Mitgliederbereich

Passworthilfe

Lehrbeauftragte

Auf dieser Seite veröffentlichen Lehrkräfte aus unterschiedlichen, meist freiberuflichen, Arbeitsverhältnissen Informationen und Aufrufe zu Aktionen. 

Aktion zum Weltlehrer*innentag 2017

 

Honorarlehrkräfte fordern die UNESCO-Standards. Sofort.

Berliner Honorarlehrkräfte haben am 5.Oktober erneut gegen ihre Unterbezahlung und mangelnde soziale Absicherung demonstriert. Ein paar Dutzend Kolleg*innen aus unterschiedlichen Arbeitsverhältnissen, zumeist Lehrkräfte auf Honorarbasis, die an Sprachschulen, Musikschulen und Volkshochschulen arbeiten, haben an Tischen vor dem Brandenburger Tor mit Wasser und Brot auf ihre Lage aufmerksam gemacht. Dazu gab es Unterhaltung und Musik.Die Koordination der Honorarlehrkräfte, ver.di, die GEW BERLIN und der Deutsche Orchesterverein (DOV) hatten zu der Aktion am Brandenburger Tor aufgerufen.

Die anwesenden Kolleg*innen der Volkshochschulen und der Musikschulen haben über ihre aktuellen Kämpfe für einen Tarifvertrag gesprochen. Ein Kollege hat über die skandalöse Haltung der Leitung des Goethe-Instituts zu den Foderungen der Honorarlehrkräfte gesprochen. Eine Vertreterin der Landeskommission der Selbständigen bei ver.di Berlin-Brandenburg hat ebenfalls eine Rede gehalten. Auch in Köln hat eine Aktion der Daf-Daz-Dozent*innen stattgefunden. (Für weitere Informationen zu den laufenden Arbeitskämpfen siehe Verlinkungen.)

Der Weltlehrer*innentag am 5. Oktober soll an die „Charta zum Status der Lehrerinnen und Lehrer”, die 1964 von der UNESCO und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) angenommen wurde, erinnern. Demnach sollen Lehrer*innen unabhängig von der Schulart vergleichbar vergütet und sozial abgesichert werden. Für Honorarlehrkräfte in Deutschland ist dieses Ziel noch lange nicht erreicht. Trotz guter Ausbildung werden sie miserabel bezahlt und sind weder bei Krankheit noch im Alter ausreichend abgesichert. Nach jahrzehntelanger Vollzeitarbeit und Einzahlung in die Rentenkasse ernten sie Altersarmut: um die 500 Euro Rente pro Monat.


Honorarlehrkräfte werden als Lehrkräfte zweiter Klasse behandelt.

Ihre Arbeit ist wichtig und unentbehrlich:

• in Kursen für Integration, Alphabetisierung und Beruf im Auftrag des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

• in Bildungsmaßnahmen der Agentur für Arbeit

• an Musikschulen und Volkshochschulen

• als Lehrbeauftragte an Hochschulen

• in Willkommensklassen an Schulen

• an Goethe-Instituten

• an privaten Sprachschulen – u.a. Integrations- und Berufskurse im Auftrag der Bundesregierung

• an freien Trägern der allgemeinen, politischen und beruflichen Bildung

Das Bündnis fordert:

• Vergütung pro Unterrichtseinheit wie angestellte Lehrkräfte mit vergleichbarer Tätigkeit

• Regelmäßige Honorar-Erhöhungen

• Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche Dozent*innen (aktuell an VHS u. Musikschulen in Berlin)

• 100% Ausfallzahlung bei Krankheit

• Mutterschutz und Elternzeit mit Wiedereinstiegsrecht

• Beteiligung der Auftraggeber*innen an der Sozialversicherung

• Rente auf Lehrer*innen-Niveau

• Personalvertretungsrechte

 

11.000 Unterschriften für den Paradigmenwechsel

 

Lehrbeauftragte übergeben Unterschriften an Staatssekretär Krach
Quelle: Gabriele Senf

Letzte Aktualisierung: 03.02.2017

11.000 Unterschriften für den Paradigmenwechsel

Über 11.000 Menschen haben den Berliner Senat in einer Petition aufgefordert, den Lehrbeauftragten an Berliner Hochschulen eine gerechte Bezahlung und berufliche Perspektiven zu bieten. „Der im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag angekündigte Paradigmenwechsel in der Personalpolitik an Berliner Hochschulen hat den Lehrbeauftragten Hoffnung gemacht. Mit der Petition wollen sie den Senat nun an sein Versprechen erinnern“, erklärte Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW BERLIN, bei der Übergabe der Unterschriften an den Staatssekretär für Wissenschaft, Steffen Krach.

