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Tipps für die Bewerbung zum Referendariat

Fristen, Gehalt, Bewerbungsverfahren – bei der Bewerbung zum Referandariat kommen unterschiedliche Fragen auf. Hier erfährst du das Wichtigste im Überblick.

Mit dem neuen Lehrkräftebildungsgesetz und der seit August 2014 geltenden neuen Verordnung Vorbereitungsdienst und Staatsprüfung dauert das Referendariat in Berlin für alle angehenden Lehrer*innen einheitlich 18 Monate. Darüber hinaus gibt es nur noch drei Lehrämter: für Grundschule, ISS/Gymnasium und für die berufsbildende Schule.

Dem Lehramt ISS /Gymnasium werden auch alle zugeordnet, die in Berlin mit den früheren Abschlüssen „Lehrer*in mit fachwissenschaftlicher Ausbildung in zwei Fächern“ (Sek I, „Kleiner Master“), „Studienrat/-rätin“ (Sek II, „Großer Master“) und Sonderpädagogik ihr Studium absolviert haben. Das gilt auch für entsprechende Erste Staatsexamina.

Bei BewerberInnen aus anderen Bundesländern hängt die Zuordnung von ihrem jeweiligen Lehramtsabschluss ab.

Gerade das neue Lehramt ISS /Gymnasium hat viele Fragen aufgeworfen, vor allem nach dem Einsatz in der Schule und nach der Anerkennung des Abschlusses. Die GEW BERLIN hat sich dafür stark gemacht, dass im Referendariat auch ein Teil der Ausbildung in der gymnasialen Oberstufe erfolgen muss, um die Anerkennung des Abschlusses in anderen Bundesländern zu gewährleisten. Das ist in der Verordnung Vorbereitungsdienst auch so verankert (§ 9 Abs. 2). Die Senatsverwaltung und die Seminarleiter*innen müssen sicherstellen, dass der teilweise Einsatz in der Oberstufe durch die entsprechende Schulzuweisung frühzeitig erfolgt, spätestens ab dem 2. Ausbildungshalbjahr.

Im neuen Grundschullehramt erfolgt die Ausbildung im Referendariat in drei Fächern, wobei Mathematik und Deutsch (bis auf wenige Ausnahmen) verpflichtend sind. Geprüft wird man am Ende nur in zwei Fächern. Problematisch ist aber die Anzahl der Unterrichtsbesuche im Grundschullehramt. Auch hier müssen pro Fachseminar zwei Unterrichtsbesuche (im letzten Halbjahr einer) durchgeführt werden. Aus Sicht der GEW BERLIN stellt das gegenüber den anderen Referendar*innen mit zwei Fachseminaren eine ungerechtfertigt hohe Zusatzbelastung dar.

Bei den Referendar*innen mit sonderpädagogischen Fachrichtungen wird in den Fachseminaren nicht mehr strikt nach der jeweiligen sonderpädagogischen Fachrichtung unterschieden. Alle, die mit Sonderpädagogik in den drei neuen Lehrämtern ausgebildet werden, haben nach wie vor eigene Schulpraktische Seminare, in denen die speziellen Modulbausteine für Sonderpädagogik behandelt werden

Weitere Änderungen betreffen u.a. die Zusammensetzung des Prüfungsausschusses und bestimmte Regelungen zur unterrichtspraktischen Prüfung.

Häufig gestellte Fragen

Der nächste erreichbare Einstellungstermin (Vereidigung zu Beamten auf Widerruf) ist am 3. Februar 2020.

Mit dem neuen Berliner Lehrkräftebildungsgesetz, das seit Februar 2014 in Kraft ist, ist eine Gleichsetzung des Masterabschlusses mit einer Ersten Staatsprüfung nicht mehr erforderlich. Es gibt jetzt keine Erste Staatsprüfung mehr. Natürlich bleibt bei denjenigen, die noch eine Erste Staatsprüfung abgelegt haben oder neu in anderen Bundesländern ablegen, diese als Zugangsberechtigung zum Referendariat erhalten.

Bei der Bewerbung zum Referendariat kann das Masterzeugnis oder das Zeugnis 1. Staatsexamen (aber nur dieses!) grundsätzlich noch bis zu mindestens sechs Wochen nach dem amtlichen Bewerbungsstermin nachgereicht werden. Die komplette Bewerbung (einschließlich BA-Zeugnis und Transkript) muss aber zum amtlichen Bewerbungstermin bei der Senatsverwaltung vorliegen.

Letzte Aktualisierung: 16.10.2019

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Matthias Jähne; wissenschaft(at)gew-berlin(dot)de

Ja! Aber nur das Masterzeugnis (MEd) oder das Zeugnis der Ersten Staatsprüfung.

Die Frist für das Nachreichen des Zeugnisses beträgt grundsätzlich 6 Wochen. Die Bewerbung und alle anderen Unterlagen (einschließlich des Bachelorzeugnisses und des Transkriptes) müssen aber zum Bewerbungsschluss vollständig bei der Senatsverwaltung eingehen. Der Bewerbungsschluss für den 3. Februar 2020 am 30. September 2019. Da Berlin zurzeit ausreichend viele Referendariatsplätze hat, wurde die 6-wöchige Nachreichfrist für das Zeugnis für die nächste Einstellungsrunde bereits bis 21.01.2020 verlängert. (alle Angaben ohne Gewähr!).

Die Auswahl erfolgt erst nach Ablauf der Nachreichfrist. Damit haben auch diejenigen, die das Zeugnis fristgerecht nachgereicht haben, die gleichen Chancen wie alle anderen Bewerber*innen. Auch wer das Zeugnis nachgereicht hat und zum Termin eine Ablehnung erhält, hat zum nächsten Einstellungstermin eine Wartezeit erworben. Allerdings beginnt dann die Wartezeit einheitlich erst am Tag des Ablaufs der 6-wöchigen Nachreichfrist.
Zurzeit ist das aber kein Thema, weil auch im Jahr 2020 voraussichtlich alle Bewerbungen berücksichtigt werden können.

Letzte Aktualisierung: 16.10.2019

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Matthias Jähne; wissenschaft(at)gew-berlin(dot)de

Dieses Kapitel gilt mit Ausnahme des letzten Teils „Vorsicht Fallen“ nicht für Lehrkräfte im berufsbegleitenden Referendariat. Sie finden alle arbeitsrechtlichen Hinweise in der neuen Broschüre „Hilfe für den Berufseinstieg in die Berliner Schule – 2019“.

