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Tendenzen

Geflüchtet und kein Abschluss

Der Verein »Back on Track« hilft, unterbrochene Bildungsverläufe aufzufangen und bietet Mentoring in der Erstsprache.

Foto: IMAGO

Ende 2015 trafen sich in einem Berliner Café sieben geflüchtete Akademiker*innen, um ein Unterstützungskonzept für syrische Schüler*innen zu entwerfen, die durch Krieg und Flucht große Bildungsunterbrechungen kompensieren mussten. Schnell war klar: Ohne Engagement aus den Reihen der Geflüchteten selbst würden viele Kinder auf der Strecke bleiben. Dies war die Geburtsstunde des Back on Track e.V., der 2016 gegründet wurde und jetzt in der Strese­mann­­straße 21 am Halleschen Tor zu finden ist.

Die Ausgangsfrage war: Was brauchen Kinder und Jugendliche, um ihre Lernrückstände aufarbeiten zu können? Die Antwort war: Mentoring in der Muttersprache, einen ressourcenorientierten Blick und die Ermutigung, im eigenen Rhythmus lernen zu können.

Mit diesem Ansatz setzt Back on Track sogenannte Lerntreffen für Kinder von 6 bis 15 Jahren um. Seit 2019 gibt es auch Angebote für ältere Jugendliche und junge Erwachsene. Inzwischen arbeitet der Verein mit arabischsprachigen, afghanischen und ukrainischen Jugendlichen, steht aber grundsätzlich allen Sprachen und Ethnien offen.

 

Die Kompetenzen der Kinder in den Blick nehmen

 

Das derzeit laufende Jugendprojekt »Jugend aktiv in Bildung und Beruf« hat im Juli 2023 begonnen und läuft bis Juli 2025. Die Zielgruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene von 15 bis 27 Jahren, die sich auf einen Schulabschluss vorbereiten. Gefördert von der Lottostiftung des Landes Berlin umfasst es muttersprachliches Mentoring, Crashkurse in den Schulferien sowie Bildungs- und Sozialberatung.

Zusätzlich wäre es für die Schüler*innen natürlich toll, wenn sie in der Schule auftauchende Fragen direkt klären könnten. Hier kommen die Buddies ins Spiel: Mitschüler*innen, die sich vorstellen können, den*die Mentee zu unterstützen.

Der Ablauf: Da die Lehrkräfte den besten Überblick darüber haben, wer als Buddy und wer als Mentee in das Buddy-Programm passt, setzen sie die Lernpaare oder Gruppen zusammen. Anschließend kontaktieren sie unsere Bildungsberaterin und organisieren ein Treffen für die Buddies in unserem Büro. In einem Kennenlerntreffen, das im Büro von Back on Track stattfinden, klären unsere Kolleg*innen die Buddies über den Ablauf des Programms auf. Dann können die Buddy-Paare mit dem Lernen beginnen, am besten nach dem Unterricht direkt in den Schulräumen.

In den zusätzlich angebotenen Buddy­Workshops lernen die Buddies die Grundlagen des Mentorings und können Fragen zum Programm stellen. Die Benefits: Nach der Teilnahme am Buddy-Programm kann ein Teilnahmezeugnis ausgestellt werden. Außerdem werden die Lernstunden für Buddies mit einer Ehrenamtspauschale vergütet.

 

Eltern als Verbündete gewinnen

 

Auch Eltern spielen bei Back on Track eine große Rolle. Oft werden sie als Fachleute für die Belange ihrer Kinder übersehen. Deshalb bietet der Verein auf Anfrage auch Workshops an, in denen sich Lehrkräfte und migrierte Eltern besser kennenlernen können.

Außerdem können sich die Eltern von der Bildungsberaterin und der Sozialarbeiterin im Hinblick auf Bildungs- und Erziehungsfragen beraten lassen.

Ein neues Feld, auf das sich der Verein 2023 begeben hat, ist die Elterngremienarbeit. Als Regionalstelle Berlin im bundesweiten Projekt »Partizipation von Eltern aus Drittstaaten fördern« (PartEl) wird Back on Track in diesem Jahr Multiplikator*innen schulen, die migrierte Eltern zur Mitarbeit in Schulgremien ermutigen wollen. Träger des aus EU-Mitteln geförderten Projektes ist das Bundeselternnetzwerk für Bildung und Teilhabe. Auch hier freut sich der Verein über Anfragen.

 

Bildungsberaterin: polina.yakusheva(at)backontrackev(dot)org;

PartEl-Ansprechpartnerin: regionalstelle-berlin(at)bundeselternnetzwerk(dot)de

 

Mehr Informationen: backontrackev.org

Kontakt
Markus Hanisch
Geschäftsführer und Pressesprecher
Privat:  030 / 219993-46