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FAQ

Verbeamtung nach dem Referendariat?

Nach 18 Jahren verbeamtet Berlin seine Lehrkräfte wieder. Soll ich das machen? Was sind die Unterschiede? Wie hoch ist die Bezahlung und was ist mit meiner Krankenversicherung?

Berlin hat beschlossen, Lehrkräfte wieder zu verbeamten. Als erstes wurden die Referendar*innen verbeamtet, die im Sommer nach dem Referendariat eingestellt wurden. Die nächste Runde steht für die Einstellungen im Februar 2023 an.

Was sind die Unterschiede zwischen dem Angestellten- und Beamtenverhältnis? Wie hoch ist die Bezahlung? Was ist mit meiner Krankenversicherung? Worauf muss ich alles achten?

Über diese und weitere Fragen haben wir am 28.04. in einer Online-Informationsveranstaltung informiert. Mit großer Beteiligung. Die Präsentation der Veranstaltung stellen wir für GEW-Mitglieder auf dieser Seite exklusiv zur Verfügung.

Die nächste Veranstaltung zur Verbeamtung nach dem Referendariat ist am 29. September um 17.00 Uhr - online.

Darüber hinaus gibt es ein  FAQ mit den Einschätzungen und Positionen der GEW BERLIN zur Verbeamtung von Lehrkräften.

FAQ zur Verbeamtung und zum Angestelltenverhältnis nach dem Referendariat

Wer ein Einstellungsangebot bekommt und nicht verbeamtet werden will, sollte das schriftlich der Zentralen Bewerbungsstelle und der Personalstelle mitteilen. Das ist deshalb notwendig, weil für die unbefristete Einstellung im Angestelltenverhältnis ein Arbeitsvertrag ausgefertigt werden muss und außerdem andere Formulare für die Einstellung ausgefüllt werden müssen. Der Vertrag muss spätestens bis zum Tag der Einstellung (regulär 28. Januar 2023 nach dem Ende des Vorbereitungsdienstes) unterschrieben sein, damit keine Lücke entsteht. Denn die Verträge werden nicht rückdatiert! Ihr müsst mit einem Vorlauf von ca. 5 Wochen rechnen. Siehe dazu unsere Präsentation zum Berufseinstieg Februar 2023 hier: https://www.gew-berlin.de/berufseinstieg/lehrerin-werden/die-aktuelle-einstellungssituation-in-berlin

 

Muster für das Schreiben:

Bitte BEO-Nummer und Personalnummer mit angeben!

„Ich habe ein Einstellungsangebot für die Schule….nach Ende meines Vorbereitungsdienstes am 27. Januar 2023(bei individuellem Ende das Datum bitte eintragen). Ich möchte ausdrücklich nicht verbeamtet, sondern im unbefristeten Angestelltenverhältnis eingestellt werden.
Bitte fertigen Sie meinen Arbeitsvertrag mit der Nebenabrede zur Zahlung der außertariflichen Zulage Stufe 5 aus und teilen Sie mir mit, welche Formulare ich für die Einstellung ausfüllen muss.
Ich bitte Sie um eine Bestätigung, gern per E-Mail an…

Mit freundlichen Grüßen
……(Unterschrift)“

 

Das Schreiben schickt ihr per Post an

Zentrale Bewerbungsstelle
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
Bernhard-Weiß-Str. 6
10178 Berlin

Und vorab per Mail an personalmanagement(at)senbjf.berlin(dot)de

Sowie an die Personalstelle:

Serviceeinheit Personalstelle
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
Flottenstraße 28-42
13407 Berlin

Und vorab per Mail an einstellungsstelle(at)senbjf.berlin(dot)de

Siehe https://www.berlin.de/sen/bjf/service/personalverwaltung/

Nein – nach heutigem Stand der Dinge nicht mehr. Diese Zulage hat Berlin 2009 eingeführt, um auch ohne Verbeamtung die angestellten Lehrkräfte hier zu halten. Mit der Wiedereinführung der Verbeamtung will Berlin diese Zulage für neue voll ausgebildete Lehrkräfte ab Januar 2023 nicht mehr weiterführen.

Die Senatsbildungsverwaltung hat sich lange nicht dazu geäußert und auf ihren Internetseiten mit dieser Zulage weiter geworben.