1. Die monatlichen Bezüge ("Anwärterbezüge")

Letzte Aktualisierung: 04.09.2019

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Matthias Jähne

Die Bezüge im Referendariat (Anwärterbezüge) sind altersunabhängig, aber lehramtsbezogen gestaffelt. Sie setzen sich zusammen aus einem

  1. Grundbetrag
  2. evtl. Familienzuschlag für Verheiratete und/oder mit Kindern.

Ein großer Erfolg für die GEW BERLIN ist die Anhebung der Bezahlung im neuen Grundschullehramt auf A 13! Rückwirkend zum 1. April 2019 und dann erneut zum 1. Februar 2020 erhöht Berlin die Besoldung. Der Gesetzentwurf ist am 29.8.19 im Abgeordnetenhaus unverändert beschlossen worden und wird in Kürze in Kraft treten. Die Anwärtergrundbeträge werden um jeweils 50 € plus 1,1 % erhöht, die Familienzuschläge um jeweils 4,3 %.  Die GEW BERLIN hat die Erhöhung erneut als viel zu gering kritisiert und fordert, die Bezüge mindestens um 300 € anzuheben.
Da die neuen Tabellen noch nicht vorliegen, sind die unten stehenden ab 01.04.2019 geltenden Beträge selbst errechnet - ohne Gewähr!

Monatliche Anwärterbezüge - Grundbeträge Berlin ab 01.04.2019
Lehrämter ISS / Gymnasium und berufsbildende Schule (einschließlich mit Sonderpädagogik):
A13 plus Zulage
1.451,67 €  
Lehramt Grundschule (einschließlich mit Sonderpädagogik):
A 13 
1.414,35 €  
  Monatliche Familienzuschläge, Berlin  
  Verheiratete / eingetragene Lebenspartner*innen und ggf. Ledige mit Kind im Haushalt 136,58 €
Zuschlag für das erste und zweite Kind jeweils 116,82 € (pro Kind)
  Zuschlag für das dritte und jedes weiteres Kind   364,02 € (pro Kind)

Ledige mit Kind im Haushalt erhalten den Zuschlag „Verheiratet“ (136,58 €) ebenfalls, wenn das Gesamteinkommen des Kindes den sechsfachen Betrag dieses Zuschlags nicht überschreitet (also ab 1.4.19 nicht höher als 819,48 € ist). Zum Einkommen des Kindes zählen das staatliche Kindergeld, der kinderbezogene Anteil im Familienzuschlag und der Unterhalt Dritter (i. d. R. des anderen Elternteils).

Beamt*innen erhalten ihre Bezüge immer am ersten des Monats im Voraus für diesen Monat. Die Kolleg*innen im Personalrat Lehramtsanwärter*innen haben letztes Jahr dafür gekämpft, dass die neuen Referendar*innen auch frühzeitig ihre ersten Bezüge bekommen – mit Erfolg!
Auch das zeigt, wie wichtig und notwendig ein Personalrat ist.

2. „Weihnachtsgeld“ (Jahressonderzahlung)

Nach dem Gesetz über die Gewährung einer jährlichen Sonderzahlung erhalten Anwärter*innen in Berlin ab 2018 einen Betrag von 500 € (2017: 300 €). Das „Weihnachtsgeld“ wird nur gewährt, wenn das Dienstverhältnis am 1. Dezember des jeweiligen Jahres besteht und seit dem ersten Arbeitstag im Monat Juli (i.d.R. 1. Juli) ununterbrochen bestanden hat. Wer also Ende Juli oder im August ins Referendariat eingestellt wird, erhält erst im darauf folgenden Jahr das „Weihnachtsgeld.

Hat das Referendariat nicht das ganze Kalenderjahr bestanden, wird das „Weihnachtsgeld“ gekürzt – für jeden vollen Kalendermonat ohne Bezüge um 1/12. Wer also im Februar ins Referendariat eingestellt wird, erhält 11/12 von 500 Euro (der Monat Februar zählt noch mit).

Bei Elternzeit wird das Weihnachtsgeld bis zum vollendeten 12. Lebensmonat des Kindes nicht gekürzt, wenn vor Beginn der Elternzeit das Referendariat bereits bestand.

Zuschlag für Kinder:
Für jedes Kind, für das ein Anspruch auf Kindergeld im Monat Dezember besteht, wird zusätzlich ein Sonderbetrag in Höhe von 25,56 € gewährt. Eine Kürzung (s.o.) erfolgt hier nicht.

Die Auszahlung des „Weihnachtsgeldes“ erfolgt mit den Bezügen im Monat Dezember.

3. Vermögenswirksame Leistungen

Der staatliche Dienstherr zahlt einen kleinen Zuschuss zur „Vermögensbildung“. Voraussetzung dafür ist die Einrichtung eines entsprechenden Kontos. Näheres erfährt man bei seiner Bank oder Sparkasse.
Der monatliche Zuschuss beträgt:

  • 13,29 € (für alle Anwärter*innen mit Bezügen von weniger als 971,45 €, inklusive Familienzuschlag Stufe „verheiratet“)
  • 6,65 € (für alle anderen).

4. Was bleibt Netto in der Tasche? (Steuern, Versicherungen)

Letzte Aktualisierung: 17.05.2019

Das Referendariat wird grundsätzlich im Beamtenverhältnis auf Widerruf abgeleistet (Ausnahme: Nicht EU-Bürger*innen). Beamtinnen und Beamte sind "sozialversicherungsfrei". Es fallen also keine Beiträge zur Rentenversicherung und keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung an.

Das heißt:
Von den Anwärterbezügen (einschließlich evtl. Familienzuschlag und „Weihnachtsgeld“) sind abzuziehen:

a) Steuern (evtl. auch Kirchensteuer) Die Höhe hängt von der individuellen Steuerklasse und dem Familienstand ab.

Beispiel: ledige Referendarin, Lehramt ISS/Gymnasium, ohne Kind, ohne Kirchensteuer:

Anwärterbezüge monatlich in Berlin seit 01.06.2018: 1.385,88 Euro (ohne vermögenswirksame Leistungen)
monatlicher Steuerabzug 2019: 69,50 Euro
verbleibt monatliches Netto von: 1.316,38 Euro (Angaben ohne Gewähr!)

b) Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung (KV und PV).

Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann sich entweder freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse oder privat in einer privaten Krankenkasse versichern. Beides hat Vor- und Nachteile. In den meisten Fällen ist eine private Kranken- und Pflegeversicherung günstiger, da die sog. „Beihilfeberechtigung“ (Zuschuss des Staates zu den Krankheitskosten der Beamten) bei der Höhe des Beitragssatzes berücksichtigt wird. Darüber hinaus bieten die privaten Krankenkassen einen sog. Ausbildungstarif an. Die freiwillige gesetzliche KV ist immer eine Vollversicherung. Allerdings gilt bei der privaten KV das Individualprinzip: Je jünger und gesünder man ist, desto günstiger ist der Beitragssatz – und umgekehrt. Bei der gesetzlichen KV gilt das Solidarprinzip: Alter und Gesundheitszustand spielen keine Rolle. Zu beachten ist ferner, dass es bei der privaten KV keine beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen (Ehepartner, Kinder) gibt. Nicht zu unterschätzen ist außerdem, dass man als privat Versicherte/r die Rechnungen für Arztbesuche und Leistungen i.d.R. zunächst selbst bezahlen muss.

