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Positionierung der GEW BERLIN zur Zusammenarbeit mit Teach-First Deutschland

26.11.2009

Landesdelegiertenversammlung vom 26.11.09

Die GEW BERLIN betrachtet die "Teach First Deutschland gemeinnützige GmbH" (TFD) als eine Initiative, die das Eindringen privatwirtschaftlicher Interessen in das öffentliche Bildungswesen befördert und lehnt deren Einsatz in der Berliner Schule ab.

Darüber hinaus sieht die GEW BERLIN auch aus folgenden Gründen keine Möglichkeit für eine Zusammenarbeit mit TFD.

  • Aus den Veröffentlichungen von TFD sowie aus den Verlautbarungen ihrer Sponsoren und Unterstützer wird deutlich, dass eine Verbesserung des Schulsystems zu mehr "Chancengerechtigkeit"
    - mit "Impulsen der Unternehmer",
    - im "Dialog mit Führungskräften aus der Wirtschaft",
    - in der "Wandlung des Schulleiters vom obersten Pädagogen zum  Unternehmensführer",
    - in "enger Kooperation mit unseren Partnerunternehmen",
    - in der eigenen Qualifikation als "zukünftige Entscheider" "für Führungsaufgaben im
    Bildungswesen und im Privatsektor"
    erfolgen soll.
  • Gerade in sozialen Brennpunktschulen werden weniger FachwissenschaftlerInnen (z.B. aus den Bereichen Jura oder BWL) benötigt, als vielmehr pädagogische ExpertInnen, die von Unterrichten, Erziehen, Fördern und Integrieren etwas verstehen. Das von TFD aufgelegte 6-wöchige Kurzprogramm wird dem nicht gerecht, sondern unterminiert pädagogische Qualifikationsstandards.
  • Bei den Einstellungsverfahren hat sich gezeigt, dass die Beteiligungsrechte der Personalvertretungen weitgehend umgangen und ausgehebelt werden sollen.
  • Die Mittel für die Personalkostenbudgetierung sind nicht dazu da, künftigen Führungskräften und Managern den Abenteuerspielplatz zur Entwicklung ihrer "Social Skills" und ihrer Kompetenz in "Leadership" zu finanzieren, sondern sie sind zur Abdeckung von Vertretungsunterricht vorgesehen.

Die GEW BERLIN bekräftigt, dass es eine staatliche Aufgabe ist, die Schulen ausreichend mit voll ausgebildeten, unbefristet eingestellten und dementsprechend bezahlten Lehrkräften auszustatten, um eine optimale Förderung aller Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und familiären Situation, zu gewährleisten.

Die GEW BERLIN fordert den Berliner Bildungssenator auf, die Zusammenarbeit mit Teach First Deutschland zu beenden und den Schulen die Möglichkeit zu geben, die ca. 900.000 €, die jährlich für die Beschäftigung von 30 fellows zur Verfügung gestellt werden sollen, für die dauerhafte Beschäftigung von Lehrkräften zu nutzen.

Die GEW BERLIN erwartet, dass die Personalräte im Schulbereich alle Möglichkeiten nutzen, um an Stelle der Eingliederung von fellows eine dauerhafte Beschäftigung von ausgebildeten Lehrkräften zu erreichen. Auf Grundlage einer umfassenden Information zu den Zielen von TFD soll die Diskussion mit den Beschäftigten in den Schulen geführt und für die Unterstützung der Position der GEW BERLIN geworben werden.

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