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In eigener SacheEine wie keine

Caroline Muñoz del Rio hat nicht noch einmal als leitende Redakteurin der bbz kandidiert. Die Redaktion ist darüber sehr traurig und dankt Caro für ihre tolle Arbeit.

10.12.2020 - von Tom Erdmann und Markus Hanisch

Diese bbz-Ausgabe ist die letzte, die Caro als leitende Redakteurin verantwortet. Für uns und die gesamte Redaktion war Caros Entscheidung, nach sechs Jahren ihren Posten aufzugeben, hart. Immer wieder haben wir versucht, sie für eine erneute Kandidatur zu gewinnen, doch da war leider nichts zu machen. Mehr Zeit für Freund*innen und ihre Familie, endlich Gelegenheit zum Singen, mehr Energie für die Schule und weniger Zerrissenheit zwischen ihren zwischenzeitlich drei Jobs (!) und ihrem Privatleben hat sich Caro gewünscht. Wer will ihr das ausreden!

Bleibt uns, Danke zu sagen! Nachdem die ehrenamtliche Leitung der bbz über Jahre unbesetzt geblieben war, hat Caro seit 2014 ganz viel frischen Wind in unsere Landeszeitung gebracht. Und das, ohne die alten Hasen in der Redaktion vor den Kopf zu stoßen. Caro ist es immer gelungen, alle mitzunehmen und eine Atmosphäre in der Redaktion zu schaffen, in der sich Neue wie Alte wohlfühlen und wir uns kontinuierlich weiterentwickeln.

Die bbz hat sich in den sechs Jahren unter Caros Leitung sichtlich gewandelt und ist noch besser geworden: Aus der »Berliner Lehrerzeitung« wurde die »Berliner Bildungszeitschrift«. Caros Credo war es, unsere Zeitung so zu machen, dass alle Mitglieder sich in den Beiträgen wiederfinden und die bbz gerne lesen. Viel Zeit hat sie investiert, um neue Autor*innen zu gewinnen und mehr Beiträge unterrepräsentierter Mitgliedergruppen ins Heft zu heben, um bunter und positiver zu werden, nicht nur in der Gestaltung, sondern auch inhaltlich.

Immer positiv und inklusiv!

Caro steht für eine wertschätzende, aber auch ehrliche Kommunikation und Haltung – das gilt für die Redaktion wie auch für ihre Arbeit im Geschäftsführenden Landesvorstand. Die Verbesserung der Kommunikation mit unseren ehrenamtlichen Autor*innen war eines ihrer ersten Anliegen in der bbz. Seitdem erhält jede*r eine Rückmeldung und eine Begründung, wenn ein eingesendeter Artikel nicht ausgewählt oder verändert wird. Diese Wertschätzung war Caro immer wichtig, denn hinter jedem eingesendeten Artikel steht gewerkschaftliches Ehrenamt.

Aber auch die Etablierung von Regeln kam nicht zu kurz. In der Redaktion haben wir uns immer gemeinsam und demokratisch auf unsere Standards geeinigt. Wir haben viel diskutiert und auch gestritten über Stilrichtlinien, an die wir uns alle halten. Wir haben Merkblätter geschrieben und immer und immer wieder aktualisiert: Hinweise für Autor*innen, Richtlinien für die Titelplanung, die Aufgaben eines Redaktionsmitglieds und die Abläufe unserer Sitzungen. Man kann sagen, wir sind inzwischen sehr gut durchorganisiert und ziemlich effizient. Über nichts haben wir so intensiv gesprochen wie die Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache in der bbz – Caros Steckenpferd!

Im Geschäftsführenden Landesvorstand stritt Caro, selbst teilzeitalleinerziehende Mutter, für Bedingungen, die die Vereinbarkeit von ehrenamtlichem GEW-Engagement, Erwerbsarbeit und Familie ermöglichen. Sie hat damit den Grundstein für die Ansprache von aktiven Kolleg*innen für die weitere GEW-Arbeit gelegt. Caro scheute keine Konflikte, versuchte aber immer die Position des Gegenübers zu verstehen. Damit war sie ein Ruhepol im Geschäftsführenden Landesvorstand.

Unsere Sitzungen des Landesvorstandes waren bis vor zwei Jahren oft langwierig und für neu gewählte Kolleg*innen mitunter abschreckend. Gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe erarbeitete Caro Regeln, wie wir uns wertschätzender begegnen können. Diese halten bis heute an. Auch mit ihrer Redeleitung im Landesvorstand hat sie sich allseits großen Respekt erworben. Zuletzt hat Caro sich intensiv mit dem Thema Rassismus befasst und auch hier wertvolle Impulse in der GEW gesetzt. Danke auch dafür!

Glücklicherweise bleibt Caro der bbz-Redaktion als Mitglied erhalten. Auch im Vorstand der Abteilung Berufsbildende Schulen ist sie weiter für die GEW BERLIN aktiv. – Gracias por tu trabajo. Te extrañaremos.