Am 13.09.2022 hat der Sprecher der Bildungsverwaltung erstmals offiziell in der Abendschau verkündet, dass die Zulage gestrichen werden soll. Im Wortlaut heißt es auf der Website des rbb:

„Martin Klesmann, Sprecher von Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse, begründet die Streichung der Zulage mit dem Systemwechsel Berlins zurück zur Verbeamtung von Lehrkräften. Die Tarifgemeinschaft der Länder habe das höhere Einstiegsgehalt von rund 5.800 Euro für neuangestellte Lehrerinnen und Lehrer nur geduldet, weil Berlin bislang als einziges Bundesland eben nicht verbeamtet hatte. Seit 2009 habe die Hauptstadt die Zulage ausnahmsweise zahlen dürfen, um die Wettbewerbsnachteile gegenüber den anderen Ländern zu kompensieren.

Es sei immer klar gewesen, so Klesmann, dass diese Ausnahme beendet werden müsse, wenn Berlin selbst zur Verbeamtung zurückkehrt. Darauf werde ab jetzt auch in allen Publikationen und Veröffentlichungen der Senatsbildungsverwaltung hingewiesen.“

Quelle: rbb24. „GEW warnt vor massiven Einbußen für ältere Quereinsteiger“, 12.09.2022

Die Senatsbildungsverwaltung versteckt sich hinter der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, dem Arbeitgeberverband. Dieser verbiete vermeintlich die weitere Zahlung. Ob das stimmt, ist nicht klar.

Wir haben als GEW von Anfang an kritisiert, dass diese Zulage eine freiwillige und außertarifliche Regelung ist, die immer von der politischen Entscheidung des jeweiligen Berliner Senats abhängt. Eine der Kernforderungen der GEW BERLIN im Zusammenhang mit der Verbeamtung ist, dass es einen angemessenen Ausgleich geben muss für Angestellte, die nicht verbeamtet werden können oder wollen. Das ist auch in der Koalitionsvereinbarung (auch auf unseren Druck hin) verankert. Die GEW BERLIN fordert seit 2013, die Unterschiede im Status zwischen den Beamt*innen und den Tarifbeschäftigten durch Zulagen auszugleichen. Das wäre auch im bestehendem Tarifvertrag möglich. Hier ist die Vorweggewährung von 2 Stufen und Zulagen auf die Endstufe möglich. Das wären mehr als 900€. Im Gegensatz zu der übertariflichen Zulage könnten davon alle Beschäftigten, auch die in der Endstufe und die nicht voll ausgebildeten Lehrkräfte ohne zweites Staatsexamen profitieren. Diese Forderung lehnt die Politik genauso seit 2013 ab.

Die Nebenabreden sind schon einige Jahre nicht mehr kündbar. Wir gehen davon aus, dass das auch so bleibt. Wer die Nebenabrede und damit die außertarifliche Zulage bekommen hat, wird sie nach heutigem Stand der Dinge behalten.

Die GEW BERLIN fordert seit Beginn der Debatte um die Wiedereinführung der Verbeamtung, dass es einen Ausgleich geben muss für Lehrkräfte, die nicht verbeamtet werden wollen oder können. Das ist auch in der Koalitionsvereinbarung verankert. Im Senatsbeschluss vom 22.3.22 wird allerdings nur vage angekündigt, dass geprüft werden soll, „wie ein Nachteilsausgleich als Lösungsmodell entwickelt werden kann, das sich in den tarifrechtlichen Rahmen der Tarifgemeinschaft der Länder einfügt“.

Die GEW BERLIN macht weiter Druck für einen Ausgleich für angestellte Lehrkräfte. Siehe unsere Erklärung vom 5.5.22:

https://www.gew-berlin.de/presse/detailseite/bildungsverwaltung-setzt-falsche-prioritaeten-bei-der-verbeamtung

Bei der ersten Verbeamtungsrunde im Sommer 2022 war das noch nicht der Fall. Am 14.09.2022 hat die Senatsbildungsverwaltung entschieden, dass ab sofort auch die Lehrkräfte das Angebot der Verbeamtung bekommen, die ihren berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst beenden (nächster Endtermin ist der 27.01.2023). Bedingung hierfür ist, dass die persönlichen Voraussetzungen zur Verbeamtung erfüllt werden. Dazu gehören u.a. die Altersgrenze (zurzeit 45 Jahre), die EU-Staatsangehörigkeit (auch Schweiz, Norwegen, Island und Lichtenstein) und die gesundheitliche Eignung.

Es wird dabei auch nicht unterschieden, ob ein abgeschlossenes Lehramtsstudium vorliegt oder ob es sich um Quereinsteiger*innen im bbVD handelt.

Kontakt
Matthias Jähne
Referent Vorstandsbereich Hochschulen und Lehrer*innenbildung
Telefon:  030 / 219993-59

Telefonsprechzeiten:
  Mo., Di., Do. 13.00 bis 16.00 Uhr,
  Mi. 13.00 - 17.00 Uhr,
  Fr. 13.00 bis 15.00 Uhr