GEW - Berlin
Du bist hier:

Sofortige Rücknahme der Kürzungen in der Schulsozialarbeit und Sicherung einer Basisausstattung an allen Schulformen

05.11.2013

Die GEW BERLIN fordert die politisch Verantwortlichen auf, Reformprozesse konsequent durch politische Entscheidungen voranzubringen. Das heißt, sollen Schulen Lern- und Lebensort sein, inklusiv vorangebracht werden und als Ganztagsschulen funktionieren, wird Heterogenität als Normalität akzeptiert, werden SchülerInnen als Kinder, Jugendliche und Heranwachsende in Schule angesehen, gehören sozialpädagogische Fachkräfte unabdingbar und unabhängig von Quoten für Kinder nicht deutscher Herkunftssprache oder aus Armutsverhältnissen dazu. Sozialarbeit muss fester und regulärer Bestandteil bei der Personalbemessung von Schule werden.

Die GEW BERLIN fordert in diesem Kontext das Abgeordnetenhaus von Berlin auf, die Streichung von insgesamt 19 Stellen von schulbezogener Sozialarbeit in sieben Bezirken zurückzunehmen und die dafür notwendigen Mittel in den Haushalt 2014 / 2015 einzustellen.

Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses wird aufgefordert, in seiner Sitzung am 06.11.2013 den Haushaltsentwurf entsprechend zu korrigieren.

Die LDV fordert darüber hinaus die politisch Verantwortlichen auf, jegliche Kürzungen in der Schulsozialarbeit sofort zurückzunehmen und die Einführung der Schulsozialarbeit an allen Schulformen wie geplant und unter Berücksichtigung der folgenden Kriterien fortzuführen:

a) Basisausstattung im Sekundarbereich mit mindestens einer unbefristeten sozialpädagogischen Fachkraft-Vollzeitstelle pro Jahrgang mit den seit
Jahrzehnten bewährten Arbeitsschwerpunkten (laut Senats-Rundschreiben von 1976):

  1. Beratung (z. B. Beziehungs-, Interventionsarbeit, soziales Lernen)
  2. Ergänzende Angeboten für Freizeit-, Demokratie-, Streitschlichter-Unterstützung)
  3. Kooperation / Vernetzung mit anderen Institutionen / Organisationen
    (z. B. mit Jugendamt, Kooperationspartnern der Jugendhilfe und Jugendprojekten)

Eine Kapitalisierung dieser Basisausstattung muss ausgeschlossen werden.

b) Eine Schule – ein Kollegium
Schrittweise Umwandlung der Mittel für freie Träger in regelfinanzierte Stellen im Haushaltsplan und Überführung der Kolleginnen und Kollegen in den Öffentlichen Dienst.

c) Sicherstellung des Ganztags- und sozialpädagogischen Bereichs
durch die umgehende öffentliche Ausschreibung freier Stellen und die Schaffung von Vertretungsmöglichkeiten

Die LDV fordert die entsprechenden GEW-Gremien und –Funktionäre auf, sich für eine Stärkung dieses Bereichs einzusetzen, denn das sind wesentliche Gelingensbedingungen für die pädagogische Arbeit in multiprofessionellen Teams.