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bbz 01 / 2016Aktueller denn je

Zum 24. Mal wurde der Mete-Ekşi-Preis für friedliches Miteinander von Kindern und Jugendlichen verliehen.

01.01.2016 - Erhard Laube

Die SchülerInnen der Klassen 5a, 4a und 6a der Teltow-Grundschule erarbeiteten im Schuljahr 2014/15 mit ihrer Lehrerin Katrin Böttcher das Musik- und Tanztheaterstück »Muhammads Leben«. Hierfür erhielten sie den 1. Preis des diesjährigen Mete-Ekşi-Preises, den die GEW gemmeinsam mit dem Türkischen Elternverein in Berlin und Brandenburg auslobt. In farbenprächtigen Kostümen erzählen die Mädchen und Jungen der Teltower Grundschule als »Freunde des Propheten Muhammad« von seinem Leben und seinen Ideen. Die Darstellung konzentriert sich auf die Einführung des Monotheismus und die Einigung der arabischen Stämme. Dabei legt das Theaterstück Wert auf die Überzeugungskraft der Lehren Mohammeds. An der Teltow-Grundschule gehören etwa 70 Prozent der SchülerInnen dem Islam an. Deshalb, so die Lehrerin, sei es Ziel des Projektes, den muslimischen und nicht muslimischen Kindern, Pädagogen und Eltern der Schule die Ideen und Ziele des Propheten Mohammed auf unterhaltsame Art nahe zu bringen.« Dahinter steht die Hoffnung, die auch von einem der beiden Erzähler zu Beginn der Aufführung ausgedrückt wird, dass das Wissen über die verschiedenen Religionen zu einem besseren gegenseitigen Verstehen der Menschen beiträgt.

Ebenfalls den ersten Preis erhielt die männliche A- und B-Jugend der SG VfB Hermsdorf – TV Waidmannslust. Die jugendlichen Handballer trainieren und spielen gemeinsam unter der Leitung von Christoph Staude mit geflüchteten Kindern. Begonnen hatte alles im Mai 2015, als die Jugendlichen auf einem öffentlichen Sportplatz in Reinickendorf trainierten und am Rande vier kleine Jungen neidisch das Spiel mit dem Ball beobachteten. Schnell war klar, dass es Geflüchtete aus einem Heim wenige Minuten entfernt vom Sportplatz sind. Die Sprache des Sports ist universal. So dauerte es nur wenige Minuten bis die Kinder mitspielen durften. In den nächsten Tagen kamen mehr und mehr Kinder zum Trainingsbetrieb. Für die jugendlichen Handballer mit ihrem Trainer gab es keine bürokratische Hürde, die zu hoch war. Ohne Hilfe von außen organisierten sie den Spielbetrieb; auch das Fehlen von Spielerpässen war kein Hemmnis, mitmachen zu können. Und jedes Mal vor dem Training holen sie die Kinder vom Heim ab und bringen sie danach wieder zurück. Bei der Preisverleihung verkündeten die Jugendlichen, es sei ihr Ziel, den jungen Geflüchteten zu Weihnachten Sportbekleidung zu schenken. Außerdem haben sie bereits zu drei Willkommens-klassen Kontakt aufgenommen, um deren Sportunterricht zu unterstützen. Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Aktion aus Eigeninitiative!

Eine Anerkennungsurkunde erhielt die Johanna-Eck-Schule aus Tempelhof für ihr Projekt Lampedusa. Bei diesem Theaterprojekt wurden am Beispiel der Flüchtlingskatastrophe vor Lampedusa eigene Haltungen und Meinungen hinterfragt.