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SenioRita: Der Ruhestand kommt schneller als du denkst

bbz 05 / 2019

Ob die letzte Berufsjahre sich zäh dahin ziehen oder wie im Flug vergehen, plötzlich ist es soweit. Die GEW bietet Möglichkeiten, diesen neuen Lebensabschnitt in guter Gesellschaft zu genießen. Wir treffen uns in vielfältigen Zusammenhängen. Die meisten Termine findet man auf der GEW-Seite und in der bbz auf der vorletzten Seite.

Zum Beispiel den Stammtisch für GEW-Ruheständler*innen: Im März fand er zum 50. Mal statt – und immer am vierten Mittwoch des Monats von 14.30 bis 16.30 Uhr. Damit etwas Kneipenatmosphäre in die ungewöhnliche Stammtischzeit kommt, treffen wir uns im Café »Ulrichs« gegenüber dem GEW-Haus. Im Laufe der Zeit hat sich folgende Struktur entwickelt: Wir einigen uns auf ein Gesprächsthema für die erste Stunde, das mit der Einladung angekündigt wird.

Das Themenspektrum ist groß und reicht von gesellschaftspolitischen Berichten über Ehrenamtsprojekte bis zu »altersgerechten« Themen wie »Gedächtnis im Alter«. Für die Vorbereitung wird jeweils eine Verantwortliche benannt. Ein Highlight war beispielsweise, dass wir Auszubildende der Telekom gewinnen konnten, uns bei der Benutzung von Smartphones zu unterstützen.

Der Stammtisch ist ein Treffpunkt für GEW-Kolleg*innen mit Ideen. Ein Literaturkreis hat sich daraus entwickelt und zeitweise hat eine Stammtischgruppe eine Bücherbox betreut. Sehr schnell hat sich aus unseren Reihen eine Ausflugsgruppe entwickelt, in der jede*r Ideen umsetzen und immer in guter Gesellschaft in Berlin und Brandenburg unterwegs sein kann. Das Spektrum reicht vom gemeinsamen Kinobesuch über Ausstellungsbesuche oder Tagesausflüge per Bahn oder Rad bis zu mehrtägigen Unternehmungen. Diese Termine erfährt man aber nur, wenn man im Stammtisch- oder Ausflugsverteiler ist. Zwei Stammtischlerinnen koordinieren dieses lebendige Netz per Mail. Interessierte können sich im GEW-Haus mit dem Stichwort: Stammtisch für GEW-Ruheständler*innen melden und bekommen dann die Einladung per Mail. Monika Rebitzki

GEW SEMINAR »FIT FÜR DEN RUHESTAND«

Der Ruhestand erfordert eine Anpassung an die neue Situation. Viele Ideen, Projekte schwirren im Kopf. Doch was ist realistisch? Mit wem kann ich mich darüber austauschen? Das GEW Seminar »Fit für den Ruhestand« unterstützt diesen Übergang in den neuen Lebensabschnitt. Wie sieht das konkret aus? Wir zeigen das am Beispiel unserer Gruppe aus 12 Teilnehmer*innen, die sich monatlich von Oktober 2018 bis März 2019 getroffen haben. Durch den Austausch mit den erfahrenen Senior*innen Monika Rebitzki und Reinhard Selka gab es die Möglichkeit, über das Leben im Alter mit seinen verschiedenen Facetten zu sprechen. Dabei bildeten sich folgende Schwerpunkte heraus:
• Welche Schritte sind für Antrag und Prüfung der Rente/ Pension erforderlich?
• Welche Möglichkeiten bieten haupt- und ehrenamtliche Arbeit nach Renteneintritt?
• Wie komme ich mit den finanziellen Einschränkungen zurecht?
• Wie halte ich mich geistig und körperlich fit? – Ergebnisse der Altersforschung
• Wie kann ich gewonnene Zeit gestalten? – Zukunftsträume / Mein nächstes Projekt im Ruhestand
• Wie vollzieht sich das Lernen im Alter? Weiterbildungsangebote für Senior*innen
• Wie erhalte ich berufliche und private Freundschaften?
Wir haben in diesen sechs Monaten sehr viele Infos erhalten und ein Stück Entschleunigung erfahren. Die Begleitung der individuellen Verabschiedungen aus dem Arbeitsleben und das Ankommen im Ruhestand nahmen dabei einen großen Raum ein. Wir können uns nun weiter treffen, gemeinsame Hobbies teilen und auch den Erfahrungsaustausch im kleinen Kreis fortsetzen. Ein herzlicher Dank an Monika Rebitzki und Reinhard Selka!

