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GewerkschaftDoreen Siebernik verlässt die GEW BERLIN

Zehn Jahre lang war Doreen Siebernik die Vorsitzende der GEW BERLIN. Im Sommer wurde sie in den Vorstand auf Bundesebene gewählt. Zwei ihrer engsten Mitstreiter*innen danken ihr.

16.09.2021 - von Christiane Weißhoff und Tom Erdmann

Im Jahr 2011 starteten Doreen und ich im Geschäftsführenden Vorstand der GEW BERLIN. Doreen als Vorsitzende und ich im Vorstandsbereich Kinder-, Jugendhilfe und Sozialarbeit. Uns verbindet unsere gemeinsame Profession der Erzieherin. Die gewerkschaftliche Vertretung der sozialpädagogischen Fachkräfte war und ist für Doreen immer ein Anliegen, ohne die anderen Herausforderungen der GEW aus dem Blick zu verlieren.

Doreen hat die Verbesserung der Einkommen der Lehrkräfte und der sozialpädagogischen Fachkräfte in diversen Tarifrunden aktionsreich vorangetrieben. Ich denke an die Geldscheinaktion, die die Differenz der Bezahlung der Erzieher*innen in Berlin im Vergleich zu den anderen Bundesländern aufgegriffen hat. Dabei war es Doreen auch immer wichtig, mit den betroffenen Kolleg*innen aktiv zu werden. Legendär sind die Personalversammlungen, in denen sie Erzieher*innen motiviert hat, sich für ihre Rechte auf der Straße einzusetzen. Bei Arbeitskämpfen war sie lautstark und beherzt dabei und begeisterte die Streikenden. Mit der Vervielfältigung dieser Kraft konnten wir tolle Erfolge erringen.

In der Pandemiesituation hat sich Doreen für bessere Bedingungen für ein gesundes Arbeiten eingesetzt. So forderten wir Hygienemaßnahmen und Impfungen für Beschäftigte in allen Bildungseinrichtungen. Auch wenn in der Öffentlichkeit insbesondere die Aufrechterhaltung des Unterrichtes an Schulen thematisiert wurde, so überlegten wir wie auch die Forderungen der Beschäftigten in Kitas und Jugendhilfeeinrichtungen stärker in den Fokus gelangten. Doreen unterstützte Brandbriefe, führte Gespräche mit politisch Verantwortlichen und beteiligte sich auch auf bastelnde Weise an unserer Vogel-Strauß-Aktion vor der Senatsverwaltung.

Die Entwicklung der GEW BERLIN zu einer lebendigen und kampfstarken Organisation hat Doreen mit ihrem verbindenden und positiven Auftreten befördert. Gewerkschaftsarbeit muss auch Spaß machen, das war ihr Credo. Und so wurden Formate wie »Die lange Nacht der GEW« erfunden, die einen lockeren Zugang zum Mitmachen ermöglichen. Ihr Engagement wird Doreen zukünftig für den Bereich der Jugendhilfe und Sozialarbeit im Hauptvorstand der GEW einsetzen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!  

Christiane Weißhoff

Sechs Jahre waren wir gemeinsam Vorsitzende der GEW BERLIN. Die GEW BERLIN hat heute 30.171 Mitglieder – das sind 7.000 mehr als zu Beginn von Doreens Zeit als Vorsitzender. Gemeinsam haben wir viel gewonnen: Nach vier Jahren Streik hatten wir 2016 vom Finanzsenator das Angebot: Wir kriegen die A13/E13 für die Grundschullehrkräfte und sagen den einwöchigen Streik wenige Tage vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus wieder ab. Doreen hat in unendlich vielen und langen Gesprächen im geschäftsführenden Landesvorstand und auch außerhalb dafür gesorgt, dass wir, dass die GEW BERLIN, Geschichte schreibt und das Angebot annimmt. Inzwischen fallen bundesweit immer mehr Dominosteine, immer mehr Bundesländer führen die A13 für die Grundschule in.

Doreen hat vorangetrieben, dass wir in der GEW bessere Regelungen für die Vereinbarkeit von Ehrenamt, Erwerbsarbeit und Privatleben finden können. Wir haben in mehr Köpfe in unserer Geschäftsstelle investiert und uns damit professionalisiert. Nach zehn Jahren an der Spitze der GEW BERLIN hat sich Doreen entschieden, neue Herausforderungen zu suchen und auf Bundesebene Politik für Kita, Jugendhilfe und freie Träger zu machen. Das hat sowohl bei uns als auch bei den Beschäftigten der GEW BERLIN nicht nur ein lachendes, sondern auch ein großes weinendes Auge hinterlassen. Immerhin ist Doreen die am längsten gediente Vorsitzende unseres Landesverbandes.

Für die gesamte GEW BERLIN sage ich danke für zehn Jahre erfolgreiche Gewerkschaftsarbeit!

Tom Erdmann