Nach Beendigung des Referendariats und damit des Beamtenverhältnisses ist ein Wechsel von der privaten zur gesetzlichen Krankenversicherung nur in folgenden Fällen möglich:

  • bei einem Anspruch auf Familienversicherung, wenn der Ehepartner/die Ehepartnerin Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse ist. Die (beitragsfreie) Familienversicherung ist aber nur möglich, wenn man selbst nicht erwerbstätig ist. Lediglich ein Minijob bis zu 450 Euro im Monat ist zulässig. Die Familienversicherung ist auch ausgeschlossen, wenn sich die ehemalige und bisher privat versicherte Referendarin nach Ende des Beamtenverhältnisses (Referendariats) im Mutterschutz oder in der Elternzeit befindet.
  • bei Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung (abhängige Beschäftigung mit einem Bruttoeinkommen von mehr als 450 Euro im Monat; nicht bei selbstständigen Tätigkeiten wie z. B. Honorar- oder Werkverträgen!). Wer bereits mit Beginn des Arbeitsverhältnisses die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet (2019 liegt sie bei 60.750,- €/Jahr), wird nicht versicherungspflichtig. Man kann sich dann nur innerhalb von drei Monaten nach erstmaliger Aufnahme einer Beschäftigung nach der Ausbildung freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern. Allerdings kann es bei der Kündigung der privaten Krankenkasse zu Problemen kommen. Lasst euch daher frühzeitig beraten - GEW-Mitglieder bei der GEW.
  • bei (Rest-)Ansprüchen auf Arbeitslosengeld I. Bei Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") entsteht keine gesetzliche Versicherungspflicht. Man muss in dieser Zeit in der privaten Kasse bleiben.

Wenn keiner der Fälle zutrifft, ist ein „Wechsel“ in die gesetzliche KV zunächst nicht möglich. Die private Krankenversicherung muss dann nach Ende des Referendariats weitergeführt werden. Dann steigen auch die Beiträge, da mit dem Beamtenverhältnis die Beihilfeberechtigung endet. Wichtig ist, sich vor Abschluss eines privaten Krankenversicherungsvertrages gründlich darüber zu informieren, wie die Kündigungsregelungen und Kündigungsfristen dieses Vertrages sind. Achtet darauf, dass eine Kündigung zum Ende der Ausbildung (zum Ende des Beamtenverhältnisses auf Widerruf) möglich ist.

Wir können als GEW keine Empfehlung für eine bestimmte Krankenkasse aussprechen. Erkundigt euch deshalb bei eurer gesetzlichen Krankenkasse und bei einigen privaten Kassen und lasst euch Angebote schicken. Genaue Angaben zur Höhe der Beiträge sind nicht möglich und können euch nur die Krankenkassen geben.

Achtung: Wer bereits im Studium privat versichert war, hat in den meisten Fällen keine Möglichkeit, sich im Referendariat freiwillig gesetzlich zu versichern. Genauere Auskünfte erteilen die Krankenkassen bzw. die GEW für ihre Mitglieder.

c) keine Renten- und keine Arbeitslosenversicherung

Aufgrund des Beamtenverhältnisses fallen hier keine Beiträge an. Nachteil: Kein Anspruch auf Arbeitslosengeld I nach dem Referendariat. Wer bereits vor dem Referendariat, i.d.R. nach dem Studium längere Zeit versicherungspflichtig gearbeitet hat, kann evtl. schon einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I erworben haben. In diesem Fall bitte unbedingt beraten lassen (GEW-Kontakt: siehe unten), da dann eine Arbeitslosmeldung vor Beginn des Referendariats notwendig ist.

Die fehlende Zahlung von Rentenversicherungsbeiträgen ist dagegen kein Problem. Das Land Berlin muss euch für die Zeit des Referendariats in der Rentenversicherung nachversichern, wenn ihr nicht unmittelbar nach dem Referendariat oder voraussichtlich innerhalb von zwei Jahren erneut verbeamtet werdet.

5. Zusatzverdienst durch Nebenjobs

Anders als beim Studium sind Nebenjobs nur in sehr begrenztem Umfang möglich. Im Referendariat seid ihr (Vollzeit)-Beamte und unterliegt damit auch den beamtenrechtlichen Regelungen in Bezug auf Nebentätigkeiten. Das heißt:

Für die Ausübung eines bezahlten Nebenjobs ist eine vorherige Genehmigung durch die Senatsverwaltung (Personalstelle) notwendig.

Der zeitliche Umfang darf etwa 4 Stunden pro Woche betragen, im Einzelfall auch darüber, wenn die Nebentätigkeit z. B. überwiegend am Wochenende oder abends durchgeführt wird. Generell gilt, dass die Ausbildung nicht darunter leiden darf. In der Praxis werden Anträge auf Nebentätigkeit durch die Senatsverwaltung häufig schon bei geringfügiger Überschreitung der 4 Stunden abgelehnt. Es lohnt sich in diesen Fällen immer, gegen einen Ablehnungsbescheid Widerspruch einzulegen.
Während einer Elternzeit im Referendariat gelten andere Grenzen. Da ist mit Zustimmung des Landes Berlin eine Erwerbstätigkeit von bis zu 30 Zeitstunden pro Woche möglich.

Ein paralleles Studium oder eine Promotion sind bei der Senatsverwaltung lediglich „anzuzeigen“, d.h. schriftlich darüber zu informieren.
Wer einen Nebenjob ausübt, muss von dem Verdienst grundsätzlich Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen (Ausnahme: Kranken- und Pflegeversicherung – wegen das Beamtenstatus). Die Einschreibung in einer Hochschule bringt dabei keine Vorteile mehr (Arbeiten im sog. Studentenstatus ist nicht mehr möglich!) Auf die Einzelheiten kann hier nicht näher eingegangen werden. Die GEW BERLIN berät ihre Mitglieder bei Fragen rund ums Arbeits- und Sozialversicherungsrecht.

6. Mit Kind im Referendariat (Mutterschutz, Elternzeit)

Während der Schutzfristen nach dem Mutterschutzgesetz (regelmäßig 6 Wochen vor bis 8 Wochen nach der Entbindung) werden die Anwärterbezüge weiter gezahlt. Auch im Referendariat können Mütter und Väter in Elternzeit gehen. Für die Berliner Beamt*innen gilt zur Elternzeit die entsprechende Verordnung des Bundes vom 12.02.2009 (BGBl I, S.230) in Verbindung mit dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz.

