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Christopher Brinkmann: Eine wirksame Klimapolitik ist nicht in Sicht

bbz 09 / 2019

Die Initiative »Pädagogen For Future« solidarisiert sich mit der »Fridays for Future«-Bewegung und appelliert an die Kolleg*innen, die jungen Menschen nicht alleine zu lassen

von Christopher Brinkmann

Die Klimakrise ist real, jede*r kann sie auch in Berlin spüren, durch extreme Trockenheit, Hitze und Waldbrände im Umland. Wir müssen jetzt handeln, damit sie nicht schlimmer wird! Die aktuelle Klima-Politik der EU steuert auf 3°C mehr zum Ende des Jahrhunderts zu, wobei die Möglichkeit der unkontrollierbaren Erhitzung um 4 bis 5°C mehr besteht, wenn Kipppunkte überschritten werden. Die Wissenschaft sagt schon für eine Erhitzung über 1,5°C dramatisch verschlechterte Lebensbedingungen für Mensch und Natur voraus, warnt vor enormen Folgekosten und fordert sofortige, weitreichende und beispiellose Veränderungen in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft. Es handelt sich um ein gesellschaftliches Problem, da die Lebensweise in den Industrieländern sehr große Mengen fossiler Energieträger und Rohstoffe verbraucht, die durch die Ausbeutung von Natur und Menschen bereitgestellt werden. Dadurch entstehen Klimakrise und ökologische Krisen.

Obwohl lange bekannt, leiten politische Entscheidungsträger*innen den nötigen Wandel hin zu nachhaltiger Lebensweise und Gesellschaft nicht ein. Dagegen protestiert die Zivilgesellschaft, seit Ende 2018 auch durch die weltweite Jugend-Bewegung »Fridays for Future«. In Deutschland gehen seit über sieben Monaten junge Menschen mit wachsender Unterstützung auch von Erwachsenen auf die Straße.

Dennoch ist eine wirksame Klimapolitik aktuell nicht in Sicht. Erwachsene müssen jetzt mitmachen und ein klares Signal für mehr Klimaschutz senden!

Unsere Initiative von Kolleg*innen aus Bildung und Erziehung stellt sich hinter die protestierende Jugend. Wir fordern eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen durch sofortiges Handeln gegen die Klima- und ökologische Krise.

Die Initiative entstand in Berlin im April 2019, als ein kleines Team aus Lehrer*innen und angehenden Erzieher*innen die Idee hatte, dass alle, die unmittelbar für die nachfolgenden Generationen arbeiten, die Forderungen der protestierenden Jugend unterstützen sollten. Dies schließt Erzieher*innen, Lehrer*innen, Pädagog*innen und Ehrenamtliche im Bildungsbereich mit ein. Eine Stellungnahme von bundesweit 142 Personen hat bisher über 1.850 Unterzeichner*innen, die in allen Bereichen tätig sind. Sie wird neben der GEW BERLIN auch von den Landesverbänden Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Hamburg unterstützt. Unseren Auftrag sehen wir im Informieren der Menschen und dem öffentlichen Einstehen für Klimaschutz und eine nachhaltige Gesellschaft. Wir nehmen an Protestaktionen teil und informieren durch Veranstaltungen und Beiträge. Über unsere Webseite können sich Pädagog*innen vernetzen, Ortsgruppen gründen und Material austauschen.

Pädagog*innen sollten Verantwortung übernehmen

Wenn das Ziel der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) die Transformation von der auf Ausbeutung von Mensch und Natur basierenden, nicht-nachhaltigen Lebensweise hin zur nachhaltigen Gesellschaft, ist, wurde dies bisher nicht erreicht. Warum nicht? Einerseits, weil politische und wirtschaftliche Kräfte den Wandel nicht einleiten und andererseits, weil der Aspekt der Transformativen Bildung, das Ins-Verändern-kommen von gesellschaftlichen Bedingungen, Werten und Denkweisen, vernachlässigt wurde. Aktive Teilnehmer-*innen von Fridays for Future leben BNE bis ans Ende gedacht, weil sie gesellschaftliche Veränderungen durch öffentlichen Protest und Diskussionen zu Lösungen einfordern.

Wir als pädagogisch Tätige sollten auch unsere Verantwortung für diesen Wandel wahrnehmen und informieren, protestieren, Lösungen diskutieren und einfordern. Lasst uns gemeinsam ins Handeln kommen! Lasst uns mit einer Vision einer guten Zukunft für alle Menschen inspirieren!

Die Initiative »Pädagogen For Future« trifft sich regelmäßig freitags. Sie lädt alle GEW BERLIN-Mitglieder ein: Macht mit beim weltweiten Klima-Streik am 20. September und der Aktionswoche bis zum 27. September!