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Lehrbeauftragte11.000 Unterschriften für den Paradigmenwechsel

Über 11.000 Menschen haben den Berliner Senat in einer Petition aufgefordert, den Lehrbeauftragten an Berliner Hochschulen eine gerechte Bezahlung und berufliche Perspektiven zu bieten.

31.01.2017

„Der im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag angekündigte Paradigmenwechsel in der Personalpolitik an Berliner Hochschulen hat den Lehrbeauftragten Hoffnung gemacht. Mit der Petition wollen sie den Senat nun an sein Versprechen erinnern“, erklärte Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW BERLIN, bei der Übergabe der Unterschriften an den Staatssekretär für Wissenschaft, Steffen Krach.

Die Initiator*innen der Petition nutzten die Übergabe am 31. Januar, um den Staatssekretär auf die Forderungen der Berliner Lehrbeauftragten hinzuweisen.

  • Erstens sollen reguläre Lehrveranstaltungen durch hauptberufliche Lehrkräfte abgedeckt werden;
  • zweitens sollen die Honorare der Lehrbeauftragten in Anlehnung an die tarifliche Bezahlung vergleichbarer hauptberuflicher Beschäftigter erhöht werden;
  • drittens sollen die Hochschulen die Lehrbeauftragten bei ihrer beruflichen Entwicklung fördern;
  • und viertens soll der Senat entsprechende Kontrollinstrumente entwickeln.

Die Neuverhandlung der Hochschulverträge bietet nach Ansicht der Initiator*innen die Möglichkeit, die prekäre Situation der Lehrbeauftragten zu verbessern. „In den Hochschulverträgen müssen zweckgebundene Mittel für eine spürbare Verbesserung der Lage der Lehrbeauftragten zur Verfügung gestellt werden. Es müssen Stellen für die Daueraufgaben geschaffen werden, die derzeit über Lehraufträge abgedeckt werden“, forderte Erdmann.

„Die große Zustimmung zu unserer Petition zeigt uns, dass sich das Bewusstsein in der Öffentlichkeit in den letzten Jahren gewandelt hat“, sagte Linda Guzzetti, eine der Initiator*innen der Petition. „Die Menschen, auch wenn sie selbst keine Lehrbeauftragten sind, akzeptieren nicht mehr, dass die Hochschulen die Lehraufträge missbrauchen, um Lehre billig anzubieten. Schließlich haben der Berliner Senat und die Hochschulen als öffentliche Arbeitgeber eine Vorbildfunktion.“