung der Städte, dem Wiederaufbau und der Erinnerungskultur auseinander zu setzen.

ICAN lebt von dem Engagement von Mitgliedern mit vielfältigen Hintergründen. In dem Seminar wird daher auch eine Medizinstudierende anwesend sein, die die Gründe für ihr Engagement und die Auswirkungen der Strahlung auf Menschen und Umwelt genauer erklärt. In diesem Themenbereich werden wir Materialien für den Biologieunterricht vorstellen.