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Presseerklärungen der GEW BERLIN 2018

Eine Gehaltserhöhung ist der einzige Weg aus der Fachkräftekrise

Eine Allianz aus Fachpolitikerinnen der rot-rot-grünen Koalition, Eltern und GEW BERLIN fordert eine deutliche Gehaltserhöhung für Berliner Erzieher*innen. Auf einer GEW-Abendveranstaltung zum Fachkräftemangel und zur Wertschätzung von Erzieher*innen waren sich die Beteiligten einig, dass nur eine Höhergruppierung von Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen den gravierenden Fachkräftemangel in den Berliner Kitas und Schulen lösen wird.

„Die schlechte Bezahlung unserer Erzieher*innen ist ein Berliner Problem, das sich mit dem jüngsten Tarifabschluss im öffentlichen Dienst der Kommunen weiter zuspitzt“, sagte die Vorsitzende der GEW BERLIN, Doreen Siebernik. „Eine erfahrene Erzieherin in Brandenburg verdient 340 Euro mehr im Monat als unsere Kollegin hier in Berlin. Erzieher*innen lassen sich so nicht gewinnen.“

Siebernik nahm die rot-rot-grüne Koalition in die Pflicht, die bürokratischen Hürden einer Höhergruppierung der Erzieher*innen zu überwinden. „Alle drei in der Koalition vertretenen Parteien haben Beschlüsse gefasst, die Berliner Erzieher*innen deutlich besser zu bezahlen und die Lücke zu den Kolleg*innen im TVöD zu schließen. Wir haben eine klare Erwartungshaltung an den Berliner Senat und Finanzsenator Kollatz-Ahnen, dafür zu sorgen, dass diese Beschlüsse umgesetzt werden. Zur Deckung des Personalbedarfs kann der Senat Beschäftigten auch abweichend von der tarifvertraglichen Einstufung eine Zulage zahlen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“, sagte Siebernik.

Unterstützung kam von den anwesenden jugendpolitischen Sprecherinnen von SPD, Linken und Grünen, Melanie Kühnemann, Katrin Seidel und Marianne Burkert-Eulitz. „Die Anforderungen an die Erzieher*innen sind hoch, die Nachfrage nach Plätzen steigt ständig, aber wir finden keine Fachkräfte mehr. Zur dringend nötigen Verbesserung der Rahmenbedingungen in den Kitas und Schulen gibt es nur noch eine Stellschraube, und das ist die deutlich bessere Bezahlung der Erzieher*innen“, betonten Kühnemann, Seidel und Burkert-Eulitz.

Die drei Fachpolitikerinnen versicherten den Erzieher*innen vor Ort: „Ihr habt uns auf eurer Seite“. Es gelte, gemeinsam Druck aufzubauen, um die Priorität des Themas deutlich zu machen. „Die Länder-Tarifrunde im Frühjahr 2019 muss eine Höhergruppierung für Erzieher*innen bringen, da gibt es keine Alternative. Trotzdem braucht der Senat einen Plan B. Wenn die Tarifrunde keine Lösung bringt, muss der Senat eine Zulage zahlen“, erklärten die Abgeordneten.

Wie dringend die Lage in den Kitas und Schulen inzwischen ist, machten zahlreiche Wortbeiträge von Erzieher*innen und Eltern deutlich. „Die Gruppen in Kitas und Schulen sind übervoll. Qualitätsstandards können nicht mehr eingehalten werden. Der Senat kann dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen!“, betonte Oliver Görs vom Landeselternausschuss (LEA). „Ich will mich als Mutter nicht zwischen Kita-Platz und Kita-Qualität entscheiden müssen“, sagte Katharina Queisser, aus dem Vorstand des Landeselternausschusses Kita (LEAK).

Ann-Mirja Böhm, von der kürzlich gestarteten Elterninitiative „Kitakrise“ berichtete von den dramatischen Notlagen, in die Eltern geraten können, die für ihr Kind keine Betreuung finden. „Stress, Geldsorgen, Zukunftsangst – das Private ist so politisch in diesem Fall“. Böhm ist überzeugt: „Berlin kann es sich nicht länger leisten, seine Erzieher*innen so schlecht zu behandeln!“

Elternvertreter*innen und die GEW BERLIN rufen für den 27. Mai zu einer Großdemo auf, um die Not und die Wut der Eltern und der Erzieher*innen auf die Straße zu tragen.