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Bedarf an sozialpädagogischen Fachkräften

09.11.2011

Landesdelegiertenversammlung vom 08./09.11.2011

Letzte Aktualisierung: 10.11.2011

Die GEW BERLIN fordert den Senat auf, eine konkrete Bedarfsanalyse für alle sozialpädagogischen Berufsfelder im Land Berlin durchzuführen und Maßnahmen zu ergreifen, um den wachsenden Bedarf an sozialpädagogischen Fachkräften im Land Berlin zu decken.

I. Bereich Erzieherinnen und Erzieher

Um Fachkräfte im Bereich der Erzieherinnen und Erzieher zu gewinnen und zu halten, fordert die GEW BERLIN:

1. Die Attraktivität des Berufes muss erhöht werden. Dies kann erreicht werden durch:

  • Angebote von unbefristeter Vollzeitarbeit,
  • Beibehaltung von Stellen im öffentlichen Dienst in allen Arbeitsbereichen (z.B. Schulsozialarbeit an den ISS),
  • Regelungen für Beschäftigten, um eine tarifgemäße Bezahlung auf dem Niveau des jeweils geltenden Tarifrechtes zu sichern,
  • Ausschöpfung der tariflichen Möglichkeiten (Öffentlicher Dienst nach TV- L § 16).

2. Die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden, z.B. durch:

  • Regelungen der mittelbaren pädagogischen Arbeit,
  • Gesundheitsvorsorge und -förderung,
  • Maßnahmen zur Arbeitsentlastung, insbesondere älterer Kolleginnen und Kollegen,
  • Personalentwicklung (Fortbildung, Aufstiegschancen, Entwicklung von qualifizierten Wiedereinstiegsmöglichkeiten).

3. Die Bedingungen der Ausbildung für den Erzieherinnenberuf in Voll- und Teilzeit müssen verbessert werden durch:

  • Qualifizierten Ausbau der Ausbildungskapazitäten an den staatlichen Fach- und Hochschulen,
  • Nutzung von Möglichkeiten zur Ausbildungsförderung,
  • keine 100%ige Anrechnung auf den Personalschlüssel während der berufsbegleitenden Ausbildung,
  • Start eines Modellprojektes zur Veränderung der Ausbildung hin zur gemeinsamen durchlässigen Ausbildung im Elementar- und Primarbereich.

Die GEW BERLIN nimmt dazu Gespräche mit dem Berliner Senat auf. Um sinnvolle Handlungsmöglichkeiten gegen den Fachkräftemangel zu entwickeln, schlägt die GEW BERLIN vor, dass unter Federführung der zuständigen Senatsverwaltung eine landesweite Arbeitsgruppe unter Einbeziehung der Gewerkschaften eingerichtet wird.

In der jetzigen Bestandsaufnahme muss auch der schon jetzt erfolgte Einsatz von Nicht-Fachkräften berücksichtigt werden. Die GEW BERLIN kritisiert den verstärkten Einsatz von Nicht- Fachkräften und die Einführung der Nichtschüler-Prüfung und fordert den Senat von Berlin auf, diese Maßnahmen zurück zu nehmen. Die GEW BERLIN lehnt eine Veränderung von gesetzlichen Regelungen (z.B. Kindertagesförderungsgesetz, Kindertagesförderungsverordnung) ab, die eine weitere Öffnung für Nicht-Fachkräfte zulassen.

Die GEW BERLIN organisiert weiterhin eine breite Diskussion innerhalb der Mitgliedschaft und Veranstaltungen, die sich mit der Fachkräftesituation der Erzieherinnen und Erzieher beschäftigen.

II. Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen

Um dem Fachkräftemangel und dem erweiterten Aufgabenspektrum im Bereich der SozialpädagogInnen und SozialarbeiterInnen bei öffentlichen (z.B. ASD der Jugendämter) und freien Trägern zu begegnen, fordert die GEW BERLIN:

1. Die Attraktivität des Berufes muss erhöht werden. Dies kann erreicht werden durch:

  • Angebote von unbefristeter Vollzeitarbeit,
  • Beibehaltung von Stellen im öffentlichen Dienst in allen Arbeitsbereichen (z.B. Schulsozialarbeit an den ISS),
  • Regelungen für Beschäftigte, um eine tarifgemäße Bezahlung auf dem Niveau des jeweils geltenden öffentlichen Tarifrechtes (Angleichungstarifvertrag Land Berlin) zu sichern.

2. Die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden, z.B. durch:

  • Gesundheitsvorsorge und -förderung,
  • Maßnahmen zur Arbeitsentlastung,
  • Personalentwicklung (Fortbildung, Unterstützungssysteme).

Die GEW BERLIN fordert den Senat von Berlin auf, dafür Sorge zu tragen, dass öffentliche Aufträge vom Land und den Bezirken nur an die Träger vergeben werden, die ihre Beschäftigten entsprechend dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes entlohnen.

Die Forderungen der GEW BERLIN werden mit den Mitgliedern und den politisch Verantwortlichen diskutiert. Begleitende Aktionen werden organisiert.