Der Anspruch auf Elternzeit besteht grundsätzlich bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Der Antrag auf Elternzeit muss 7 Wochen vor Beginn schriftlich gestellt werden. Mit Einverständnis der Senatsverwaltung kann der Antrag auch kurzfristiger gestellt werden. Eine Verlängerung oder Verkürzung der genehmigten Elternzeit setzt die Zustimmung der Senatsverwaltung voraus.

Während der Elternzeit werden keine Anwärterbezüge gezahlt. Es besteht aber Anspruch auf das staatliche Elterngeld in den ersten 12 Lebensmonaten des Kindes (längstens in den ersten 14 Lebensmonaten, wenn auch der andere Elternteil mindestens zwei Monate Elternzeit nimmt). Die Anwärterbezüge in der Mutterschutzzeit nach der Entbindung werden auf das Elterngeld angerechnet. Neben diesem Basiselterngeld gibt es für alle ab 1. Juli 2015 geborenen Kinder mit dem Elterngeld Plus diverse weitere Kombinationsmöglichkeiten, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann.

Die Höhe des Elterngeldes beträgt 65 % des durchschnittlichen Nettoeinkommens in den letzten 12 Monaten vor der Geburt. Liegt das durchschnittliche Nettoeinkommen zwischen 1.200 und 1.000 €, sind es 67 %. Bei einem Nettoeinkommen von weniger als 1.000 € wird der Prozentsatz schrittweise auf bis zu 100 % angehoben. In jedem Fall wird ein Mindestbetrag von 300 Euro gewährt. Das Elterngeld in Höhe des Mindestbetrages von 300 Euro wird auch dann gezahlt, wenn keine Elternzeit in Anspruch genommen wird, da es sich beim Referendariat um eine Ausbildung handelt.

In der Elternzeit sind die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung weiter zu zahlen. Auch bei freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse Versicherten besteht keine Beitragsfreiheit. Die Beihilfeberechtigung bleibt in der Elternzeit erhalten. Außerdem wird vom Land Berlin ein Zuschuss zu den KV/PV-Beiträgen in Höhe von 31 Euro monatlich gewährt. Darüber hinaus werden auf Antrag bei der Personalstelle die KV/PV-Beiträge in voller Höhe erstattet. Auskünfte dazu erteilt die Personalstelle. Dort ist auch der Antrag zu stellen.

Sonderurlaub zur Kindererziehung oder bei pflegebedürftigen Angehörigen

Es ist ein Erfolg für die GEW BERLIN, dass es seit 2012 die Möglichkeit gibt, sich auch jenseits der Elternzeit im Referendariat beurlauben zu lassen. Nach § 6 Abs. 8 der Verordnung Vorbereitungsdienst kann auf Antrag Sonderurlaub ohne Bezüge gewährt werden, wenn mindestens ein Kind unter 18 Jahren betreut wird oder pflegbedürftige Angehörige gepflegt werden oder bei eigener Schwerbehinderung oder gleichgestellter Behinderung nach § 2 Abs. 2 und 3 SGB IX.

Allerdings kann dieser Sonderurlaub nur einmal während des Referendariats beantragt werden und ist auf längstens 12 Monate begrenzt. Der Antrag kann frühestens zum Ende des ersten Ausbildungshalbjahres gestellt werden mit einer Antragsfrist von 10 Wochen. Trotz dieser Einschränkungen ist das ein wichtiger Schritt, um die Vereinbarkeit von Ausbildung und Familie zu fördern. Insbesondere junge Mütter und Väter, die für ihre Kinder keine Elternzeit mehr nehmen können (weil diese schon drei sind), können diese Möglichkeit nutzen und so einen Abbruch des Referendariats vermeiden.

Weitere Informationen zum Mutterschutz am Arbeitsplatz

7. Was ist bei Krankheit zu beachten

Bei einer Erkrankung ist unverzüglich das Schulpraktische Seminar zu informieren. Außerdem muss die Schule bis spätestens 7.30 Uhr von der Krankmeldung unterrichtet werden. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung („Krankschreibung“) ist spätestens am vierten Kalendertag der Krankheit beim Schulpraktischen Seminar vorzulegen.

Bei Erkrankung in der Prüfungsphase muss die "Krankschreibung" unverzüglich vorgelegt werden. Das gilt insbesondere bei Erkrankung an Prüfungstagen. In diesem Fall verlangt die Senatsverwaltung zusätzlich ein ärztliches Attest, in dem die Prüfungsunfähigkeit bescheinigt wird. Beachtet dazu das entsprechende Merkblatt, welches ihr in eurem Allgemeinen Seminar erhaltet. Können schriftliche Prüfungsteile (schriftliche Modulprüfung oder das Prüfungsportfolio) wegen Erkrankung nicht fristgerecht eingereicht werden, ist eine Nachfrist zu gewähren.

Bei Krankheit werden die Anwärterbezüge einschließlich evtl. Familienzuschläge weiter gezahlt. Nach § 6 Abs. 7 der Verordnung Vorbereitungsdienst und Staatsprüfung kann das Referendariat verlängert werden, „wenn die Abwesenheitszeiten sieben Wochen (49 Kalendertage) übersteigen“. Wer also insgesamt länger als sieben Wochen krank war, sollte bei Bedarf rechtzeitig einen Antrag auf Verlängerung des Referendariats stellen.
Dauert die Erkrankung innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten länger als drei Monate, ist damit zu rechnen, dass die Dienstbehörde eine amtsärztliche Untersuchung anweist. Dabei wird geprüft, ob die Dienstfähigkeit innerhalb der nächsten sechs Monate voraussichtlich wieder voll hergestellt sein wird (Prognose). Ist das nicht der Fall, wird die Dienstbehörde eine Entlassung wegen Dienstunfähigkeit einleiten. Dabei hat sie Fristen zu beachten und den Personalrat der Lehramtsanwärter*innen zu beteiligen. Spätestens bei einer Aufforderung zur Amtsarztuntersuchung solltet ihr daher Kontakt mit eurem Personalrat aufnehmen. Mitglieder der GEW haben Anspruch auf die gewerkschaftliche Rechtsberatung.

8. Was tun bei Problemen in der Ausbildung?

Probleme können immer mal auftreten. Damit diese nicht unüberwindbar werden, sollte man frühzeitig reagieren und diese keineswegs auf die lange Bank schieben. Meist hilft schon ein klärendes Gespräch mit dem bzw. der Seminarleiter*in oder den Schulleiter*innen. Ein Wechsel des bzw. der Seminare oder auch der Schule kann eine Lösung sein.

