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Recht & Tarif

»Gewerkschaft und Personalrat gehören zusammen«

Im Herbst werden die Interessenvertretungen im öffentlichen Dienst neu gewählt. Drei Vorsitzende von Personalräten im Schulbereich stellen sich und ihre Arbeit vor.

In allen 13 Regionen und im Gesamtpersonalrat (GPR) ist die GEW BERLIN die mit Abstand stärkste Kraft in den Beschäftigtenvertretungen. Derzeit werden auf Mitgliederversammlungen die Wahllisten der GEW aufgestellt. Die Gewerkschaft hat eine große Verantwortung, die kompetente Arbeit der Personalräte und Frauenvertreterinnen weiterhin abzusichern und auszubauen. Zentrale Positionen sind dabei die Vorsitzenden der örtlichen Personalräte (PR) und des Personalrats der zentral verwalteten und berufsbildenden Schulen (PRzbS). Sie tragen die Gesamtverantwortung für die Verteidigung der Rechte von jeweils mehreren tausend Beschäftigten.

 

Foto: Fotostudio Charlottenburg

Ralf Böttcher, Vorsitzender des PR Spandau

 

Wie bist du PR-Vorsitzender geworden?

 

Als vor einem Jahr unsere langjährige Vorsitzende in den Vorstand des GPR gewechselt ist, hat sich unser Gremium entschieden, mir den verantwortungsvollen Posten des Vorsitzes zu übertragen. Personalratsarbeit ist immer Gremienarbeit, es gibt keine einsamen Entscheidungen. Wichtig ist, dass der Vorsitzende die Gremiumspositionen repräsentiert und so machtvoll wie es das Personalvertretungsgesetz (PersVG) hergibt, die Interessen der Beschäftigten vertritt.

 

Welchen besonderen Erfolg habt ihr in der laufenden Wahlperiode erzielt und was habt ihr euch für die kommende Wahlperiode vorgenommen?

 

Einer unserer Erfolge war die breitere Außenwirkung durch unsere umfassende Homepage. Dieser Service wird von vielen Kolleg*innen sehr geschätzt. Da eine erhebliche Anzahl sehr erfahrener Gremiumsmitglieder ausgeschieden ist, wird in der nächsten Wahlperiode die professionelle Einarbeitung der Neuen die große Herausforderung sein. Außerdem gibt es immer den Anspruch, die hohen Standards, die wir erreicht haben, aufrecht zu erhalten.

 

Was muss sich an Schulen dringend ändern?

 

Die Personalsituation, die Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen, die Bewegungsmöglichkeiten der Schulen und Schulleitungen müssen so entwickelt werden, dass die Tätigkeiten der Pädagog*innen Traumberufe werden und sich Kolleg*innen nichts Schöneres vorstellen können, als in Funktions- und Schulleitungsstellen zu arbeiten.

 

Was würdest du gerne an Personalratsarbeit ändern?

 

Ich wünsche mir starke GEW-Betriebsgruppen an unseren Schulen und viele Kolleg*innen, die sich um Listenplätze für die PR-Wahlen bewerben, um zu einem personell stark ausgestatteten Gremium zu kommen. Nach meinen persönlichen Erfahrungen ist die PR-Arbeit seit 12 Jahren für mein Berufsleben immer eher eine Bereicherung als eine zusätzliche Belastung gewesen.

 

Warum sollten Beschäftigte bei den Wahlen im Herbst die GEW-Listen wählen?

 

Unsere Gewerkschaft ist die durchsetzungsmächtigste Lobby der Interessen der an Schule tätigen Berufsgruppen. Ohne starke GEW-Fraktionen in den Personalräten würde es mit der Wächter- und Kontrollfunktion und der demokratischen Interessenvertretung im Bereich der Senatsverwaltung traurig aussehen.

 

Bitte ergänze folgenden Satz:

 

Öffentlicher Dienst in Berlin… hat starke Beschäftigte, die unter teils widrigen Bedingungen dafür sorgen, dass die Stadt leidlich funktioniert.

 

Foto: Fotostudio Charlottenburg

Tamara Gerth, Vorsitzende des PR der zentral verwalteten und berufsbildenden Schulen

 

Wie bist du PR-Vorsitzende geworden?

 

Ich wurde vor zwei Jahren Vorsitzende des PRzbS. Vorher hatte ich mich bereits eine längere Zeit in sehr viele Sachgebiete der Personalratsarbeit eingearbeitet und habe mir dadurch einen Überblick erworben. Ich finde es wichtig, dass in einem stark von Frauen geprägten Bereich eine Frau eine solche Funktion ausübt.

 

Was kannst du in deiner Position für die Beschäftigten bewirken?

 

Ich erfahre die Bestätigung, vieles für unsere Beschäftigten in ihrem Sinne erkämpfen zu können. Wir bringen regelmäßig Sachverhalte auf das Tableau, die entweder für eine Berufsgruppe oder größere Gruppe von Beschäftigten geklärt werden müssen oder versuchen – in teilweise zähen Verhandlungen mit der Dienststelle – Einzelangelegenheiten von Beschäftigten in ihrem Sinne zu beeinflussen. Gerade in unserem Personalrat spiegelt sich die »bunte Welt« des Arbeitslebens wider, sei es bei der grundsätzlichen Eingruppierung eines Schulhallenwarts bis hin zum Arbeits- und Gesundheitsschutz bei umfassenden Baumaßnahmen.

 

Was muss sich an Schulen dringend ändern?