KREATIVE POTENZIALE DES ALTERS

Theatergruppen speziell mit älteren Menschen haben in Berlin schon eine lange Tradition. Ihre fantasievollen Namen wie Theater der Erfahrungen und Werkstatt der alten Talente weisen häufig darauf hin, dass hier Akteur*innen ab 50plus den Ton angeben. Im Werkstattbereich »Kreative Potenziale«, der 2006 gestartet wurde und in dem besonders die »jungen Alten« aktiv sind, nennt sich eine Gruppe im Nachbarschaftsheim Friedenau die Grauen Stars, eine weitere Gruppe firmiert als die Grünen Stars. Und in Lichtenrade gibt es die Gruppe Fallobst. Die schwul-lesbische Theatergruppe in Charlottenburg heißt Rosa Falten. Weitere Gruppen gibt es im Nachbarschaftshaus Neukölln mit der mehrsprachigen Theatergruppe Sultaninen und im Stadtteilzentrum Pankow mit den Weisen Sehern und den PanCHORanern. Im Pfefferwerk Prenzlauer Berg agieren die Pfefferstreuer und in Schöneberg der Friedenauer Trommelwirbel.

Einmal im Jahr werden die Aktivitäten an einem Kreativtag für alle Generationen gebündelt, der immer in einem anderen Bezirk und Nachbarschaftszentrum stattfindet. Alle Neugierigen und Nachbarn, ob jung ob alt, werden eingeladen zu Workshops und Improvisationstheater oder Chorgesang. Für viele ein Schnupperkurs, für einige der Einstieg in ein kreatives Engagement. Der im Jahr 2006 gestartete Kreativtag hat sich zu einem Dauerbrenner entwickelt und wandert sehr erfolgreich durch die verschiedenen Bezirke. Dahinter steckt die Idee, gemeinsam mit den lokalen Einrichtungen Menschen unterschiedlichen Alters miteinander ins Spiel zu bringen – immer woanders und immer anders. Gerade hat am 12. April 2019 im Nachbarschaftshaus Urbanstraße in Kreuzberg der diesjährige Kreativtag stattgefunden
Quelle: https://theater-der-erfahrungen.nbhs.de/kreative-potenziale-des-alters

ABSCHIED VOM ALTEN DGB-GEWERKSCHAFTSHAUS

Direkt nach dem Mauerbau wurde am 23. August 1961 mit dem Bau des Gewerkschaftshauses des Berliner DGB begonnen. Inzwischen ist das Gebäude schon fast abgerissen und soll durch einen Neubau ersetzt werden, in den dann neben den bisherigen Mietern ab 2020 auch die DGB-Bundesvorstandsverwaltung einziehen soll, deren 170 Beschäftigte derzeit noch am Hackeschen Markt untergebracht sind. Die Einweihung des Gewerkschaftshauses wurde am 5. Mai 1964 mit Reden des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Willy Brandt und des DGB Bundesvorsitzenden Ludwig Rosenberg gefeiert, der das Haus zur »Schutz- und Trutzburg der Freiheit« ernennt. Die Vision für das Haus ist, dass in einem wiedervereinigten Deutschland der DGB Landesbezirk Berlin-Brandenburg hier seinen Platz haben soll. Am 18. Januar 1969 wird das DGB-Haus Schauplatz von Auseinandersetzungen mit der APO, bei denen Scheiben zu Bruch gehen.

WEITERARBEITEN ODER RENTENANTRAG STELLEN
Mehr als 200.000 Rentner*innen arbeiten sozialversicherungspflichtig, fast 900.000 haben einen Minijob. Der Ratgeber »Länger arbeiten« des Bundespresseamtes gibt Antworten auf wichtige Fragen zur Weiterarbeit im Rentenalter und stellt grundlegende Regelungen zusammen. Der Ratgeber soll es so leichter machen, im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber die persönlich am besten passende Entscheidung zu treffen. Laut Deutscher Rentenversicherung Bund (DRV) erhöht ein zusätzliches Arbeitsjahr ohne Rentenbezug für eine*n Durchschnittsverdiener*in die spätere Rente um rund 100 Euro monatlich. Im Jahr sind das zwischen 1.200 Euro und 1.300 Euro mehr an Rente. Rentner*innen, die weiterarbeiten und weiter in die Rentenkasse zahlen, können ihre Rente um bis zu neun Prozent jährlich steigern. Für weiterarbeitende Rentner*innen bedeutet diese Variante aber auch, dass ihr zu versteuerndes Einkommen steigt. Es ist nicht leicht herauszufinden, welcher Weg der bessere ist: Lohnt es sich, einfach weiterzuarbeiten ohne den Rentenantrag zu stellen? Oder fährt man besser, offiziell in Rente zu gehen und zu arbeiten? Die DRV berät ausführlich und individuell.

ÄLTERE MENSCHEN UND DIGITALISIERUNG
Die Bundesregierung hat den achten Altenbericht in Auftrag gegeben. Eine unabhängige Kommission aus zehn Wissenschaftler*innen nimmt die Arbeit zum Schwerpunktthema »Ältere Menschen und Digitalisierung« auf. Ziel ist es, herauszuarbeiten, »welchen Beitrag Digitalisierung und Technik zu einem guten Leben im Alter leisten können und welchen Nutzen und Mehrwert dies für ältere Menschen hat. Zugleich sollen die gesellschaftlichen, sozialen und ethischen Fragen beleuchtet werden, die eine Technisierung des Alltags älterer Menschen mit sich bringt. Der Expert*innenbericht soll bis November 2019 vorliegen, teilte das Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) mit.