Die Initiator*innen der Petition nutzten die Übergabe am 31. Januar, um den Staatssekretär auf die Forderungen der Berliner Lehrbeauftragten hinzuweisen.

  • Erstens sollen reguläre Lehrveranstaltungen durch hauptberufliche Lehrkräfte abgedeckt werden;
  • zweitens sollen die Honorare der Lehrbeauftragten in Anlehnung an die tarifliche Bezahlung vergleichbarer hauptberuflicher Beschäftigter erhöht werden;
  • drittens sollen die Hochschulen die Lehrbeauftragten bei ihrer beruflichen Entwicklung fördern;
  • und viertens soll der Senat entsprechende Kontrollinstrumente entwickeln.

Die Neuverhandlung der Hochschulverträge bietet nach Ansicht der Initiator*innen die Möglichkeit, die prekäre Situation der Lehrbeauftragten zu verbessern. „In den Hochschulverträgen müssen zweckgebundene Mittel für eine spürbare Verbesserung der Lage der Lehrbeauftragten zur Verfügung gestellt werden. Es müssen Stellen für die Daueraufgaben geschaffen werden, die derzeit über Lehraufträge abgedeckt werden“, forderte Erdmann.

„Die große Zustimmung zu unserer Petition zeigt uns, dass sich das Bewusstsein in der Öffentlichkeit in den letzten Jahren gewandelt hat“, sagte Linda Guzzetti, eine der Initiator*innen der Petition. „Die Menschen, auch wenn sie selbst keine Lehrbeauftragten sind, akzeptieren nicht mehr, dass die Hochschulen die Lehraufträge missbrauchen, um Lehre billig anzubieten. Schließlich haben der Berliner Senat und die Hochschulen als öffentliche Arbeitgeber eine Vorbildfunktion.“

Flyer Petition Lehrbeauftragte
( pdf | 291,54 KB)

Letzte Aktualisierung: 06.02.2017

Sprecherin der AG Lehrbeauftragte der GEW BERLIN

Linda Guzzetti
E-Mail: linda.guzzetti@alumni.tu-berlin.de

Nächstes Treffen der AG Lehrbeauftragte:
Freitag, den 17.02.2017 um 18:30 Uhr im GEW-Haus Berlin in der Ahornstr. 5, 10787 Berlin

Die GEW BERLIN bietet im Februar / März 2017 zwei Seminare für freiberuflich tätige Lehrkräfte an.
Die Details und Anmeldemöglichkeit hier.

 

Aktionstag der Lehrbeauftragten am 6. November 2014

Bei einer zentralen Aktion vor der Senatswissenschaftsverwaltung in Berlin protestierten am 6.11. ca. 60 Lehrbeauftragte und weitere Hochschulangehörige gegen unsichere Jobs und niedrige Honorare. Mit einem „Beschwerde-Chor“ nach der Musik von „Freude schöner Götterfunken“ (L. v. Beethoven) sowie einer Pantomime „Lehrbeauftragte stehen auf“ haben sie auf die sozial, rechtlich und finanziell prekäre Lage vieler der bundesweit über 85.000 Lehrbeauftragter aufmerksam gemacht.

