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Hans-Wolfgang Nickel: Theateraufführung kritisch gesehen

bbz 10 / 2019



Eine Überraschung beim »Tanz im August«. Jérome Bel inszeniert im Deutschen Theater eine didaktisch klug aufbereitete Begegnung mit der Arbeit von Isadora Duncan. Wir sehen eine Reihe von Duncan-Tänzen, meist in mehreren Wiederholungen. Dabei erleben wir auch eine Einführung in die »Methode« Duncan – eine Versprachlichung der Tanzbewegungen, durch die der Ablauf memoriert und strukturiert wird. Einige Freiwillige aus dem Publikum dürfen sich in einem Duncan-Tanz erproben; wir können also eine Probenarbeit auf der Bühne beobachten, sehen das Ergebnis gleichsam als »Premiere« – zum Abschluss gibt es eine intensive Diskussion von Bel mit dem Publikum.
Hans-Wolfgang Nickel

Zeitgeister – Ein Mehrgenerationenprojekt der GEW BERLIN
Senior*innen der GEW-Theatergruppe traten im »Circus Schatzinsel« auf. Welten trafen aufeinander, 18-Jährige spielten mit 80-Jährigen Bewegungstheater, autobiografisch, akrobatisch und kreativ. »Das Stück hat mich sehr berührt«, Christine Kölbel, der Leiterin des »Circus Schatzinsel«, in der das Stück zum ersten Mal gezeigt wurde, gefiel die Mischung von alten und jungen Darsteller*innen sehr. Eine andere Stimme zu diesem Stück: »Das Thema Zeit und Alter bewegt mich ohnehin, in zehn Jahren bin ich ebenfalls Rentnerin, es macht Mut, so etwas zu erleben«. Für die Akteur*innen gab es keine Fragen zum Alter. Die gemeinsamen Proben, die Spielideen, sogar der Körpereinsatz beim Spiel entwickelten sich völlig selbstverständlich und harmonisch. In kurzer Zeit wuchs das Team zusammen. Anja Häusser, erfahrene und sensible Regisseurin, hatte die Idee für diesen Generationenmix. Sie gab den notwendigen Input, ohne zu dominieren, förderte die unterschiedlichen Fähigkeiten der Darsteller*innen mit viel Einfühlungsvermögen und schaffte ein wunderbares Arbeitsklima. Vielfältige kurze, zum Teil eigene Texte und Gedichtfragmente zum Thema Zeit in allen Facetten, bis hin zum Ende der Lebenszeit, verwoben sich mit intensiven Ausdrucksformen. Und erfreulicherweise gibt es schon Anfragen für weitere Auftritte. Wie schön, denn die Agierenden haben Blut geleckt! Der nächste Auftritt der »Zeitgeister« nach Erscheinen die-ser bbz-Ausgabe ist beim Kulturfest der GEW Senior*innen am 16. Oktober um 18 Uhr im GEW-Haus in der Ahornstraße. Kontakt: Eva Besler, eva-maria.besler@gmx.net

Berliner Compagnie – Theateraufführung »Die Sehnsucht nach dem Frühling«
Was im März 2011 als friedlicher Protest gegen eine repressive Diktatur begann, wurde zum blutigsten Konflikt unserer Gegenwart. Im Zentrum des Theaterstücks der Berliner Compagnie: eine syrische Familie, zerrissen wie das Land. Über ihr Schicksal erfahren wir nicht nur die ganze Bitterkeit des Krieges, wir nehmen auch Anteil an dem Bemühen syrischer Menschen um ein friedliches Miteinander, um Versöhnung. Es ist die 30. Theaterproduktion der Berliner Compagnie. Am 29. Oktober 2019 um 19:30 Uhr in der Muskauer Str. 20 A, 10997 Berlin. Die Theatertickets können sowohl per Vorkasse oder vor Ort in der GEW BERLIN, Ahornstr. 5, 10787 Berlin bei Yvonne Schmidt (yvonne.schmidt@gew-berlin.de) bestellt/abgeholt werden. Die Tickets kosten für Mitglieder 10 Euro und für Nichtmitglieder 12 Euro.