GEW - Berlin
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Arbeitszeit und Beschäftigungspolitik

07.06.2000

Frühjahrs-LDV (06./07.06.2000)

Zur Durchsetzung der Rücknahme der Arbeitszeiterhöhung wird neben anderen Maßnahmen eine Kampagne zur Unterbindung von Mehrarbeit in Form von Überstunden unter dem Motto

"Keine Überstunden mehr, neue Lehrer müssen her!"

eingeleitet.

Ziel der Kampagne ist es, eine Belastung der Kolleginnen und Kollegen noch über die unerträglich hohe Pflichtstundenzahl hinaus zu verhindern.

Dazu wird als erster Schritt der Hauptpersonalrat aufgefordert, die Dienstvereinbarung zur Mehrarbeit und Überstunden - die eine generelle Zustimmung der PR auf bis zu 5 Unterrichtsstunden pro Monat (d.h. eine weitere "verdeckte" Pflichtstundenerhöhung um über 1 Stunde) vorsieht - sofort aufzukündigen.

Weiterhin werden die Gesamtkonferenzen der Schulen aufgefordert und durch Muster-Beschlussvorlagen darin unterstützt, Richtlinien zur Anordnung von Mehrarbeit zu beschließen. Diese Beschlüsse beinhalten die Regelung, dass unvermeidliche Vertretungsstunden, die von Kolleginnen und Kollegen übernommen werden, noch in der selben Woche durch Freizeitausgleich in Form von Stundenausfall (z.B. Ausfall von Randstunden in anderen Klassen) ausgeglichen werden. Dadurch ist gewährleistet, dass die wöchentliche Pflichtstundenzahl jeder einzelnen Kollegin und jedes einzelnen Kollegen nicht noch weiter erhöht wird.

Die GEW BERLIN fordert alle Schulleitungen auf, diese Gesamtkonferenzbeschlüsse sofort umzusetzen. Den Schulleitungen muss deutlich gemacht werden, dass nur auf diesem Wege eine weitere Überlastung der Kolleginnen und Kollegen vermieden wird, die sonst zu weiteren Erkrankungen aufgrund von Arbeitsüberlastungen führt.

Die Gremien der Eltern und Schüler werden über die Ziele der Kampagne umfassend informiert. Ihnen muss deutlich gemacht werden, dass der dadurch eintretende Unterrichtsausfall nicht den Lehrerinnen und Lehrern anzulasten ist, sondern allein aufgrund von nicht ausreichenden Vertretungsmitteln zu Stande kommt und eine Folge der Kürzungen im Bildungsbereich ist.