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So funktioniert die GEW-Arbeitszeitstudie

Die Kooperationsstelle der Uni Göttingen führt ab Sommer 2023 eine Studie zur Arbeitszeit von Lehrkräften in Kooperation mit der GEW Berlin durch, die von der wissenschaftlichen Stiftung der GEW (Max-Traeger-Stiftung) in Auftrag gegeben wurde. Dafür suchen wir jetzt 500 Multiplikator*innen an allgemein- und berufsbildenden Schulen. Ziel der Studie ist eine realistische Erfassung der von Berliner Lehrkräften tatsächlich geleisteten Arbeitszeit sowie die Untersuchung der subjektiv wahrgenommene Belastung. Dabei sollen auch Digitalisierung und Teilzeit genauer betrachtet werden.

Wie kann ich teilnehmen?

Wir suchen mindestens 500 Multiplikator*innen.

Sie sollen ab April 2023 die Kolleg*innen an ihren Schulen über die Studie informieren und insgesamt rund 5000 Lehrkräfte als Teilnehmende gewinnen. Zur Vorbereitung bieten wir ab März Schulungen für Multiplikator*innen an. Hier kannst du dich in einen Verteiler eintragen, damit du die Einladung zu den Workshops bekommst.

Du willst auf dem Laufenden bleiben? Du willst evtl. Multiplikator*in werden oder an der Studie teilnehmen? Interessierte können sich hier eintragen, wir kontaktieren dann euch im Frühsommer 2023 mit weiteren Infos.

Warum führt die GEW eine Arbeitszeitstudie durch?

Alle Kolleg*innen an Berliner Schulen tragen eine beträchtliche Arbeitslast. Die Aufgabenverdichtung und -erweiterung der vergangenen Jahre bewirken zusammen mit mehreren Erhöhungen der Unterrichtsverpflichtung und dem mittlerweile gravierenden Personalmangel, dass immer mehr Kolleg*innen überbelastet sind.

34,4% der Berliner Lehrkräfte sind in Teilzeit, sicherlich nicht wenige, weil die Arbeit nicht zu schaffen ist. Der Krankenstand ist hoch. Das muss sich dringend ändern.

Lehrkräfte leisten nicht selten unbezahlte Überstunden. Das hat 2016 die niedersächsische Arbeitszeitstudie ergeben. Mehr als zwei Stunden wöchentlich sind es an niedersächsischen Gymnasien, mehr als eine Stunde im Schnitt an Grundschulen. Das könnte in Berlin ähnlich sein, hier liegt die Unterrichtsstundenverpflichtung genauso hoch oder sogar höher als in Niedersachsen. Beide Studien wurden von einem Wissenschaftler*innenteam der Universität Göttingen durchgeführt, das nun mit der Berliner Arbeitszeitstudie beginnt.

Die Berliner Studie wird ermöglichen, die Arbeitszeit von Lehrkräften verlässlich zu erfassen. Auf dieser Basis können wir dann arbeitspolitische Initiativen zur Reduzierung der Arbeitszeit anstoßen. Eine Zeiterfassung müsste eigentlich gemäß aktueller Rechtsprechung (BAG 1-ABR-22-21 vom 13.09.2022; EuGH - C-55/18 - [CCOO] vom 14.05.2019) durch den Arbeitgeber sichergestellt werden. Ein entsprechender Gesetzentwurf fehlt jedoch bisher. Wir wollen mit der Arbeitszeitstudie auch zu dieser Debatte beitragen.

Warum solltest du dich beteiligen?

Je mehr Kolleg*innen teilnehmen, desto aussagekräftiger sind die Daten und um so größeres politisches Gewicht wird unsere Studie haben.

Bereits im Erhebungszeitraum ergeben sich Vorteile: Als Teilnehmende habt ihr die Möglichkeit, eure individuellen Arbeitszeiten im Online-Tool genau zu verfolgen. Erfahrungsgemäß wissen die meisten Kolleg*innen nicht einmal, wie viel sie tatsächlich arbeiten.

Die Arbeitszeitübersicht kann aber auch Anlass sein, in der Schulgruppe zu vergleichen und zu diskutieren, z.B. ob ihr bereits jetzt in der Gesamtkonferenz entlastende arbeitsorganisatorische Beschlüsse fassen könnt.

An welchen Teilnehmer*innen-Kreis richtet sich die Studie?

Lehrer*innen sowie Schulleitungen an allgemein- und berufsbildenden Schulen können teilnehmen. Aus forschungsökonomischen Gründen können Förderzentren leider nicht einbezogen werden. Die Studie bezieht alle Kolleg*innen, also sowohl GEW-Mitglieder als auch Nichtmitglieder, ein.

Wie funktioniert die Datenerhebung?

Die Erhebung findet mittels eines browserbasierten Online-Tools statt. Das Tool ist selbstverständlich DSGVO-konform. Die Teilnehmenden tragen selbst täglich ihre Arbeitszeiten in unterschiedlichen Kategorien (z.B. Unterricht, Vor- und Nachbereitung, Konferenzen) ein.

Kontakt

Anne Albers
Leitung Vorstandsbereich Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik
Telefon: 030 / 219993-31
Dr. Ralf Schäfer
Gruppe Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Vorsitzender