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Presseerklärungen der GEW BERLIN 2019

Willkommenslehrkräfte brauchen eine Perspektive

Die GEW BERLIN fordert die Senatsbildungsverwaltung auf, die Lehrkräfte aus den Berliner Willkommensklassen dauerhaft weiter zu beschäftigen. „Es besteht ein politischer Konsens, dass Lehrkräfte, die inzwischen mehrere Jahre lang erfolgreich und mit großem persönlichen Einsatz die geflüchteten Kinder und Jugendlichen betreut und in deutscher Sprache gebildet haben, dauerhaft als Lehrkräfte im Berliner Schuldienst weiterbeschäftigt werden sollen“, erklärte die Vorsitzende der GEW BERLIN, Doreen Siebernik, in einem Brief an Staatssekretär Mark Rackles.

Siebernik äußerte die eindringliche Bitte, noch vor der Einstellungsrunde 2019/20 die Weichen für die unbefristete Weiterbeschäftigung zu stellen. Die aktuellen Verträge enden bereits am 19. Juni, so dass ein großer Zeitdruck besteht.

Zum Ende dieses Schuljahres laufen vor allem in den berufsbildenden Schulen die befristeten Verträge von zahlreichen Lehrkräften aus, die bisher in den Willkommensklassen tätig waren. In den berufsbildenden Schulen betrifft das etwa 55 Lehrkräfte, deren Perspektive im Moment völlig ungewiss ist. Eine Weiterbeschäftigung und vor allem eine unbefristete Einstellung ist nach Aussage der zuständigen Schulaufsicht im Bereich der berufsbildenden Schulen nicht mehr möglich, da dort bereits ein Überhang besteht und vor allem die Bedarfe in den beruflichen Fachrichtungen abgedeckt werden müssen.

Der Quereinstieg mit berufsbegleitender Lehrkräftebildung kommt für viele der betroffenen Lehrkräfte nicht in Frage, weil sie häufig über kein geeignetes Studienfach verfügen. Auch eine Einstellung als Sprachlernassistent*innen ist keine Alternative, da die Kolleginnen und Kollegen bereits mehrere Jahre als Lehrkräfte im Unterricht gearbeitet und sich bewährt haben. Das würde außerdem erhebliche finanzielle Einbußen bedeuten.

Eine dauerhafte und angemessene Weiterbeschäftigung der Fachkräfte ist auch vor dem Hintergrund des gravierenden Lehrkräftemangels in den allgemeinbildenden Schulen dringend geboten“, betonte die GEW-Vorsitzende. „Dies wird jedoch nur gelingen, wenn rasch eine klare politische Entscheidung getroffen wird. Perspektiven für die Kolleg*innen aus den Willkommensklassen zu schaffen, darf nicht den Schulleitungen und Schulaufsichten und schon gar nicht den betroffenen Lehrkräften selbst überlassen werden.“