Sprecht rechtzeitig auch die Kolleginnen und Kollegen in eurem Personalrat der Lehramtsanwärter*innen an. Sie haben nach dem Personalvertretungsgesetz u.a. die Aufgabe, euch im Einzelfall gegenüber euren Vorgesetzten und Ausbilder*innen zu unterstützen und eine Lösung des Problems zu befördern. GEW-Mitglieder können die gewerkschaftliche Beratung in Anspruch nehmen. Wendet euch in den Schulen an eure anleitenden Lehrer*innen und/oder an Lehrer*innen eures Vertrauens. Je früher und offener ihr an Probleme und Konflikte herangeht, desto besser sind die Chancen, diese zu beheben und das Referendariat erfolgreich durchzuführen – damit ihr die Hinweise in Punkt 10 nicht benötigt.

Sehr nützliche Tipps geben folgende GEW-Praxishilfen:

  • „Logbuch für junge Kapitäne“
  • „Raus aus dem Stress
  • „Zeitmanagement“

GEW-Mitglieder können diese Broschüren kostenlos bei der GEW BERLIN erhalten.

Tipp: Die GEW bietet für ihre Mitglieder auch ein Coaching im Referendariat an (Einzeltermine). Bei Interesse meldet euch bei Matthias Jähne unter Tel. 030 219 993-59.

9. Vorsicht Fallen: „Unterbrechung“ bzw. Abbruch des Referendariats

Eine "Auszeit" während des Referendariats ist nur möglich durch Elternzeit oder durch Sonderurlaub zur Kindererziehung, zur Pflege von pflegebedürftigen Angehörigen oder bei eigener Schwerbehinderung (siehe Punkt 7). Auch bei Krankheit bleibt man natürlich im Referendariat.

Wenn Probleme auftreten, sollte man zunächst versuchen alle Möglichkeiten auszuschöpfen, diese zu beheben bzw. abzumildern – siehe Punkt 9.

Wenn trotzdem keine Lösung gefunden werden kann, bleibt als schlechteste Alternative nur der eigene Antrag auf Entlassung aus dem Beamtenverhältnis. Ein solcher Antrag ist nach § 23 Abs. 1 Nr. 4 Beamtenstatusgesetz ohne Frist jederzeit möglich. Die Entlassung ist durch die Dienstbehörde zum beantragten Zeitpunkt auszusprechen. Dabei sind unbedingt die möglichen prüfungsrechtlichen Folgen zu beachten. Für alle, die ab August 2014 ihr Referendariat beginnen, gilt nach der neuen VO Vorbereitungsdienst folgendes:
Wird der Antrag auf Entlassung nach Beginn des Prüfungszeitraumes (für die unterrichtspraktische Prüfung) gestellt, gilt die Staatsprüfung erstmals als nicht bestanden (§ 23 Absatz 6 der VO Vorbereitungsdienst). Die GEW BERLIN hat es durchgesetzt, dass es in dem Fall die Möglichkeit gibt, sich später erneut in Berlin zu bewerben und die Wiederholungsprüfung abzulegen.

Anders ist es, wenn der Antrag auf Entlassung gestellt wird, nachdem die Staatsprüfung bereits erstmals nicht bestanden wurde. Dann ist man aufgrund des Entlassungsantrags endgültig durchgefallen (§ 26 Absatz 6 der Verordnung). Einen Anspruch auf Wiederholung der Prüfung gibt es dann nicht. Das gilt auch für andere Bundesländer.
Für alle, die vor August 2014 ihr Referendariat begonnen haben, gilt abweichend davon nach § 20 Abs. 6 und § 23 Abs. 7 der bisherigen VO Vorbereitungsdienst noch folgendes:
Die Staatsprüfung gilt auch dann als endgültig nicht bestanden, wenn der Antrag auf Entlassung ab Beginn des Prüfungszeitraumes (für die unterrichtspraktische Prüfung) gestellt wird und wie oben auch nach erstmaligen Nichtbestehen der Staatsprüfung.

Sofern der Entlassungsantrag noch keine prüfungsrechtlichen Folgen hat, kann man sich zu einem späteren Zeitpunkt erneut um Zulassung zum Referendariat in Berlin bewerben.
Bei einer Wiedereinstellung in Berlin werden die früheren Zeiten angerechnet. Es müssen aber mindestens 12 Monate Ausbildungsdauer gewährt werden. Wenn vor der Entlassung bereits beide Modulprüfungen erfolgreich abgeschlossen wurden, erfolgt die Zulassung für mindestens 6 Monate.

 

Einfach Bewerbungsunterlagen bei der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie in Berlin anfordern bzw. auf deren Internetseite downloaden, ausfüllen und ab in die Post (Fristen beachten!!). 

Bewerbungen für alle Lehrämter:

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie - IB 1.41 bis 1.44
Bernhard-Weiß-Str. 6
10178 Berlin
Telefon: 030 / 90277 6198
E-Mail: vorbereitungsdienst(at)senbjf.berlin(dot)de

Einstellungstermine Referendariat Berlin

Informationen zu den Bewerbungs- und Einstellungsterminen für das Referendariat sowie die entsprechenden Adressen bei der Senatsverwaltung.

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Matthias Jähne; wissenschaft(at)gew-berlin(dot)de

Nein.

Alle Bewerber*innen haben die gleichen Chancen. „Landeskinderquoten“ o.Ä. gibt es nicht! Ein nicht in Berlin erworbener Master of Education oder ein Erstes Lehramtsstaatsexamen sind in Berlin nach § 14 Abs. 1 Lehrkräftebildungsgesetz anerkannt. Nach dieser Regelung kann das Referendariat in Berlin absolviert werden, wenn der betreffende Abschluss auch im eigenen Bundesland zum Zugang zum Referendariat berechtigt und (!) wenn die Fächer und das jeweilige Lehramt in Berlin ausgebildet werden. Aufgrund der Neuordnung der Lehrämter in Berlin ist es sinnvoll, sich im Zweifel rechtzeitig bei der Senatsverwaltung zu erkundigen, ob der eigene Abschluss in Berlin zum Zugang zum Referendariat berechtigt.

Ansprechpartnerin ist die Bewerbungsstelle unter vorbereitungsdienst@senbjf.berlin.de

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Matthias Jähne; wissenschaft(at)gew-berlin(dot)de

Achtung: Mit dem Lehrkräftebildungsgesetz Berlin, das am 20.02.2014 in Kraft getreten ist, wurde auch aus Auswahlverfahren Referendariat geändert. Die Details sind in der Verordnung Vorbereitungsdienst und Staatsprüfungen vom 23. Juni 2014 geregelt.

