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Schwerpunkt "Ankommen nach der Flucht"

Ankommen nach der Flucht

Als wir letztes Jahr den Themen-Schwerpunkt »Geflüchtete in Berlin« planten, hatten wir nicht erwartet, dass sich die Veröffentlichung mit einem Krieg in Europa überschneiden könnte. Unsere Planung begann somit von einem anderen Ausgangspunkt. Damals erschien uns das Thema Wohnen ein interessanter Aspekt im Kontext von Flucht zu sein. Insbesondere natürlich mit Blick auf die seit dem Jahr 2015 nach Berlin gekommenen Geflüchteten.

Foto: Adobe Stock

Dann begann die Invasion der russischen Armee in der Ukraine. Die Zahl der Opfer nimmt täglich zu und tausende Menschen sehen sich gezwungen zu fliehen. Dabei zeichnet sich ab, dass das Thema Wohnen immer brisanter werden wird, denn der Wohnungsmarkt hat sich in Berlin verschärft und besonders für Geflüchtete stehen die Chance auf eine eigene Wohnung schlecht. Viele von ihnen verbringen lange in sogenannten Gemeinschaftsunterkünften, Tempohomes oder modularen Unterkünften. Damit verbunden sind andauernde Prekarität und Abhängigkeit. Die Verletzlichkeit dieser Situation zeigt sich aktuell da besonders deutlich, wo Geflüchtete aus anderen Herkunftsländern überstürzt Unterkünfte räumen müssen, um Platz für Menschen aus der Ukraine zu machen. In Berlin war dies bei einer Unterkunft in Reinickendorf der Fall. Selbstverständlich unterstützen wir die schnelle und unbürokratische Unterbringung von Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen. Unsere Solidarität gilt allen Geflüchteten. Die Ungleichbehandlung von Zuflucht suchenden Menschen, die sich gerade an verschiedenen Stellen abzeichnet, lehnt die GEW BERLIN grundsätzlich ab.

Mit diesem Titel widmen wir uns den speziellen Wohnformen für Geflüchtete. Wie die Lage in der Ukraine im Mai, zum Erscheinen der Zeitschrift, aussieht können wir zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe Mitte März nicht absehen. Die Autor*innen haben sich bemüht, die schlimmen Neuigkeiten des Kriegs in der Ukraine kurzfristig in ihre Artikel einzubinden. Dafür danken wir ihnen.

Die vorliegenden Artikel zeigen jedoch alle sehr deutlich, wie schwierig es für Geflüchtete ist, in Berlin ein dauerhaftes Zuhause zu finden.

Kontakt
Markus Hanisch
Geschäftsführer und Pressesprecher