Änderungen Berliner Hochschulgesetz zu Lehrbeauftragten 2011

Die AG Lehrbeauftragte hat zu den Änderungen des Berliner Hochschulgesetzes (BerlHG) im Herbst 2010 Stellung genommen. Die Stellungnahme ist zusammen mit allen Informationen durch den unten bereitgestellten Link einsehbar.
Inzwischen ist das geänderte Berliner Hochschulgesetz im Juni 2011 in Kraft getreten. Von den Forderungen der Lehrbeauftragten sind nur wenige aufgegriffen worden. Es gibt aber ein paar positive Veränderungen:

  1. Die Lehrbeauftragten und gastweise tätigen Lehrkräfte sind jetzt endlich auch an den Universitäten HU, FU und TU Mitglieder der Hochschule und haben damit die gleichen Rechte auf Nutzung der Infrastruktur, der Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen etc.
  2. Auch an den Universitäten HU, FU und TU haben Lehrbeauftragte jetzt die Möglichkeit, die Gremien der akademischen Selbstverwaltung in der Gruppe der akademischen Mitarbeiter/innen mit zu wählen ("aktives Wahlrecht"); z. B. Fachbereichs- und Institutsräte und Akademischer Senat).
    Nach wie vor wird ihnen aber das "passive Wahlrecht" an den drei Universitäten vorenthalten. Sie können sich also nicht selbst zur Wahl stellen. Diese Ungleichbehandlung gegenüber den Lehrbeauftragten an allen anderen Hochschulen ist nicht gerechtfertigt und muss mittelfristig beseitigt werden.
  3. Die GEW BERLIN und die AG Lehrbeauftragte hatten gefordert, die Möglichkeit des schriftlichen Verzichts auf eine Vergütung des Lehrauftrags in § 120 des Berliner Hochschulgesetzes zu streichen. Dazu sah sich die Koalition nicht in der Lage. Wir haben aber einen wichtigen Kompromiss durchgesetzt:
    Der schriftliche Verzicht auf eine Lehrauftragsvergütung ist jetzt erst "nach Erteilung des Lehrauftrags" möglich. Damit kann der Lehrauftrag nur erteilt werden, wenn auch dessen Finanzierung sichergestellt ist. Die Vergabe von unbezahlten Lehraufträgen ist damit rechtlich nicht mehr zulässig, da erst nach der Erteilung auf die Vergütung verzichtet werden darf. Damit werden die Hochschulen und deren Untergliederungen gezwungen, die Lehrveranstaltungsplanung so zu gestalten, dass für Lehraufträge auch Geld vorhanden ist.
    Lehrbeauftragte sollten darauf achten, dass mit dieser Regelung kein Missbrauch betrieben wird (z. B. vorherige Absprachen über einen späteren Verzicht auf die Vergütung).
  4. Eine weitere, aber eher unbedeutende Änderung in § 120 BerlHG sieht vor, dass Lehraufträge jetzt von vornherein gleich für zwei Semester vergeben werden können (bisher war das gesetzlich auf ein Semester begrenzt).
    _______________________________________________

Die GEW BERLIN hat am 16. Februar 2010 in einem Pressegespräch erneut auf die Situation der Lehrbeauftragten in den Berliner Hochschulen aufmerksam gemacht. Die entsprechende Presseerklärung findet ihr über den Link untern.
Die akuellen Zahlen und das Hintergrundmaterial zum Pressegespräch sind unten abrufbar (Aktuelle Zahlen).

Seit April 2008 gilt für die Berliner Hochschulen eine neue Richtlinie für die Bezahlung der Lehrbeauftragten. Diese sieht (nur noch) eine Mindestvergütung von 21, 40 Euro pro LVS vor. Die GEW BERLIN und unsere AG Lehrbeauftragte hatten sich im Vorfeld vehement dafür eingesetzt, dass die Höhe der Lehrauftragsentgelte weiter hochschulübergreifend geregelt wird. Wissenschaftsenator Zöllner wollte die Bezahlung der Lehrbeauftragten komplett in die Hände der Hochschulen legen.
Diese Mindestvergütung kann aber nur ein erster Schritt sein, um zu verhindern, dass die Hochschulen die Sätze noch weiter nach unten drücken können. Der Satz von 21, 40 Euro gilt als Untergrenze bereits seit 2001 (auch in der alten Vorschrift) und muss deutlich erhöht werden.

Bis Ende März 2008 waren die Stundensätze für alle Berliner Hochschulen einheitlich in einer sog. "Ausführungsvorschrift über die Höhe der Lehrauftragsvergütungen" geregelt. Diese war ausgelaufen und wurde durch die neue, stark verkürzte Vorschrift mit Wirkung vom 1. April 2008 ersetzt.

