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TV Gesundheitsschutz

GEW BERLIN ruft erneut zum Warnstreik für kleinere Klassen auf

Mit einem Tarifvertrag für kleinere Klassen wären wir heute nicht in der katastrophalen Situation, über 1.000 Lehrkräfte-Stellen nicht besetzen zu können. Beteiligt Euch zahlreich am Warnstreik am 29. Juni.

Fast 3.000 Lehrkräfte ließen sich vom politischen und medialen Widerstand nicht beeindrucken und legten am 7. April die Arbeit nieder. Viele Gespräche und selbstgebastelte Schilder zeigten: Die Forderung nach kleineren Klassen hat bei den Beschäftigten einen Nerv getroffen. Foto: Christian von Polentz

Streikaufruf

für die tarifbeschäftigten Lehrkräfte, Sozialpädagog*innen und Schulpsycholog*innen an den staatlichen Schulen des Landes Berlin, die unter den Geltungsbereich des TV-L fallen

Wir fordern den Abschluss eines Tarifvertrages zum Gesundheitsschutz, in dem das zahlenmäßige Verhältnis von Schüler*innen zu Lehrkräften, Sozialpädagog*innen und Schulpsycholog*innen tariflich geregelt wird. Durch eine Verkleinerung der Klassengrößen und eine Festlegung dieses zahlenmäßigen Verhältnisses von Lehrkräften, Schulpsycholog*innen und Sozialpädagog*innen zu Schüler*innen soll eine geringere Arbeitsbelastung erreicht und damit zum Gesundheitsschutz der Beschäftigten beigetragen werden. Da der Finanzsenator sich noch immer weigert, hierzu mit uns Gespräche aufzunehmen, ist es notwendig, mit dem Mittel des Arbeitskampfes Druck auf den Arbeitgeber auszuüben.

Wir treffen uns am Mittwoch, 29. Juni 2022, um 10 Uhr zu einer Demonstration auf dem Dorothea-Schlegel-Platz in 10117 Berlin, S-Bahnhof Friedrichstraße. Die Abschlusskundgebung beginnt um ca. 12 Uhr vor dem Roten Rathaus.

Mit einem Tarifvertrag für kleinere Klassen wären wir heute nicht in der katastrophalen Situation, über 1.000 Lehrkräfte-Stellen nicht besetzen zu können. Der Verweis auf zu wenig Personal führt seit Jahren immer nur zu weiteren Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen und der Bildungsqualität. Wir brauchen eine Schubumkehr: Kleinere Klassen für mehr Entlastung. Bessere Arbeitsbedingungen sind das beste Mittel gegen Fachkräftemangel.

Seit Jahren nur den Mangel zu verwalten, ist zu kurz gesprungen. Verantwortungsvolle Politik muss den Einstieg in Verbesserungen jetzt verbindlich mit uns vereinbaren. Wollen wir die Fachkräfte von morgen für unsere Schüler*innen gewinnen, braucht es heute eine echte, verlässliche Perspektive für Arbeitsentlastung. Wir wollen Gesundheitsschutz, wir wollen Arbeitsentlastung und kleiner Klassen. Das gibt es nur mit einem Tarifvertrag für kleinere Klassen.

Im Juni 2021 hat die GEW BERLIN erstmals zu Verhandlungen über einen TV Gesundheitsschutz aufgefordert. Im Januar 2022 hat die GEW dann den neuen Finanzsenator Daniel Wesener (Grüne) zu Gesprächen über einen Tarifvertrag Gesundheitsschutz aufgefordert. Eine Befragung der GEW unter angestellten Lehrkräften an Berliner Schulen hat gezeigt, dass die Klassengröße die wirksamste Stellschraube bei der Senkung der Arbeitsbelastung ist: Weniger Lärm, weniger Vor- und Nachbereitung, weniger Korrekturaufwand. In kleineren Klassen bleibt mehr Zeit für die Kernaufgaben von Lehrkräften: Unterricht, Beziehungsarbeit, individualisierte Förderung.

Kontakt
Anne Albers
Leitung Vorstandsbereich Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik
Telefon:  030 / 219993-31
Kontakt
Udo Mertens
Leitung Vorstandsbereich Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik
Telefon:  030 / 219993-31