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Online-Infoveranstaltung

Verbeamtung nach dem Referendariat?

Nach 18 Jahren will Berlin Lehrkräfte wieder verbeamten. Soll ich das machen? Was sind die Unterschiede? Wie hoch ist die Bezahlung und was ist mit meiner Krankenversicherung?

Berlin hat beschlossen, Lehrkräfte wieder zu verbeamten. Als erstes sollen die Referendar*innen verbeamtet werden, die zum Sommer nach dem Referendariat eingestellt werden.

Was sind die Unterschiede zwischen dem Angestellten- und Beamtenverhältnis? Wie hoch ist die Bezahlung? Was ist mit meiner Krankenversicherung? Worauf muss ich alles achten?

Über diese und weitere Fragen haben wir am 28.04. in einer Online-Informationsveranstaltung informiert. Mit großer Beteiligung. Die Präsentation der Veranstaltung stellen wir für GEW-Mitglieder auf dieser Seite exklusiv zur Verfügung.

Darüber hinaus gibt es ein  FAQ mit den Einschätzungen und Positionen der GEW BERLIN zur Verbeamtung von Lehrkräften.

FAQ zur Verbeamtung und zum Angestelltenverhältnis nach dem Referendariat

Wer bereits ein Einstellungsangebot zum Sommer hat und nicht verbeamtet werden will, sollte das möglichst bald schriftlich der Zentralen Bewerbungsstelle und der Personalstelle mitteilen. Das ist deshalb notwendig, weil für die unbefristete Einstellung im Angestelltenverhältnis ein Arbeitsvertrag ausgefertigt werden muss und außerdem andere Formulare für die Einstellung ausgefüllt werden müssen. Der Vertrag muss spätestens bis zum Tag der Einstellung (regulär 7. Juli nach dem Ende des Vorbereitungsdienstes) unterschrieben sein, damit keine Lücke entsteht. Denn die Verträge werden nicht rückdatiert! Ihr müsst mit einem Vorlauf von ca. 5 Wochen rechnen. Siehe dazu unsere Präsentation zum Berufseinstieg Sommer 2022 hier: https://www.gew-berlin.de/berufseinstieg/lehrerin-werden/die-aktuelle-einstellungssituation-in-berlin

 

Muster für das Schreiben:

Bitte BEO-Nummer und Personalnummer mit angeben!

„Ich habe ein Einstellungsangebot für die Schule….nach Ende meines Vorbereitungsdienstes am 6. Juli 2022 (bei individuellem Ende das Datum bitte eintragen). Ich möchte ausdrücklich nicht verbeamtet, sondern im unbefristeten Angestelltenverhältnis eingestellt werden.
Bitte fertigen Sie meinen Arbeitsvertrag mit der Nebenabrede zur Zahlung der außertariflichen Zulage Stufe 5 aus und teilen Sie mir mit, welche Formulare ich für die Einstellung ausfüllen muss.
Ich bitte Sie um eine Bestätigung, gern per E-Mail an…

Mit freundlichen Grüßen
……(Unterschrift)“

 

Das Schreiben schickt ihr per Post an

Zentrale Bewerbungsstelle
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
Bernhard-Weiß-Str. 6
10178 Berlin

Und vorab per Mail an personalmanagement(at)senbjf.berlin(dot)de

Sowie an die Personalstelle:

Serviceeinheit Personalstelle
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
Flottenstraße 28-42
13407 Berlin

Und vorab per Mail an einstellungsstelle(at)senbjf.berlin(dot)de

Siehe https://www.berlin.de/sen/bjf/service/personalverwaltung/

Ja. Alle, die in diesem Jahr ihren Vorbereitungsdienst (auch berufsbegleitend) beenden, erhalten noch die Nebenabrede zum Arbeitsvertrag, in der die Zahlung der Zulage geregelt wird. Diese außertarifliche Zulage umfasst die Differenz zwischen dem Betrag der jeweils geltenden individuellen Stufe und dem Betrag der Stufe 5, sodass das Entgelt in der Summe dem aus der Entgeltgruppe 13 Stufe 5 entspricht. Der normale Stufenaufstieg läuft aber trotzdem (ohne Berufserfahrung Beginn in Stufe 1 der E 13).

Die Nebenabreden sind schon einige Jahre nicht mehr kündbar. Wir gehen davon aus, dass das auch so bleibt. Wer die Nebenabrede und damit die außertarifliche Zulage bekommt, wird sie nach heutigem Stand der Dinge behalten.

