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HVD

Estmals Online-Streik

Beschäftigte des Humanistischen Verbands Berlin-Brandenburg haben heute ganztägig ihre Arbeit niedergelegt und zum ersten Mal in der bundesdeutschen Geschichte einen Online-Streik durchgeführt.

Mehrere Kitas mussten komplett geschlossen bleiben. Die Streikenden trafen sich zur Online-Kundgebung in einer Videokonferenz, die auf einer Großbildleinwand vor der Geschäftsstelle des HVD projiziert wurde.

„Wir sind sehr erfreut über die riesige Beteiligung an diesem neuen Streikformat! Man merkt, wie groß der Ärger der Beschäftigten ist, vom Humanistischen Verband derart hingehalten zu werden. Der HVD betreibt Tarifflucht“, erklärte Udo Mertens, Verhandlungsführer der beteiligten Gewerkschaften GEW und ver.di. Seit mehr als drei Jahren verhandelt die GEW BERLIN mit dem Humanistischen Verband.

Mertens forderte den HVD auf, den für ihn verhandelnden Arbeitgeberverband PTG zum Umlenken zu bewegen. „Der Arbeitsgeberverband will einen neuen Tarifvertrag zu deutlich schlechteren Konditionen vereinbaren und eine unterschiedliche Bezahlung auch innerhalb des HVD durchsetzen. Die Schlechterstellung der Beschäftigten beim HVD gegenüber dem öffentlichen Dienst soll zementiert werden“, erläuterte der Tarifexperte.  

Die GEW BERLIN fordert die Wiederinkraftsetzung des bisherigen Tarifvertrags, eine Entgelterhöhung rückwirkend zum 1. Januar 2020 um 6 Prozent, die Anpassung der Struktur der Entgelttabellen an die Struktur des Tarifvertrags im öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) und einen Stufenplan zur Angleichung der Gehälter an die im öffentlichen Dienst.

Mertens rief den HVD dazu auf, den Betriebsrat nicht länger unter Druck zu setzen. „Der Arbeitgeber will die Gewerkschaften aus dem Betrieb drängen und erreichen, dass die Beschäftigten nicht länger für ihre berechtigten Lohnforderungen streiken dürfen. Dies werden die Beschäftigten nicht zulassen“, bekräftigte Mertens.

Für den HVD arbeiten in der Hauptstadt rund 1.400 Beschäftigte in diversen Sozialeinrichtungen.