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Bücher

bbz 07-08 / 2019



Wie ist das mit dem Krebs?
Sarah Herlofsen hat Molekulare Biomedizin und Philosophie studiert und sich nach ihrer Auswanderung nach Norwegen mit der klinischen Stammzellforschung beschäftigt. Krebserkrankungen in der eigenen Familie brachten die inzwischen vierfache Mutter dazu, ein Buch zu schreiben. Die emotionalen und drängenden Fragen ihrer Kinder forderten Sarah Herlofsen zu ehrlichen Antworten und Erklärungen heraus. Sie begann, kleine Geschichten über kranke Zellen und Krebsjäger zu schreiben, sprach mit ihren Kindern über Leben und Tod, ihre Ängste und Trauer über den Verlust des Großvaters. Aus der persönlichen Betroffenheit entstand die Idee, das eigene Fachwissen zu nutzen und Kindern und Eltern dabei zu helfen, offen über die Krebserkrankung zu sprechen. Sarah Herlofsen besuchte Krebsstationen, Gesprächskreise betroffener Familien und Patient*innenseminare, um Kinderfragen zu sammeln. Mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe ist das Buch »Wie ist das mit dem Krebs? erschienen, das sich an Fünf- bis Elfjährige richtet. Es werden in einfacher und anschaulicher Weise die biologischen Hintergründe der Krebserkrankung, Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen geschildert, aber auch das Sterben thematisiert. Komplexe Sachverhalte werden fachlich genau und konkret dargestellt, unterstützt durch humorvolle und einfühlsame farbige Zeichnungen von Dagmar Geisler. Zwischen den fachlichen Inhalten tauchen immer wieder emotionale und philosophische Kinderfragen auf, wie »Sind Krebszellen böse?«, »Warum bin ausgerechnet ich krank geworden?« oder »Kann ich meiner kranken Mama helfen? Sie ist so schlapp.« Die Antworten führen vor, wie ernst Kindersorgen und Ängste genommen werden. Sarah Herlofsen weicht nicht aus und lässt sich auf die bedrängenden Fragen ein. Sie bietet Kindern Hilfen und Entlastung an. Zu der Frage »Wie kann ich Papa wieder froh machen?« stellt sie zunächst klar, dass Ärzte verantwortlich sind und nicht das Kind. Eine schöne Blume pflücken, ein Bild malen, eine Umarmung oder einfach am Bett sitzen sind dagegen angemessene Möglichkeiten. Immer wieder fordert die Autorin Kinder und Erwachsene auf, das Gespräch miteinander zu suchen. Hilfen dazu bietet sie im zweiten Teil des Buches an, im Nachwort für die Erwachsenen. Sarah Herlofsen ist ein informatives, einfühlsames und ehrliches Buch zu einem sehr komplexen Thema gelungen. Sie macht Mut, eine Krebserkrankung in der Familie als eine gemeinsame Herausforderung zu sehen, mit der niemand allein gelassen werden sollte. Sehr empfehlenswert!
Babette Danckwerts, AG Jugendliteratur und Medien der GEW BERLIN

LesePeter im Juli
Das Buch der seltenen Tiere wartet mit einem besonderen Konzept auf, denn die Tiere werden als großformatige Briefmarken präsentiert. Neben den beeindruckenden Tierdarstellungen gibt es zahlreiche gut recherchierte Sach-informationen über Besonderheiten, das Verbreitungsgebiet, den Bestand der bedrohten Arten und warum diese bedroht sind. Den LesePeter im Juli 2019 erhält das Sachbuch von Martin Jenkins und Tom Frost »Seltene Tiere«.


LesePeter im August

Die sehr leise Geschichte um das Weitergeben zwischen den Generationen führt uns zu Frau Dachs und dem kleinen Kater Lulu. Die Bilder sind zurückhaltend und stellen die beiden und ihr Verhältnis sehr unspektakulär dar. Glück braucht nicht viel. Im August 2019 erhält den LesePeter das Bilderbuch von Marianne Dubuc »Komm mit, Lulu!«. Anna Taube