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Passworthilfe

Voßmerbäumer/Wehl: "Helfen bildet"

blz 11 / 2003

Das Schulfach "Helfen bildet"

Projekt "Nachhaltigkeit macht Schule" gewinnt ersten Preis beim Alex-Jugendaktionswettbewerb.

von Eva Voßmerbäumer und Alrun Wehl

Wir wollten ein Zeichen setzen gegen Passivität, Konsumverhalten und "Nehmen statt Geben"-Mentalität in unserer Generation. Wir finden, dass es zu einer umfassenden Schulausbildung gehört, zu sozialem und ökologischem, kurz: nachhaltigem Verhalten angeleitet zu werden.

Soziales Engagement

Anstatt dass Spaß und Eigeninteressen immer mehr in den Vordergrund geraten, wollten wir ein Gegengewicht mit praktischem sozialen Engagement setzen. Eigene Erfahrungen machten wir während eines Auslandsaufenthaltes im Internationalen Baccalaureat-System. Dort erlebten wir das Fach "service" (Gemeinschaftsdienste), welches als normaler obligatorischer Teil zum IB-Schulabschluss gehört. Wir wollen ein ähnliches Testschulfach nun unter dem Namen "helfen bildet" ("hb") mit drei Berliner Gymnasialklassen (10. oder 11. Jahrgang) entwickeln: Voraussetzung ist, dass an jeder dieser Schulen eine Art "soziale Börse" entsteht, in der die Möglichkeiten, sich neben der Schule für die Umwelt oder karikative Organisationen einzusetzen, veröffentlicht werden. Eine Projektgruppe von zwei Lehrern und mindestens vier Schülern wird diese "Jobstellen" zusammensuchen, die Bedingungen in den jeweiligen Einrichtungen klären und den Schülern beratend zur Seite stehen.

Wie geht das?

Die Schüler müssen sich drei Monate lang zwei Stunden pro Woche Aufgaben des "hb"-Programms widmen: Mithilfe in Altersheimen, Ökogärten oder bei der freiwilligen Feuerwehr, regelmäßige Tierheimbesuche, Engagement in Umweltgruppen, bis hin zur Jugendzeitungsarbeit. Den Arbeitsbereichen sind kaum Grenzen gesetzt. Auch würden ein paar kräftige Hände in Obdachlosenküchen, beim Förster für Müllaufsammelaktionen und bei Einmalaktionen zur Spendensammlung für z.B. afrikanische Patenschulen oder andere Projekte für globale Gerechtigkeit u.v.m. gebraucht.

Die Kontrolle über die erfüllten Stunden wird von der Projektgruppe übernommen, in dem sie die Erfahrungshefte der Schüler auswertet. Am Ende des Pilotprojekts wird jeder Schüler ein besonderes Sozialzeugnis von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport überreicht bekommen.