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Hans-Wolfgang Nickel: Theateraufführung kritisch gesehen

bbz 04 / 2019



»Genau wie immer: alles anders?« bei Strahl: Die Bühne überspannt mit einem großen, hellen, aufblasbaren Tuch – eine auch optisch attraktive Spiellandschaft. In ihr tummeln sich fünf jugendliche Darsteller*innen – auf der Suche nach den Verlockungen und Geheimnissen der Pubertät in ihren vielfachen Möglichkeiten, Gefahren und Geschenken. Ein quirliges Spiel entwickelt sich, informativ und lustvoll unterhaltend. Ab 12 Jahren

In der Schaubühne Horvaths »Italienische Nacht«, geschrieben 1930 (erst im Jahr darauf gab es in Murnau die im Stück beschriebenen Ereignisse). Horvath lieferte eine ausführliche Zeugenaussage zu den Auseinandersetzungen zwischen rechtsextremen und linken Gruppierungen in Murnau. In seinem Stück verbindet er sensibel und hellsichtig politische Ereignisse mit persönlichen Lebensgeschichten. Irritierend freilich die Unterzeile »Italienische Nacht von Horvath in einer Fassung von Thomas Ostermeier und Florian Borchmeyer« – dem Dramaturgen; gab es also Textveränderungen – wenn ja, welche? Horvaths Spürsinn, sein sensibles Gefühl für kommende Entwicklungen ist stark und überzeugend genug – er braucht keine Nachhilfe. Realisiert wird das Stück von einem zahlreichen Ensemble und mit einem überwältigenden Bühnenbild auf der Drehbühne: wir sehen das Gasthaus Lehninger; es ermöglicht eine Fülle unterschiedlichster Spielorte, bietet Raum für mancherlei private Entwicklungen und turbulente Gruppekonfrontationen. Ab Sek II

FELD – Theater für Kinder und Erwachsene ist das neue Theater am Winterfeldplatz. Die Eröffnung erfolgte zunächst bei freiem Eintritt am 15. und 16. Dezember 2018 mit einer bunt-interessanten Mischung aus Aufführungen, Workshops und der »Kiez-Matinee mit der Bürgerinitiative Kiezkultur«; sie gab einen faszinierenden Rückblick auf die vielfältigen Bemühungen der Initiative, ihr Theater gegenüber kommerziellen Interessen zu erhalten. Wahrlich ein Lehrstück politischen Engagements und bürgerschaftlicher Hartnäckigkeit.

Bei Atze seit 2003 im Repertoire: »Ronja Räubertochter«, eine Inszenierung von Herman Vinck: in einer opulenten Ausstattung auf der großen Bühne lässt er die rivalisierenden Räuberfamilien kräftig poltern und renommieren. Das junge Paar kümmert sich wenig um die Rivalitäten der Alten, springt geschickt von Räuberburg zu Räuberburg. Ab 7 Jahren

Hans-Wolfgang Nickel