Ausführliche Hinweise gibt es von der Senatsverwaltung mit den Bewerbungsunterlagen. Wichtig ist, dass bis zum Bewerbungsschluss alle für die Auswahl relevanten Angaben gemacht werden, also zurzeit z. B. Kinderzahl, Verlängerung des Studiums wegen Krankheit, Schwerbehinderung, Alg II-Bezug, Zeiten hauptberuflicher Unterrichtstätigkeiten (Vertretungslehrer*in)... Wenn es mehr Bewerber*innen als freie Plätze gibt, findet eine Auswahl statt. Seit August 2014 konnten aber alle Bewerbungen berücksichtigt werden, da Berlin die Zahl der Referendariatsplätze deutlich erhöht hat. In dem Fall findet keine Auswahl statt. Ansonsten erfolgt eine Auswahl nach folgenden Kriterien:

  • Eignung (Note Masterabschluss oder Erstes Staatsexamen)
  • Wartezeit
  • soziale Kriterien

Darüber hinaus sieht das Gesetz erneut eine bevorzugte Auswahl von Bewerber*innen mit "Mangelfächern" vor. Gerade diesen Punkt hatte die GEW BERLIN in ihrer Stellungnahme zum Gesetzentwurf scharf kritisiert, da eine ähnliche Mangelfachquote bereits von 2009 bis 2012 regelmäßig von den Gerichten gekippt wurde. Die Verwaltung steht auf dem Standpunkt, dass die Neuregelung jetzt "wasserdicht" sein wird. Mal sehen....Zurzeit ist das nicht relevant, weil es, wie gesagt, kein Auswahlverfahren gibt. Alle bekommen einen Platz (Stand 2019).

Letzte Aktualisierung: 16.10.2019

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Matthias Jähne; wissenschaft(at)gew-berlin(dot)de

Vorab: Eine Auswahl findet nur statt, wenn es mehr Bewerber*innen als freie Plätze gibt. Durch die weitere Erhöhung der Zahl der Referendariatsplätze (2014 um 250 und 2015 um weitere 250) hat sich die Situation entspannt. Seit August 2014 können alle Bewerbungen berücksichtigt werden. Es gibt also zurzeit kein Auswahlverfahren (Stand 2019).

Nach dem Lehrkräftebildungsgesetz und der Verordnung Vorbereitungsdienst und Staatsprüfungen gelten folgende Vorgaben zum Auswahlverfahren (§ 11 des Gesetzes):

Zugrunde gelegt werden die Kritierien Eignung, Wartezeit und Härtekriterien sowie Mangelfächer.

Alle Bewerber*innen werden auf einer Rangliste geführt. Die Auswahl erfolgt nach einem neuen Punktesystem.

Ausgangspunkt ist die Eignung:
Diese wird bestimmt durch die Abschlussnote des Master of Education (ohne Einbeziehung des BA!) oder des Ersten Staatsexamens. Sie wird mit dem Faktor 100 multipliziert (= Ausgangswert).

Dieser Ausgangswert kann durch Punktabzug verbessert werden, wenn
- man ein "Mangelfach" hat,
- Wartezeit aufweist (also sich bisher schon mindestens einmal erfolglos beworben hat),
- soziale Härtekritien erfüllt.

Das neue Gesetz sieht folgenden Punktabzug vor:
- für jedes "Mangelfach" 20 Punkte
- für jede erfolglose Bewerbung (duch die man dann warten muss) 10 Punke
- für jede darauf anzurechnende berufliche Tätigkeit 10 Punkte
- ab einem Behinderungsgrad von 50 v. H. so viele Punkte, wie es dem Grad der Behinderung entspricht
- für weitere Härtekriterien je 10 Punkte

Im Ergebnis erhält bei einer Auswahl diejenige Bewerberin bzw. derjenige Bewerber mit der geringsten Punktzahl den Referendariatsplatz. Bei gleicher Punktzahl entscheidet das Los.

Zur Auswahl nach "Mangelfächern":
Die GEW BERLIN hatte in ihrer Stellungnahme zum Gesetzentwurf diese Mangelfachregelung scharf kritiert, da bereits die von 2009 bis 2012 geltende ähnliche Mangelfachquote regelmäßig von den Gerichten gekippt wurde. Das neue Gesetz sieht vor, dass die Verwaltung sechs Wochen nach dem Bewerbungstermin festlegt, welche Fächer "Mangelfächer" sind. Grundlage dafür soll sein, ob im davor liegenden Einstellungsverfahren Berliner Schuldienst mit diesen Fächern Stellen nicht besetzt werden konnten. Alles ganz dünnes Eis! Die Verwaltung steht auf dem Standpunkt, dass die neue Reglung rechtlich "wasserdicht" ist. Mal sehen...

Letzte Aktualisierung: 16.10.2019

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Matthias Jähne; wissenschaft(at)gew-berlin(dot)de

Es gibt keine rechtliche Vorgabe, wann die Bewerber*innen informiert werden müssen. Nach dem Bewerbungstermin wartet die Verwaltung zunächst die reguläre 6-wöchige Nachreichfrist für das Zeugnis ab. Erst danach wird die Auswahl bzw. Besetzung der freien Plätze vorgenommen. Bei Bewerbungen für den Einstellungstermin 3. Februar 2020 endet die reguläre Nachreichfrist am 11. November 2019 (Bewerbungsschluss war am 30. September 2019). Da Berlin ausreichend viele Referendariatsplätze hat, wurde die Nachreichfrist bereits bis 21. Januar 2020 verlängert. Angaben ohne Gewähr!

Die Zulassungsbescheide werden voraussichtlich Mitte / Ende November 2019 ergehen (für alle, die bis dahin ihr Zeugnis einreichen konnten; für alle anderen dann später).

Letzte Aktualisierung: 16.10.2019

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Matthias Jähne; wissenschaft(at)gew-berlin(dot)de

Zurzeit sind die folgenden Hinweise praktisch nicht relevant, da alle Bewerber*innen eine Zusage bekommen können (wenn sie die Zugangsvoraussetzungen erfüllen und sich fristgerecht beworben haben).

 Wenn ein Ablehnungsbescheid kommt, muss zunächst innerhalb der von der Verwaltung gesetzten Frist (i.d.R. 8-10 Tage) schriftlich zurück gemeldet werden, ob man erstens für das Nachrückverfahren zur Verfügung steht und zweitens seine Bewerbung zum nächsten Einstellungstermin aufrecht erhält. Diese Rückmeldefrist muss unbedingt eingehalten werden. Anderenfalls drohen rechtliche Konflikte, u.a. der Verlust der Wartezeit.

Da erfahrungsgemäß immer zahlreiche Bewerber*innen ihren Platz nicht annehmen, besteht die Chance, im sog. „Nachrückverfahren“ einen Platz zu bekommen. Die nicht angenommenen Plätze werden unter den noch „Wartenden“ vergeben. Das kann auch relativ kurzfristig vor dem Referendariatsbeginn erfolgen. Deshalb: Immer Erreichbarkeit sicher stellen!
Es fragen immer viele Bewerber*innen bei uns an, ob man seine Einstellung durch eine Klage vor dem Verwaltungsgericht mit Unterstützung der GEW erreichen kann. Dazu ist folgendes zu sagen:

Die GEW BERLIN war zwar immer wieder mit Klagen für die Bewerber*innen erfolgreich. Das hatte aber immer einen konkreten Grund.

