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Presseerklärungen der GEW BERLIN 2019

Mehr Druck und mehr Daten helfen den Schulen nicht weiter

Nach Ansicht der GEW BERLIN sind die Vorstellungen der Bildungsverwaltung zur Schulqualität weit von der Realität in den Schulen entfernt. Das zeigte sich abermals in der Auftaktsitzung der von Schulsenatorin Sandra Scheeres einberufenen Qualitätskommission.

„Die neue Qualitätskommission darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bildungsverwaltung nicht die richtigen Prioritäten setzt“, bilanzierte der Vorsitzende der GEW BERLIN, Tom Erdmann, im Anschluss an die Sitzung. „Bessere Lernergebnisse und weniger Schulabbrecher*innen sind ohne Zweifel wichtige Ziele. Anstatt noch mehr Daten abzufragen und die Schulen mit Zielmarken und Schulverträgen noch mehr unter Druck zu setzen, sollte vielmehr über eine geeignete Unterstützung für die Schulen nachgedacht werden. Die Aufgabenfülle ist bereits jetzt schon nicht von dem pädagogischen Personal zu bewältigen. Die GEW BERLIN fordert mehr Wertschätzung und Vertrauen in die Arbeit der Schulen und mehr Transparenz. Gute Schule entsteht auf Schulebene in einem demokratischen Aushandlungsprozess bei entsprechend guten Rahmenbedingungen.“

„Die Rahmenbedingungen in den Schulen wie die steigenden Klassengrößen, der Fachkräftemangel und die Schulsanierung dürfen nicht aus dem Blick geraten, so wie es bei den von Senatorin Scheeres angekündigten Maßnahmen zur Erhöhung der Schulqualität der Fall ist“, betonte Erdmann. „Auch das Lernen in der Ganztagsschule muss mehr Beachtung finden.“

„Die Berliner Schulen sind geprägt von strukturellem Mangel. Die besten Qualitätskonzepte nützen nichts, wenn die Fachkräfte fehlen und unsere Schulen auseinanderfallen. Wenn wir zu einem gemeinsamen Verständnis von Schulqualität kommen wollen, dann müssen die Expert*innen auch diese Punkte berücksichtigen“, sagte Erdmann. Der GEW-Vorsitzende rief die Verantwortlichen dazu auf, vor den akuten Problemen in der Berliner Schule nicht die Augen zu verschließen. „Neben einer grundlegenden Qualitätsoffensive brauchen wir sofortige Maßnahmen, um die Bildungskrise abzuwenden. Wir brauchen einen schrittweisen Plan zur Verringerung der Klassengrößen und zur Reduzierung der Arbeitsbelastung der Pädagog*innen.“

Die GEW BERLIN will sich gerne weiter in die Qualitätskommission einbringen, erwartet aber, dass die Arbeitsbedingungen der Pädagog*innen eine wichtige Rolle in der Debatte um Schulqualität spielen.