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Presseerklärungen der GEW BERLIN 2018

Das Berliner Kitasystem kollabiert - Der Senat scheitert an zu hochgesteckten Zielen

Die GEW BERLIN setzt sich für einen uneingeschränkten Zugang zu den Bildungseinrichtungen ein. Überall in der Stadt fehlen Kitaplätze. Auf der einen Seite gibt es zu wenige Kindertagesstätten. Auf der anderen Seite fehlen die pädagogischen Fachkräfte. „Mit der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz und der Kostenbefreiung war bereits abzusehen, dass die Ressourcen nicht ausreichen werden, um dies rechtssicher und ohne Qualitätseinbuße umzusetzen. Denn die GEW BERLIN und die Bildungspolitiker*innen in dieser Stadt haben vor der verfrühten Einführung der Kostenbefreiung als Wahlkampfgeschenk gewarnt. Überlegungen, jetzt den Betreuungsschlüssel anzuheben, um so die Kitagruppen wieder zu verdichten führen in die falsche Richtung.“ ärgert sich Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERIN.

Zu Beginn des letzten Jahres hat sich die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie dazu entschlossen dem Fachkräftemangel mit der Aufweichung des Fachkräftegebots zu entgegnen. Mit dem Abschluss der Rahmenvereinbarung zur Kitafinanzierung zum Ende des Jahres wurden Anreize geschaffen, die bereits jetzt schon zu vollen Kitas an ihre Belastungskapazitäten zu bringen. „Nachdem all diese unbefriedigenden Behelfsmaßnahmen nichts bewirken, werden die ersten klagenden Eltern mit ihren Problemen alleine gelassen.“ klagt Katrin Molkentin, Vorsitzende des LEAKS Berlin. Als einzige Reaktion der ersten Kitaplatzklagen verspricht das Land für Eltern die keinen Kitaplatz finden, die Finanzierung für eine Tagesmutter zu übernehmen. „Bei allem Respekt für die engagierten Tagesmütter. Erstens fehlen auch hier ausreichend Tagessmütter und zweitens kann das keinen Kitaplatz ersetzen.“ hebt Katrin Molkentin hervor und ergänzt weiter: „Wir Eltern wissen, dass Kita beliebter geworden ist. Immer mehr Kinder besuchen eine Einrichtung. Die Zahlen und Berechnungen waren immer zu vorsichtig. Heute fehlen uns Einrichtungen, Fachkräfte und Platz in der Stadt. Kita muss besser und ausreichend finanziert werden. Der Eigentanteil der Träger muss weg, Zuzahlungen müssen sich durch eine Verbesserung der Qualität erübrigen und Frühstück und Vesper Teil des Kitaangebotes werden. Alle finanziellen Reserven müssen nun aktiviert werden, so dass allen Eltern ein Platz angeboten werden kann und irgendwann der Kita-Gutschein seinem Namen wieder alle Ehre macht.“

Für die GEW BERLIN ist klar und es ist auch nicht gewollt, hinter dem Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz und die Kostenbefreiung zurückzufallen. Vielmehr müssen sich jetzt die Senatsverwaltung für Finanzen und die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie ernsthaft zusammensetzen und die Probleme endlich lösungsorientiert angehen. „Die Berliner Haushaltskassen sind prall gefüllt. Das Land Berlin muss jetzt als kommunaler Träger von Kindertagesstätten insbesondere die Kitaeigenbetriebe stärken. Nur so können Kitaplätze zeitnah geschaffen werden. Darüber hinaus müssen die Erzieher*innen in Berlin besser bezahlt werden, damit Anreize auch für zukünftige Fachkräfte geschaffen werden.“ mahnt Christiane Weißhoff, Leiterin des Vorstandsbereichs Kinder-, Jugendhilfe und Sozialarbeit, die politischen Verantwortlichen und weist damit auf die bestehenden Forderungen der GEW BERLIN hin.