 

Immer mehr Schul- und Abteilungsleitungen unserer großen OSZ verstehen sich als Verwaltungsmenschen. Es wird nicht auf Augenhöhe mit den Kolleg*innen kommuniziert. Zusammen mit dem Mangel an Lehrkräften und auch unterrichtsnah Beschäftigten führt das dazu, dass sich viele Kolleg*innen allein gelassen fühlen und Schulentwicklung auf der Strecke bleibt. Dieser Kommunikationsstil muss sich dringend ändern.

 

Was würdest du gern an der PR-Arbeit ändern?

 

Unser Kerngeschäft ist die Beratung der Kolleg*innen. Wir vermitteln bei Konflikten, stehen kranken Beschäftigen bei, erfahren viel von Problemen, Sorgen und Nöten. Es wäre wünschenswert, dass auch Menschen im Personalrat Angebote wie Supervision nutzen können. Mit der Ressource Beschäftigter muss achtsam umgegangen werden.

 

Warum sollten Beschäftigte bei den Wahlen im Herbst die GEW-Listen wählen?

 

GEW und Personalratsarbeit gehören zusammen wie Herz und Verstand! Es ist unerlässlich, sich gegenüber dem Dienst­herrn, der Verwaltung und der Politik gegen steigende Belastungen und Arbeitsverdichtung, für eine bessere Personalausstattung und für Vergütungs- und Besoldungserhöhungen einzusetzen. In unserem Personalrat ist es Tradition, intensiv Gewerkschaftsarbeit zu unterstützen.

 

Bitte ergänze folgenden Satz:

 

Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Behörde ist… gesetzlich festgeschrieben und sollte nicht nur einseitig von der Behörde erwartet, sondern ausgewogen zwischen allen Beteiligten gelebt werden.

 

Foto: Fotostudio Charlottenburg

Annekathrin Pester, Vorsitzende des PR Lichtenberg

 

Warum bist du Vorsitzende eines Personalrats?

 

Seit meiner Tätigkeit als Lehrerin an Berliner Schulen ab 1994 bin ich aktives GEW-Mitglied und habe mich für meine Kolleg*innen engagiert und eingesetzt. Die Zusammenarbeit mit meinen PR-Kolleg*innen ist kollegial, vielfältig und bereichernd. Wir unterstützen uns gegenseitig sehr. Es macht mir große Freude, den Vorsitz eines so tollen Teams inne zu haben und gemeinsam immer wieder etwas zu erreichen.

 

Was kannst du in deiner Position für die Beschäftigten bewirken?

 

Täglich beraten wir Kolleg*innen zu Problemen in der Kommunikation, Fragen zu Mehrarbeit, Teilzeit, Ruhestand, Verbeamtung, Eingruppierung, Umsetzung und vielen weiteren Themen. Wir sind auch Seelsorge- und Kummertelefon.

 

Was muss sich an Schulen dringend ändern?

 

Wir brauchen dringend mehr ausgebildete Kolleg*innen, mehr Räumlichkeiten, eine Behebung des Sanierungsstaus. Außerdem fehlt es an der Unterstützung durch zusätzliches Personal wie Psycholog*innen, Sozialpädagog*innen, Krankenpfleger*innen, IT-Spezialist*innen, wenn die Schule weiterhin so viele Aufgaben neben dem Unterricht übernehmen soll. Auch sollten die Grundschulen den Oberschulen im Hinblick auf die Ausstattung mit Funktionsstellen und Poolstunden angeglichen werden, für die Umsetzung der Inklusion müssen endlich echte Voraussetzungen geschaffen werden, es braucht einen Betreuungsschlüssel für die Erzieher*innen, ich weiß gar nicht wo ich anfangen und aufhören soll.

 

Was würdest du gern an der PR-Arbeit ändern?

 

Die PR-Arbeit ist immer umfangreicher und vielschichtiger geworden. Im Zeitalter der Digitalisierung wünsche ich mir auch für den PR eine adäquate Ausstattung mit qualitativ und quantitativ ausreichendem Equipment. Das neue Zeitalter hat bei uns noch nicht Einzug gehalten.

 

Warum sollten Beschäftigte bei den Wahlen im Herbst die GEW-Listen wählen?

 

Die GEW ist die Gewerkschaft im Bildungsbereich, die sich aktiv für die Interessen unserer Beschäftigten engagiert. Wir sind viele, wir sind gut organisiert, wir schulen unsere Mitglieder, wir bieten eine sehr gute Rechtsberatung und Rechts­schutz im Klagefall.

 

Bitte ergänze folgenden Satz:

 

Gewerkschaft und Personalrat… gehören zusammen wie Topf und Deckel, ohne meine Gewerkschaft lassen sich etliche Probleme nicht lösen.

GEW-Mitgliederversammlungen zur Aufstellung der Wahllisten für die Personalratswahlen

 

13. MAI           18.00 UHR  Charlottenburg-Wilmersdorf, GEW-Haus

14. MAI           18.00 UHR  Mitte, GEW-Haus

16. MAI           17.00 UHR  Spandau, Peter-Härtling Grundschule, Flankenschanze 20, 13585 Berlin

22. MAI           17.00 UHR  Neukölln

29. MAI           17.30 UHR  Marzahn-Hellersdorf, Otto-Nagel-Gymnasium, Schulstr. 11, 12683 Berlin

30. MAI           18.30 UHR  Pankow, Grundschule am Wasserturm, Tino-Schwierzina-Str. 66, 13089 Berlin

Kontakt
Markus Hanisch
Geschäftsführer und Pressesprecher
Telefon:  030 / 219993-46