Von 2009 bis Mitte 2012 lag dieser in der rechtwidrigen Umsetzung der sog. Mangelfachquote im Lehrerbildungsgesetz. Danach mussten 10 % der freien Plätze an BeweberInnen gehen mit Fächern, in denen "nach Feststellung der Senatsverwaltung ein dringender Bedarf" besteht. Diese Regelung ist nach über drei Jahren rechtswidriger Auswahl am 14. Juni 2012 vom Berliner Abgeordnetenhaus wieder gestrichen worden. Damit war ab Einstellungsrunde 2013 wieder ein rechtssicheres Auswahlverfahren gewährleistet. Das bedeutete aber auch, dass Klagen mit Verweis auf diese rechtswidrige Regelung nicht mehr möglich sind.

Mit dem seit 20.02.2014 geltenden neuen Lehrkräftebildungsgesetzt hat Berlin trotz der Kritik der GEW BERLIN erneut eine "Mangelfachregelung" aufgenommen. Ob diese einer rechtlichen Prüfung standhalten würde, ist nicht absehbar. Zurzeit spielt sie keine Rolle, da seit August 2014 alle Bewerber*innen sofort einen Platz bekommen konnten. Ein Auswahlverfahren war daher nicht nötig.

Mit der Erhöhung der Zahl der Referendariatsplätze (2014 um 250 und 2015 um weitere 250) hat sich die Situation entspannt. Trotzdem kann es auch künftig sein, dass nicht alle Bewerber*innen sofort einen Platz bekommen.
Das Verwaltungsgericht prüft "nur", ob die gesetzlichen Vorgaben zum Zulassungsverfahren richtig von der Verwaltung umgesetzt wurden. Es hat aber keinen Einfluss auf die Zahl der Plätze.

GEW-Mitglieder können sich bei einer Ablehnung in der GEW rechtlich beraten und unterstützen lassen.

Achtung:

Seit August 2005 hat die Senatsverwaltung die Möglichkeit des Widerspruches gegen einen Ablehnungsbescheid abgeschafft. Das durfte sie leider, da sich die rechtlichen Grundlagen für diese Verwaltungsverfahren geändert haben. Daher können abgelehnte Bewerber*innen keinen Widerspruch mehr einlegen, sondern müssten sofort Klage beim Verwaltungsgericht erheben (innerhalb eines Monats nach Erhalt des Bescheides). Und das ist richtig teuer: Das Verwaltungsgericht zieht die Gerichtskosten unmittelbar nach Einlegen der Klage ein. Bei Klagen wegen Referendariatsplatz betragen diese ca. 360 Euro, die bezahlt werden müssen, bevor das Gericht überhaupt tätig wird. Dazu kommt, dass eine Klage ziemlich lange dauert. Parallel müsste deshalb auch ein Eilantrag beim Verwaltungsgericht gestellt werden.

Deshalb hier unser Tipp zum Vorgehen bei Ablehnung:

Der Rechtsweg macht grundsätzlich nur Sinn, wenn konkrete Anhaltspunkte bestehen, dass die Auswahl im konkreten Fall nicht korrekt erfolgt ist. Wer Zweifel hat, ob seine Voraussetzungen (Note, Wartezeit, Härtekriterien) alle korrekt berücksichtigt wurden, sollte zunächst bei der Verwaltung (hartnäckig!) nachfragen oder dort vorsprechen. GEW-Mitglieder haben Anspruch auf Beratung durch die GEW - s.ob. Eine Klage sollte nur dann eingelegt werden, wenn erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der Auswahl bestehen. Dazu unbedingt vorher beraten lassen! Auf jeden Fall muss man aber seine Bewerbung schriftlich gegenüber der Verwaltung aufrecht erhalten, wenn man weiter im Auswahlverfahren drin bleiben möchte.

Letzte Aktualisierung: 18.02.2019

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Matthias Jähne; wissenschaft(at)gew-berlin(dot)de

Dann muss innerhalb einer Frist von etwa 10 Tagen an die Senatsverwaltung zurück gemeldet werden, ob dieser Platz angenommen wird. Nach der Verordnung Vorbereitungsdienst treten gravierende Folgen ein, wenn der Platz nicht angenommen wird oder auch nur die Rückmeldefrist versäumt wurde (egal, aus welchem Grund!). Dann ist der Platz für die laufende Einstellungsrunde sofort weg und wird anderweitig vergeben. Außerdem verfällt die gesamte bisher erreichte Wartezeit (falls vorhanden). Positiv ist, dass man sich aber zu jedem späteren Einstellungstermin wieder neu bewerben kann. Die bisherige Sanktion, dass die Bewerberin/der Bewerber bei erneuter Bewerbung ein Mal nicht berücksichtigt wird, ist mit dem neuen Lehrkräftebildungsgesetz Berlin gestrichen worden.

Wir raten allen Bewerber*innen: Immer Erreichbarkeit sicher stellen. Rückmeldung an die Senatsverwaltung besser persönlich abgeben und Erhalt bestätigen lassen oder per Einschreiben mit Rückschein schicken!

Bis zur Vereidigung ist dann ein polizeiliches Führungszeugnis (zur Vorlage bei einer Behörde) zu erbringen. Seit 2009 wird eine amtsärztliche Untersuchung nur noch dann angeordnet, wenn Zweifel an der gesundheitlichen Eignung bestehen. Dazu muss eine Erklärung zum Gesundheitszustand abgegeben werden.

Bis zum Vereidigungstag müssen bestehende Beschäftigungsverhältnisse grundsätzlich beendet sein. Es gibt aber die Möglichkeit, ein bestehendes Arbeitsverhältnis durch Reduzierung der Arbeitszeit als Nebentätigkeit im Referendariat weiter zu führen. Das muss bei der Senatsverwaltung entsprechend beantragt werden. Der wöchentlich zulässige Umfang einer Nebentätigkeit liegt bei etwa 4 (Zeit-)Stunden (im Einzelfall Abweichungen möglich). Natürlich geht eine solche Weiterführung als Nebentätigkeit nur, wenn der bisherige Arbeitgeber der Arbeitszeitverminderung zustimmt, d.h. der Vertrag entsprechend geändert wird.

Es ist möglich, weiterhin an der Uni eingeschrieben zu sein. Ein paralleles Hochschulstudium oder eine Promotion müssen aber der Senatsverwaltung "angezeigt" (sprich mitgeteilt) werden.