Die Zulage hat Berlin 2009 eingeführt, um auch ohne Verbeamtung die angestellten Lehrkräfte hier zu halten. Mit der Wiedereinführung der Verbeamtung wird Berlin diese Zulage für neue voll ausgebildete Lehrkräfte mit hoher Wahrscheinlichkeit ab Januar 2023 nicht mehr weiterführen. Das liegt auch daran, dass Berlin für solche außertariflichen Zulagen die Zustimmung seines Arbeitgeberverbandes, der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) benötigt. Im Beamtenverhältnis gibt es eine solche Zulage ohnehin nicht. Da erfolgt die Zuordnung nach völlig anderen Regelungen und einem anderen System.

Die GEW BERLIN fordert seit Beginn der Debatte um die Wiedereinführung der Verbeamtung, dass es einen Ausgleich geben muss für Lehrkräfte, die nicht verbeamtet werden wollen oder können. Das ist auch in der Koalitionsvereinbarung verankert. Im Senatsbeschluss vom 22.3.22 wird allerdings nur vage angekündigt, dass geprüft werden soll, „wie ein Nachteilsausgleich als Lösungsmodell entwickelt werden kann, das sich in den tarifrechtlichen Rahmen der Tarifgemeinschaft der Länder einfügt“.

Die GEW BERLIN macht weiter Druck für einen Ausgleich für angestellte Lehrkräfte. Siehe unsere Erklärung vom 5.5.22:

https://www.gew-berlin.de/presse/detailseite/bildungsverwaltung-setzt-falsche-prioritaeten-bei-der-verbeamtung

Nein – leider nicht. Alle bereits angestellten Lehrkräfte im berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst (bbVD) werden in die schrittweise Verbeamtung einbezogen. Es wird dabei auch nicht unterschieden, ob ein abgeschlossenes Lehramtsstudium vorliegt oder ob es sich um Quereinsteiger*innen im bbVD handelt. Da in Berlin inzwischen über 20.000 der insgesamt ca. 30.000 Lehrkräfte angestellt sind, wird das nach Aussagen der Senatsverwaltung noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Geplant ist, bis maximal 2026.

Wer im berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst ist, sollte unbedingt folgendes beachten:

Auch der berufsbegleitende Vorbereitungsdienst endet (erst) am Tag der Zeugnisübergabe am 6. Juli (ggf. abweichend bei individuellem Ende).

An eurem individuellen Prüfungstag erhaltet ihr nach der Prüfung eine sog. Vorläufige Bescheinigung über die bestandene Staatsprüfung. Diese Bescheinigung solltet ihr umgehend als Scan an die Personalstelle senden und darum bitten, dass die Höhergruppierung in die E 13 und die Zahlung der Zulage (Differenz zwischen dem Betrag der Stufe 5 und dem Betrag der regulären Stufe) in die Wege geleitet wird. Dann kann eure Personalakte gleich von der Gruppe Referendariat in die Personalstelle eures Schulbezirks übermittelt werden. Das erfolgte in der Vergangenheit i. d. R erst nach Erhalt des Zeugnisses, was die korrekte Entgeltzahlung erheblich verzögert hat. Die Gruppenleitungen der Personalstelle für alle Regionen findet ihr hier:

https://www.berlin.de/sen/bjf/service/personalverwaltung/

Die Höhergruppierung in die E 13 und die Zahlung der Zulage (Stufe 5) müssen ab dem 7. Juli 2022 (Tag nach der Zeugnisübergabe) erfolgen. Für die Zulage müsst ihr die entsprechende Nebenabrede zum Arbeitsvertrag unterschreiben.

Alle, die aufgrund ihres Lehramtsstudiums (mit berufsbegleitendem Vorbereitungsdienst) bereits in der E 13 sind, sollten ebenfalls die Vorläufige Bescheinigung über die bestandene Prüfung sofort an die Personalstelle schicken. Nur so ist gewährleistet, dass auch ihr möglichst zeitnah die Zulage in Höhe der Stufe 5 ab 7. Juli bekommt.

Kontakt
Matthias Jähne
Referent Vorstandsbereich Hochschulen und Lehrer*innenbildung
Telefon:  030 / 219993-59

Telefonsprechzeiten:
  Mo., Di., Do. 13.00 bis 16.00 Uhr,
  Mi. 13.00 - 17.00 Uhr,
  Fr. 13.00 bis 15.00 Uhr