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Schwerpunkt „Ukraine und Russland – Furchen eines Krieges“

Gewerkschaftliche Solidarität in Zeiten des Krieges

Die GEW setzt ihr Engagement für die Kolleg*innen in der Ukraine sowie für verfolgte Gewerkschafter*innen in Russland und Belarus fort.

Foto: Hermann Nehls

Trotz der riesigen Zerstörungen halten Lehrkräfte in der Ukraine den Unterricht aufrecht – teilweise online. »Unsere Lehrkräfte unterrichten auch aus Kellern, Bunkern, U-Bahn-Stationen und zerstörten Wohnungen«, berichtet die ukrainischen Bildungsgewerkschaft TUESWU, mit der die GEW im engen Austausch steht (siehe Interview ab Seite 11).

 

Ukraine: Ferien vom Krieg

 

Nach Kriegsbeginn sammelte die GEW Spenden über den Heinrich-Rodenstein-Fonds. So konnten wir die humanitäre Arbeit von TUESWU vor Ort bislang mit 35.000 Euro unterstützen. Die Spenden helfen auch dabei, geflüchteten Kolleg*innen aus der Ukraine das Ankommen in Deutschland zu erleichtern. Dazu gehört zum Beispiel die finanzielle Unterstützung bei der Anerkennung von Qualifikationen oder der Ausstattung mit technischen Geräten wie Laptops, damit die Kolleg*innen ihre Arbeit fortsetzen können.

In Kooperation mit TUESWU und der Jugendorganisation »Die Falken« konnte die GEW über 30 Jugendlichen aus der Ukraine »Ferien vom Krieg« ermöglichen. Drei Zeltlager wurden bereits in Berlin (2022), Franken und auf Föhr (2023) für die Kinder von Gewerkschaftsmitgliedern aus der Ukraine durchgeführt. Mit den Jugendlichen werden gemeinsame Freizeitaktivitäten organisiert, wozu in Berlin auch ein Besuch im Bundestag gehörte.

In einem Schreiben an die GEW bedankte sich der TUESWU-Vorsitzende, Georgiy Trukhanov für die solidarische Unterstützung in den schwierigen Zeiten des Krieges, »in der die Kinder jeden Tag Flieger­alarm und Explosionen hören.« Die Zeltlager leisteten einen Beitrag zu deren Gesundheit. »Während ihres Aufenthalts in den Sommercamps hatten unsere Kinder die Möglichkeit, den Alltagssorgen zu entfliehen.« Die gemeinsamen Camps sollen auch zukünftig fortgeführt werden.

 

Russland: Verfolgung von Kriegsgegner*innen

 

»Wir fordern einen umgehenden Waffenstillstand, einen Rückzug der russischen Truppen und Verhandlungen über eine friedliche Lösung des Konflikts. Wir stehen solidarisch an der Seite der Menschen, der Gewerkschaften, der Lehrenden und Pädagog*innen, Kinder, Schüler*innen und Studierenden in der Ukraine«, heißt es in einer Resolution des GEW-Gewerkschaftstags 2022.

Und weiter: »Wir sind solidarisch mit den Menschen in Russland und Belarus, die den Mut aufbringen, offen gegen den Krieg zu protestieren oder sich als Lehrkräfte und Wissenschaftler*innen der Propaganda einer ›militärischen Sonderoperation‹ widersetzen.« In Russland hatten zu Kriegsbeginn mehr als 5.000 Lehrkräfte eine Petition gegen den Krieg unterzeichnet. Die GEW unterstützt verfolgte Kolleg*innen, die wegen ihres Engagements aus Russland flüchten müssen. Sie steht zudem im Austausch mit der unabhängigen Gewerkschaft Uchitel‘, die für die Rechte der Lehrkräfte in Russland eintritt.

 

Belarus: Haftstrafen für Gewerkschafter*innen

 

In Belarus wurden die unabhängigen Gewerkschaften 2022 zerschlagen, weil sie sich für die Rechte der Beschäftigten, für Demokratie und gegen den Krieg engagiert hatten. Viele führende Gewerkschaftsvertreter*innen wurden bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Gemeinsam mit dem DGB, dem Internationalen Gewerkschaftsbund und der Exilorganisation Salidarnast setzt sich die GEW weiterhin für ihre Freilassung ein.

Der Austausch und die gewerkschaftliche Solidarität mit unseren Kolleg*innen in der Ukraine sowie mit den in Russland und Belarus verfolgten Gewerkschafter*innen bleiben auch zukünftig eine wichtige Aufgabe, die über eine Spende an den Heinrich-Rodenstein-Fonds unterstützt werden kann. 

 

 

Seit 1981 steht der Heinrich-Rodenstein-Fonds der GEW für praktische internationale Solidarität mit verfolgten Gewerkschafter*innen und für humanitäre Hilfe für Kolleg*innen in Not:
www.gew.de/heinrich-rodenstein-fonds

 

GEW-Seite Internationales www.gew.de/internationales

 

Themenseite »Geflüchtet aus der Ukraine« www.gew.de/ukraine

Kontakt
Markus Hanisch
Geschäftsführer und Pressesprecher
Telefon:  030 / 219993-46