Vor allem die Lehrbeauftragten in den Sprachenzentren der Berliner Unis haben aktiv für eine Anhebung ihrer Stundensätze gekämpft, da diese bisher fast nur auf dem Mindestniveau lagen. Über den letzten Stand informiert ein Beitrag von Linda Guzzetti (Sprecherin der AG Lehrbeauftragte der GEW BERLIN) und Cornelia Techritz in der Berliner GEW-Zeitung blz von November 2009, der unten abrufbar ist. Einen weiteren Beitrag von Mai 2009 findet ihr ebenfalls unter diesem Beitrag.

Unsere wichtigsten Forderungen an den Senat und das Abgeordnetenhaus von Berlin:

  1. Für die Bezahlung und die rechtliche Stellung der Lehrbeauftragten müssen einheitliche und verbindliche Mindeststandards für alle Berliner Hochschulen gelten!
  2. Der rechtliche Status Lehrbeauftragter muss als Vertragsverhältnis freier Mitarbeiter/innen in der Lehre ausgestaltet werden, um einklagbare Standards und Schutzvorschriften vereinbaren zu können (z.B. Bezahlung, Kündigungsfristen, Fristen für die Verlängerung des Vertrages).
  3. Lehrbeauftragte müssen auch an den Universitäten das passive Wahlrecht für die Gremien erhalten. 
  4. Die Honorare müssen angemessen sein und regelmäßig erhöht werden.
  5. Vor- und Nachbereitungszeiten müssen gesondert bezahlt werden!
  6. Die Prüfungsvergütung muss für alle Prüfungs- und Korrekturarbeiten gewährt werden, die in den Studien- und Prüfungsordnungen vorgeschrieben sind.
  7. Dort, wo Daueraufgaben in der Lehre wahrgenommen werden, müssen reguläre Beschäftigungsverhältnisse geschaffen werden.

Stellungnahme der AG Lehrbeauftragte zu den Änderungen des Berliner Hochschhulgesetzes

blz: Lehrbeauftragte unter Druck - SprachdozentInnen kämpfen immer noch um angemessenes Honorar

blz: Kaum zu glauben – es tut sich was Über die Honorare der Lehrbeauftragten im Wintersemester

Ergebnisse einer Umfrage unter Lehrbeauftragten in Berlin

Gemeinsam mit dem Institut für Soziologie der FU hat die GEW BERLIN, Abteilung Wissenschaft im Sommersemester 2006 eine Umfrage unter Lehrbeauftragten der Berliner Hochschulen durchgeführt. Die Ergebnisse sind in einer Dokumentation zusammen gestellt, die unten als pdf abrufbar ist. Der Situation der Lehrbeauftragten an den Berliner Hochschulen hat sich die GEW BERLIN seit etlichen Jahren mit besonderem Engagement angenommen. So war es nach 2002 gelungen, nach 15 Jahren (!!) erstmals wieder eine Erhöhung der Stundensätze durchzusetzen. 

Infos zum Herunterladen

Online-Lehre ist Mehr wert!

Die AG Lehrbeauftragte der GEW BERLIN hat im November 2011 eine Tagung zu den Aspekten der Online-Lehre und deren Auswirkungen auf die Lehrbeauftragten durchgeführt. Hier ist das daraus entstandene Diskussionspapier abrufbar. 

Änderungen Berliner Hochschulgesetz zu Lehrbeauftragten

Zu den im Juni 2011 in Kraft getretenen Änderungen des Berliner Hochschulgesetzes (BerlHG) für Lehrbeauftragte hat die GEW BERLIN einen Flyer erstellt, der unten als pdf abrufbar ist. 

Neue Vorschrift zur Bezahlung Lehrbeauftragter ab April 2008

Die Koalition von SPD und Linkspartei hat sich auf eine neue Vorschrift zur Bezahlung Lehrbeauftragter verständigt. Sie gilt ab 1.4.2008 und sichert einen Mindeststundensatz von 21,40 Euro.

Ergebnisse Umfrage Berliner Lehrbeauftragte

Gemeinsam mit dem Institut für Soziologie der FU Berlin hat die GEW BERLIN im Sommersemester 2006 eine Umfrage unter Lehrbeauftragten der Berliner Hochschulen durchgeführt. De Ergebnisse sind hier abrufbar.