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Bildung in der PandemieBündnis fordert Corona-Soforthilfen für Berlin

Ein Bündnis aus Eltern, Schüler*innen, Lehrkräften und Erzieher*innen sowie Schulleitungen fordert den Senat auf, gemeinsame Strategien für ein Schulleben mit Corona zu erarbeiten, die den Gesundheitsschutz und das Recht auf Bildung zusammenbringen.

27.08.2020

„Wir fordern Corona-Soforthilfen für unsere Schulen! Ohne eine bessere Ausstattung werden wir die Schulen nicht unbeschadet durch diese Krise steuern können“, erklärte ein Bündnis aus GEW BERLIN, Landeselternausschuss, Landesschüler*innenausschuss, Vertreter*innen der Schulleitungsverbände BISS, BBB, VBS, Netzwerk Gemeinschaftsschule*, die Leiterin der Karlsgarten-Grundschule, eine Vertreterin des Bündnis Ganztag, eine koordinierende Erzieherin und die Vorsitzenden des Gesamtpersonalrats wie des Personalrats für die zentral verwalteten und berufsbildenden Schulen. GEW BERLIN und Landeselternausschuss hatten am 13. August zu Gesprächen über einen Corona-Bildungspakt eingeladen, nachdem die Bildungssenatorin Gesprächsangebote über Monate ausgeschlagen hatte.

Das Bündnis fordert Corona-Soforthilfen für die Berliner Schulen. „Eine Milliarde Euro an Soforthilfe müssen her, damit wir so schnell wie möglich Personal einstellen, zusätzliche Räume und digitale Infrastruktur schaffen und für echte Hygiene an den Schulen sorgen können. Die auf Grund des Corona-Virus dringend gebotene Verkleinerung der Lerngruppen ist unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht möglich Wir fordern eine Einstellungsoffensive und zwar unverzüglich!“, so Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN.

Das Bündnis für einen Corona-Bildungspakt trifft sich erneut in 14 Tagen und will dann unter anderem die Reaktion der Senatsbildungsverwaltung bewerten.  

In unserer Pressemitteilung finden sich weitere Statements der Teilnehmenden.


Unter dem Motto „Wir müssen über mehr reden als Hygiene“ hatten die GEW BERLIN und der Landeselternausschuss am 27. August erneut zum Corona-Bildungspakt geladen. Bildungssenatorin Sandra Scheeres ließ sich durch die beiden Abteilungsleiter Christian Blume und Thomas Duveneck vertreten.

„Der Austausch mit den obersten Beamten der Senatsbildungsverwaltung hat gezeigt, dass das Tempo der Verwaltung nicht zu den Bedürfnissen der Schulen passt“, kritisierte Tom Erdmann. „Die Infektionszahlen steigen und unsere Schulen sind nicht ausreichend vorbereitet. Diese Krise erfordert eine schnelle Reaktion: Daher erneuern wir unsere Forderung nach Corona-Soforthilfen von einer Milliarde Euro für unsere Schulen. Ein Drittel für Sachmittel wie digitale Endgeräte, ein Drittel für die Infrastruktur und ein Drittel für Personal. Von diesem Geld ließen sich im Schnitt fünf bis sechs zusätzliche Stellen an jeder Berliner Schule schaffen“, erläuterte Erdmann. Das zusätzliche Personal müssten nicht nur Lehrkräfte sein; auch Verwaltungskräfte, IT-Administrator*innen oder Sozialarbeiter*innen seien dringend nötig.

Das Bündnis hat sich auf konkrete und kurzfristig umsetzbare Maßnahmen verständigt. „Das Zuständigkeitspingpong zwischen Senat und Bezirken muss aufhören. Senat und Bezirke haben es in dieser Krise geschafft, Pop-up-Radwege zu schaffen. Wir brauchen aber auch Pop-up-Fenster und Pop-up-Internet an unseren Schulen. Es ist für uns nicht nachvollziehbar, wie die Senatorin den Regelbetrieb der Schulen verkünden konnte, ohne vorher dafür zu sorgen, dass alle Räume auch zu lüften sind“, betonte Norman Heise für den Landeselternausschuss. Mehr zum zweiten Treffen in unserer Pressemitteilung