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Schulpolitische Positionen der GEW BERLIN

23.05.2012

Landesdelegiertenversammlung vom 22./23.05.2012

Die GEW BERLIN bekräftigt ihre Forderung nach weiteren Veränderungen und Verbesserungen in den Schulen für SchülerInnen und PädagogInnen.

Die GEW BERLIN setzt sich für Inhalt und Organisation eines demokratischen Schulwesens ein, das beim Zugang zu Bildung und Ausbildung dem sozialen Auseinanderdriften entgegenwirkt. Dafür müssen die Durchlässigkeit der Bildungsgänge gewährleistet sein und Schulabschlüsse je nach individuellen Fortschritten machbar werden. Die GEW BERLIN sieht diese Ziele am besten durch "Eine Schule für alle" gewährleistet und umsetzbar.

Das Recht jedes Kindes und Jugendlichen auf Förderung seiner individuellen und sozialen Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit muss gewährleistet sein. Das schließt die Befähigung zum organisierten politischen Handeln und zur solidarischen Interessenvertretung ein.

Zum Erreichen der Forderungen und Ziele muss es substanzielle Verbesserungen der finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen geben. Sie sind Grundvoraussetzung, damit Schule sich als Ort, der für demokratische Erziehung steht, soziales Lernen fördert und hohe fachliche Qualifikation ermöglicht, glaubwürdig weiter entwickeln kann.

Die GEW BERLIN macht deutlich, dass sie für den Dialog mit den politisch Verantwortlichen als Expertin im Bereich der Bildung bereit steht. Veränderungen und Reformen der Berliner Schule bedürfen des Blickes aus der Praxis. Die GEW BERLIN und ihre Mitglieder setzen deshalb auf einen kommunikativen und transparenten Weg bei der Weiterentwicklung der Berliner Schule. Dabei wird die GEW BERLIN die Politik der Bildungssenatorin und der Koalition kritisch-konstruktiv begleiten.

Die GEW BERLIN setzt sich für folgende grundsätzliche Ziele ein:

  • für langes gemeinsames Lernen und deshalb den uneingeschränkten Erhalt der sechsjährigen Grundschule,
  • für den weiteren Ausbau der Gemeinschaftsschulen sowie die pädagogische und organisatorische Weiterentwicklung der Integrierten Sekundarschulen,
  • für das Ziel eines eingliedrigen Sekundarschulsystems; im aktuellen Übergangszeitraum, in dem Gymnasien neben ISS als Oberschulen Bestand haben, muss ebenfalls die Einzelschule ins Blickfeld genommen und die besonderen Bedingungen aus der sozialen Zusammensetzung der Schülerschaft berücksichtigt werden,
  • für ein flächendeckendes Angebot gebundener Ganztagsschulen,
  • für eine Schule, die Lern- und Lebensort von Kindern und Jugendlichen ist, die Heterogenität der Zusammensetzung der Berliner Schülerschaft anerkennt und pädagogisch nutzt und die darüber hinaus einen gesunden Schulalltag ermöglicht,
  • für eine deutliche Frequenzsenkung in allen Klassen als Voraussetzung für die individuelle Förderung jeder Schülerin und jeden Schülers,
  • für deutliche Ausstattungsverbesserungen, zusätzliche Unterstützungssysteme und Entlastungen für die PädagogInnen an Schulen in benachteiligten Gebieten und mit schwieriger Schülerschaft,
  • für eine differenziertere Ausstattung der Einzelschule in Ergänzung zu den Zumessungsrichtlinien, die sich am speziellen Bedarf und der konkreten Situation orientiert und eine Mittelzuweisung ermöglicht, die gerade vor dem Hintergrund der verstärkten Betonung der Eigenverantwortung der Schule die speziellen Bedingungen der Einzelschule berücksichtigt,
  • für eine verbesserte Kooperation zwischen den Einrichtungen und AkteurInnen an den Schnittstellen der Bildungskarrieren, also zwischen Elementar- und Primar-, Primar- und Sekundarbereich, zwischen Sekundarbereich und weiterführenden Qualifikationen in der beruflichen Bildung und an den Hochschulen,
  • für die gleichberechtigte Einbeziehung der Sozialpädagogik und der sozialpädagogischen Fachkräfte in die schulische Arbeit,
  • für eine konsequente Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in der Berliner Schule, die nicht dem Gebot der Kostenneutralität folgt, sondern die die inklusive Schule möglich macht,
  • für die interkulturelle Erziehung als durchgängiges Prinzip in allen Schulen, angefangen bei den Rahmenlehrplänen, die der Einwanderungsgesellschaft gerecht werden,
  • für die Förderung der Mehrsprachigkeit aller Kinder und Jugendlichen,
  • für die kostenlose Bereitstellung der Lehr- und Lernmittel, inkl. der Pflege und Wartung von modernen Unterrichtsmedien,
  • für die Herstellung und Ausstattung der Schulgebäude und Schulgelände entsprechend den pädagogischen Anforderungen, um eine reizvolle, vielfältige, forschende, bildungsanregende und angstfreie Lernatmosphäre bereitzustellen,
  • für eine LehrerInnen-Ausbildung, die den Veränderungen, neuen Aufgaben und Erwartungen an die Berliner Schule entspricht,
  • für den bedarfsgerechten Ausbau der Fort- und Weiterbildung zur Umsetzung der notwendigen Veränderungsprozesse und Reformen der Berliner Schule sowie für die Schul- und Unterrichtsentwicklung,
  • für den Erhalt und die Stärkung des dualen Ausbildungssystems,
  • für den Erhalt und Ausbau schulpsychologischer Beratung.
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