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SenioRitaUnser Hürdenlauf zum Wiedersehen

11.12.2020 - von Monika Rebitzki

Seit dem 16. März hat sich die Welt für mich geändert. Ich habe mich gleich ins Krankenhaus gelegt und 20 Tage das Besuchsverbot am eigenen Leib erfahren. Die Hamsterkäufe blieben mir dafür aber erspart. Als ich langsam wieder in meiner Welt angekommen war, war der Terminkalender leer: Kein Chor, kein Stammtisch, kein LAMA, kein Reha-Sport, kein Friseur. Dagegen musste was getan werden.

Die Videokonferenzen gingen erst mal holperig. Unsere Bandbreite zu Hause war sehr gering. Der Versuch, das zu ändern, bescherte uns mehr als zwei Monate ohne Festnetz und Internet! Aber wir Alten lassen uns ja nicht unterkriegen. Mitgliederbindung ist uns ein Anliegen. Sobald die Corona-Regeln etwas gelockert wurden, ging es deswegen im Juni gleich wieder los. Alle GEW-Senior*innen-Gruppen suchten nach Wegen, sich wieder zu treffen und Kontakt zu halten. Im Sommer war vieles im Freien möglich. Es wurde für den nötigen Abstand gesorgt und es wurden Listen geführt. Wir genossen unser Wiedersehen sehr. Am meisten überraschten mich die GEW-Stadtmusikanten. Ich traute mich gar nicht nachzuforschen und erfuhr erst später im Oktober ganz nebenbei, dass sie schon seit Mai wieder proben, sogar an einem neuen Ort. Das hat mich richtig glücklich gemacht!

Seit August haben wir dann Ausschau gehalten nach Räumen, in denen wir uns treffen könnten, denn die kalte Jahreszeit kommt jetzt schnell. Einige wurden schon fündig. Für den Stammtisch musste eine Lösung her. Er soll ja so nahe wie möglich am GEW-Standort sein, aber ein bisschen Kneipencharakter haben. Der gemietete Raum im Café Ulrichs gegenüber der GEW ist nicht nur zu klein, sondern überhaupt ist das Café nur noch im Außenbereich offen. Restaurants im Umfeld, die uns nachmittags aufnehmen könnten, fanden wir nicht. In der Geschäftstelle gibt es für alle Gremien und Gruppierungen nur zwei Räume, die die nötige Kapazität haben. Wir stellten also einen Antrag, einen davon zu der gewohnten Zeit mittwochs nachmittags einmal monatlich nutzen zu können. Das wurde abgelehnt mit der Begründung, der Betriebsrat habe entschieden, dass Mitglieder nur kommen können, wenn die Mitarbeiter*innen Feierabend haben, um deren Gesundheit zu schützen. Mittwochs ist aber der lange Bürotag bis 17 Uhr. Wir versuchen es jetzt mal mit dem Freitag, da ist schon ab 15 Uhr zu.

Verstehen können wir die Entscheidung nicht. Man kann sich im GEW-Haus mit drei Toilettenenbereichen, drei Teeküchen und fast ausschließlich Büroräumen in abgetrennten Fluren aus dem Weg gehen. Auch Homeoffice ist möglich. Maskenpflicht außer am Arbeitsplatz ist üblich in Büros und in der Gastronomie. Ich bezweifle nicht, dass man stundenlang darüber diskutieren kann, warum etwas nicht geht. So sind wir allerdings bei unseren Senior*innen-Aktivitäten nicht vorgegangen. Wir haben nach Lösungen gesucht, die unter Beachtung der Vorschriften und im Interesse unsere Gesundheit möglich sind. Das ist uns weitestgehend gelungen. An uns wird es nicht liegen, wenn die Infektionszahlen jetzt wieder steigen und wir mit erneuten Kontakt-sperren leben müssen.

Auf der vorherigen Seite steht mein derzeitiges Corona-Alphabet verbunden mit der Hoffnung, dass ich es auch mal wieder vergessen kann. Monika Rebitzki

 

 

Studie zur Praxis der Berufsverbote in Hamburg

Die von der GEW Hamburg in Auftrag gegebene Studie ist im Beltz-Verlag erschienen. In der Studie wird am Beispiel des Hamburger Landesverbandes eine erste Untersuchung zum Umgang der GEW mit den Unvereinbarkeitsbeschlüssen (UVB) vorgelegt. Dabei werden die politischen Prozesse analysiert, die zur Etablierung der UVB in der GEW führten, und herausgearbeitet, welche Personen daran beteiligt waren. Berücksichtigt wird ebenfalls, welchen Einfluss der DGB und die Zentralisierung der GEW für die Durchsetzung der UVB hatten.

 

 

Peter Grottian ist gestorben

Der Politologe Peter Grottian ist im Alter von 78 Jahren Ende Oktober 2020 gestorben. Grottian war fast dreißig Jahre Professor am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin, organisierte aber auch zahlreiche politische Aktionen: so 1977 Kampagnen gegen Berufsverbote, 1981 beteiligte er sich an Hausbesetzungen, er war 1983/84 mit bei den Blockaden in Mutlangen und verzichtete 1985 auf ein Drittel seiner Professorenstelle, damit eine Stelle für eine Genderforscherin geschaffen werden konnte. Nach dem Zusammenbruch der Landesbank Berlin AG (LBB) im Jahr 2001 war er an einer Bürger*innen-initiative beteiligt, die Protestaktionen organisierte. Und noch im September 2020 initiierte er gemeinsam mit anderen Aktivist*innen auf dem Campus der FU eine Demonstration gegen den Finanzdienstleister BlackRock.

 

 

Vor 40 Jahren gegründet: Das Theater der Erfahrungen

Die Jubiläumsfeierlichkeiten des Theaters sind wegen der aktuellen Situation ins Wasser gefallen. Wer sich aber informieren möchte über die 40jährige Theater-arbeit des Theaters der Erfahrungen, findet im Internet unter theater-der-erfahrungen.-nbhs.de/ unter anderem eine Slideshow mit Bildern aus den vielen Theaterjahren. Auch eine mobile Ausstellung haben die Akteur*innen zusammengestellt. Vom 16. November bis 18. Januar 2021 ist die Ausstellung noch in der Alice Salomon Hochschule in Hellersdorf zu sehen. Auf 17 bunt bedruckten Bannern werden dort Fotos aus der langjährigen Geschichte des Theaters präsentiert.