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Entwicklung der Berliner Ganztagsschule

08.06.2007

Landesdelegiertenversammlung vom 07./08.06.2007

Letzte Aktualisierung: 08.06.2007

 


 

Entwicklung der Berliner Ganztagsschule

Die GEW BERLIN sieht die Entwicklung der Schulen in Ganztagsform äußerst kritisch. Es wird zunehmend deutlich, dass ein konzeptionell sinnvoller Ausbau der Schulen in Ganztagsschulen durch vielfältige Verschlechterungen behindert bzw. verhindert wird. Dies trifft sowohl die Ganztagsschulen in gebundener als auch die in offener Form.

  • Mit Einführung der neuen Ganztagsschulen verbunden war die Anwendung eines veränderten Berechnungsschlüssels für die ErzieherInnen. Dies führte an den gebundenen Ganztagsschulen dazu, dass in vielen Fällen ein Dritten und mehr aller ErzieherInnen in den Überhang kamen. An den offenen Ganztagsschulen waren durch die Modulberechnung von Beginn an zu wenige ErzieherInnen eingeplant. Die notwendige Verzahnung von Unterrichts- und Erziehungsarbeit war dadurch erschwert bzw. unmöglich gemacht.
  • Die hoch gelobte Rhythmisierung, die die zeitliche Gestaltung eines Schultages eigentlich nach den Bedürfnissen der Kinder ausrichten soll, in dem sich Phasen von Unterrichtsarbeit, kreative Erziehungszeiten und Erholungszeiten abwechseln, entpuppt sich bei näherer Betrachtung und Berechnung als Sparmodell. Entweder LehrerInnen oder EzieherInnen sollen "am Kind" arbeiten, aber keinesfalls gemeinsam.

Die Belastungen der LehrerInnen und ErzieherInnen haben sich durch viele neue Anforderungen wie z.B.
- neue Formen der Kooperation
- Entwickeln neuer Inhalte für den Unterrichts- und Erziehungsbereich
- koordinierte Elternarbeit

in Bezug auf Dauer und Intensität deutlich erhöht.

· Die räumlichen Bedingungen sind in vielen Schulen katastrophal. Doppelnutzung ist die Regel. Viele Schulen erhielten einzelne
  Räume für den Ganztagsbereich, die völlig überfüllt sind. In einigen Schulen gibt es keine Mensa, so dass das Essen in den
  Klassen eingenommen werden muss.

· Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg werden die finanziellen Mittel für den gebundenen Ganztagsbereich für das Schuljahr
  2007/2008 um zwei Drittel gekürzt.

Die GEW BERLIN fordert:

· Eine deutliche Reduzierung der Pflichtstunden von Lehrkräften,.
· Eine spürbare Verbesserung der Personalausstattung mit PädagogInnen, d.h.

- Rücknahme des Berechnungsschlüssels für ErzieherInnen an Ganztagsschulen, Anwendung des alten     
   Schlüssels (pro 20 Kinder eine ErzieherIn)
- In der VHG eine Verdoppelung der Personalbemessung mit ErzieherInnen,
- Eine verbesserte Leitungsfreistellung
- Erhöhung der Vertretungsreserven auf 10 %.

· Eine deutliche Verbesserung der Raumausstattung,

· Eine Sicherung der finanziellen Mittel für die Ganztagsschulen auf der bisherigen Berechnungsgrundlage

· Die Einführung von veränderten Arbeitszeitgestaltungen ausschließlich als wissenschaftlich begleitete Modellerprobung auf
  freiwilliger Basis im Ganztagsbetrieb.