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GewerkschaftDie Landesdelegierten tagen – nicht

Wegen der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie muss die Landesdelegiertenversammlung der GEW BERLIN ausfallen. Die Wahlen des Geschäftsführenden Landesvorstandes verschieben sich somit in den Herbst.

05.06.2020 - von Tom Erdmann

Wir stehen vor der Herausforderung, wie wir trotz der Kontaktbeschränkungen zu demokratischen Entscheidungen innerhalb der GEW BERLIN kommen. Nur etwa die Hälfte der Untergliederungen konnte ihre Delegierten für die Landesdelegiertenversammlung (LDV) bisher wählen. Deswegen und weil zum geplanten LDV-Termin am 16. und 17. Juni noch keine Versammlungen mit mehr als 50 Personen stattfinden dürfen, hat der Landesvorstand beschlossen, die LDV abzusagen. Wir hoffen, dass wir zum Termin der Herbst-LDV am 10. und 11. November die Mitglieder des geschäftsführenden Landesvorstandes (GLV) wählen, einen Haushalt beschließen und wieder politisch diskutieren können.

Da jedoch Mitglieder des und Kandidat*innen für den GLV bereits Pläne für ihre Zukunft gemacht haben, haben wir uns entschlossen, am 16. Juni eine Präsenzsitzung des Landesvorstandes durchzuführen, um leer werdende Posten neu zu besetzen. Der Landesvorstand ist das höchste beschlussfassende Gremium der GEW BERLIN zwischen den LDVen. Dort stellen sich die Kandidat*innen zur Wahl: Für den Vorstandsbereich Beamten- und Angestelltenpolitik kandidieren Udo Mertens mit Anne Albers, für den VB Öffentlichkeitsarbeit Caroline Muñoz del Rio mit Ryan Plocher und für den VB Hochschule und Lehrkräftebildung Martina Regulin mit Arne Schaller. Alexander Reich will sich im neuen Schuljahr wieder voll und ganz der Schule widmen. Wir danken Alexander für seine Arbeit der letzten drei Jahre im Bereich Lehrkräftebildung.

Wir hoffen, dass nach der Sommerpause die Untergliederungen ihre Delegierten neu wählen und wir dann im November reguläre Wahlen abhalten können. Wir vertreten aber natürlich auch bis dahin die Interessen und Rechte der Mitglieder. Auch in der Coronazeit bleibt die betriebliche Mitbestimmung erhalten.

Anne Albers

Ich bewerbe mich neu für den Vorstandsbereich Beamten-, Angestellten und Tarifpolitik, im Team mit Udo Mertens. Meinen GEW-Moment hatte ich, noch als Refi, bei einer Streikdemo. Die große Solidarität unter den Kolleg*innen hat mich überzeugt, dass wir gemeinsam stark sind. Aktive GEWlerin bin ich, weil ich es nicht hinnehmen will, dass unsere Arbeitsbedingungen absolut keine guten Bildungsbedingungen sind. Der Schlüssel dazu liegt in der Tarifpolitik, als Kernaufgabe von Gewerkschaften. Wir dürfen den Kampf um die Verbesserung der Arbeits- und Einkommensbedingungen auch in Krisenzeiten nicht ruhen lassen. Gesundheitsschutz endet nicht bei 16 Euro für 2x Mund-Nasen-Maske. 

Meine Eckdaten: Nordlicht, Neuköllnerin, 35 Jahre alt, Mitglied im Landesvorstand, in der Bezirksleitung und im örtlichen Personalrat. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin habe ich an der Uni und im Landesparlament (unter anderem für KiTa, Schule & Jugend) auch mal in andere Organisationsbereiche der GEW geschnuppert. Seit 2013 arbeite ich als Lehrerin an Gemeinschaftsschulen und durfte neben Deutsch und Geschichte auch mein Hobby Klettern unterrichten.
 

Foto: GEW BERLIN

Arne Schaller

Ich bin 37 Jahre alt, Lehrer für Politik und Geschichte, Personalrat in Spandau und seit sechs Jahren an einer Grundschule in den Fächern GeWi und Sport tätig. Außer in meinem Beruf fühle ich mich auf dem oder besser noch unter Wasser am wohlsten, was sich wunderbar mit meiner großen Leidenschaft zu Reisen kombinieren lässt. Meine Erfahrungen sammelte ich unter anderem im Landesschulbeirat, in Arbeitsgruppen wie Arbeitszeit und in Gremien von der Bezirksleitung bis hin zum LDV-Präsidium. Die letzten drei Jahre leiteten Caroline Muñoz del Rio und ich den VB Öff, in dem mein Schwerpunkt bei Pressearbeit, social media und der medialen Begleitung wie Livebeiträgen von Demos lag. 

Bereits während des Vorbereitungsdienstes war ich Mitglied im Personalrat der Lehramtsanwärter*innen, sowie für ein Jahr dessen Vorsitzender. Eine spannende Zeit, in der ich erste Einblicke in die Senatsverwaltung erhielt und, noch viel wichtiger, GEW-Mitglied wurde. Der Bereich Lehrkräftebildung lag mir schon während des Refs am Herzen – auch wenn mir wieder etwas die Knie zittern bei der Erinnerung an eine Info-Veranstaltung in der HU vor fast 500 Studierenden auf engstem Raum.

Foto: GEW BERLIN

Ryan Plocher

Ich bin Lehrer, 35 Jahre alt und seit 2009 GEW-Mitglied. Ich war 2013 bis 2019 Sprecher der jungen GEW BERLIN, 2017-2019 Sprecher des Bundesausschusses der jungen GEW und habe den AK LSBTIQ* der DGB Jugend Berlin-Brandenburg 2018 mitgegründet. Seit 2016 bin ich aktiv in der Bezirksleitung Neukölln, wo ich auch Personalrat bin. Gemeinsam mit Caroline Muñoz del Rio  kandidiere ich für den Vorstandsbereich Öffentlichkeitsarbeit.

Der Vorstandsbereich wurde neu ausgerichtet. Zu interner und externer Kommunikation kommt Organisationsentwicklung, was unter anderem Mitgliedergewinnung, -aktivierung und -bindung umfasst. In diesem Bereich habe ich bereits viel Erfahrung und hier möchte ich mich engagieren. Hier gilt es, datenbasiert die GEW BERLIN zu analysieren. Haben wir geschulte Vertrauensleute in jeder Einrichtung? Welche Hürden gibt es für verschiedene Personengruppen, sich zu engagieren? Eine Ehrenamtsgewerkschaft darf niemals potentielles Engagement durch ausgrenzende Strukturen und Kommunikationsweisen abschrecken. Weiter wird Mitgliedergewinnung, -aktivierung und -bindung von vielen aber sehr unterschiedlich betrieben. Im bewussten Austausch bündeln wir unser Wissen.

Foto: GEW BERLIN