Wer bereits versicherungspflichtig arbeitet (d.h. auch in die Arbeitslosenversicherung einzahlt – als Student*in i.d.R. erst über 20 Stunden Arbeitszeit pro Woche) – und diese Arbeit mindestens 12 Monate innerhalb der letzten 2 Jahre ausübt, sollte sich unbedingt vor dem Referendariat arbeitslos melden. Dann bleibt nämlich ein bestehender Anspruch auf Arbeitslosengeld erhalten und kann nach dem Referendariat erneut geltend gemacht werden. GEW-Mitglieder können sich dazu in der GEW BERLIN beraten lassen (Tel. 219993-59).

Im Referendariat besteht als Beamtin/Beamter keine Versicherungspflicht in der Krankenversicherung. Es kann gewählt werden zwischen der freiwilligen Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse oder der privaten Versicherung. Beides hat Vor- und Nachteile. Mehr Infos dazu in der GEW bzw. unter „Geld im Referendariat“.

Letzte Aktualisierung: 18.02.2019

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Matthias Jähne; wissenschaft(at)gew-berlin(dot)de

Grundsätzlich nicht. Seit Sommer 2015 gibt es ein neues Regionalisierungsmodell der Schulpraktischen Seminare. Die Seminare von jeweils drei Berliner Bezirken sind dabei zu einem Regionalverbund (RV) zusammengefasst:
RV 1: Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg
RV 2: Friedrichshain-Kreuzberg, Tempelhof-Schöneberg, Neukölln
RV 3: Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau, Steglitz-Zehlendorf
RV 4: Mitte, Pankow, Reinickendorf

Die Senatsverwaltung "verteilt" die neuen Referendar*innen nicht mehr in konkrete Seminare, sondern in einen der vier Regionalverbünde. Die Leiter*innen der Allgemeinen Seminare in den RV nehmen dann die konkrete Zuweisung zu den Seminaren (Allgemeines Semimnar, Fachseminare) und zur Schule vor. Ziel ist, dass alle Ausbildungsorte im selben Regionalverbund liegen.

Wer ein Kind bzw. Kinder hat und diese z. B. wohnortnah in die Kita bringen muss, sollte das bei der Bewerbung mit angeben. Die Senatsverwaltung bemüht sich in diesen Fällen, eine entsprechende Zuweisung vorzunehmen. Da die Verwaltung aber nur noch in einen Regionalverbund zuweist, kann es trotzdem sein, dass der Wunsch nicht aufgeht, z. B. wenn in dem RV keine passende Schule gefunden wird. Außerdem sind die Regionalverbünde relativ groß.

Achtung: Neuerung ab 2016:
Die Senatsverwaltung berücksichtigt Anforderungen von einzelnen Schulen für einzelne Bewerber*innen nur noch, wenn die Bewerber*innen in dieser Schule bereits als Vertretungslehrkraft gearbeitet oder dort ein Studienpraktikum absolviert haben. Damit soll eine gleichmäßigere Verteilung der Referendar*innen auf die Berliner Schulen erreicht werden.

Wer also bereits als Vertretungslehrer*in gearbeitet hat oder noch arbeitet (oder ein Praktikum während des Studiums absolviert hat) und gern an der Schule auch sein Referendariat machen möchte, kann die Schulleitung bitten, sich an das zuständige Schulpraktische Seminar in dem Schulbezirk zu wenden. Die Schulleitung kann dann eine entsprechende Anforderung beim Seminar vornehmen und das wiederum bei der Senatsverwaltung. Die Anforderung durch die Schulleitung sollte möglichst frühzeitig erfolgen - am besten unmittelbar nach dem Bewerbungstermin (nicht erst, wenn man eine Zusage hat!) Aber auch das klappt nicht immer.

Die Bewerber*innen erfahren i. d. R. verbindlich erst ca. 3 bis 4 Wochen vor dem Vereidigungstermin (Einstellung), in welches Seminar sie kommen. Die Vereidigung findet dezentral in den Seminaren statt.

Weder die Seminare noch die Schulen haben aber Einfluss darauf, ob eine Einstellung überhaupt erfolgen kann!

Letzte Aktualisierung: 14.03.2016

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Matthias Jähne; wissenschaft(at)gew-berlin(dot)de

Schwangerschaft ist kein Hindernis für eine Einstellung. Spätestens nach Erhalt der Einstellungszusage sollte die Senatsverwaltung mit der Annahme des Platzes auch über die Schwangerschaft informiert werden. Denn die Schutzvorschriften der Mutterschutzverordnung greifen erst dann, wenn der Dienstherr (Arbeitgeber) auch von der Schwangerschaft weiß. Außerdem erleichtert die frühzeitige Mitteilung auch die Planung der Senatsverwaltung und der Seminare. Man muss aber nicht befürchten, dann ggf. doch nicht eingestellt zu werden! Das ist unproblematisch.

Wenn die Einstellung in der Schutzfrist vor der Entbindung liegt (6 Wochen), muss sich die werdende Mutter auf jeden Fall schriftlich bei der Senatsverwaltung nach § 1 Abs. 2 Mutterschutzverordnung "zur Arbeitsleistung bereit erklären". Damit soll sicher gestellt werden, dass die Vereidigung (Einstellung) problemlos vorgenommen werden kann. Diese Bereitschaftserklärung kann jederzeit ohne besonderen Grund nach der Vereidigung widerrufen werden. Auch in der Schutzfrist nach der Entbindung wird die Einstellung vorgenommen (GEW hat das durchgeklagt!) Während der Schutzfristen (i.d.R. 6 Wochen vor bis 8 Wochen nach der Entbindung) werden im Referendariat die Bezüge weiter gezahlt. Nach Ablauf der Mutterschutzfristen besteht die Möglichkeit, nach den gesetzlichen Vorschriften Elternzeit zu nehmen. Der Antrag muss 7 Wochen vor Beginn gestellt werden. In der Elternzeit gibt es natürlich keine Bezüge. Es besteht aber ein Anspruch auf das staatliche Elterngeld unter den entsprechenden gesetzlichen Voraussetzungen. Mehr dazu unter "Geld im Referendariat".


Elternzeit auch unmittelbar bei Beginn des Referendariats möglich:

Große Probleme gab es in der Vergangenheit immer dann, wenn Mütter unmittelbar nach Referendariatsbeginn in Elternzeit gehen wollten. Die Verwaltung vertrat die Rechtsauffassung, dass die Antragstellung erst am Tag der Vereidigung möglich ist und dabei die Antragsfrist nach der Elternzeitverordnung eingehalten werden muss. Das hatte zur Folge, dass der Beginn der Elternzeit erst nach Ablauf der 7 oder 8 Wochen Antragsfrist genehmigt wurde. Für viele Mütter blieb dann nur die "plötzliche Erkrankung", wenn das Kind nicht anderweitig betreut werden konnte.

Vor allem durch die Bemühungen der GEW hat die Verwaltung seit August 2005 ihre Praxis geändert und genehmigt Elternzeit auch unmittelbar nach Beginn des Referendariats. Wichtig dabei: Sobald eine Zusage vorliegt, muss der Antrag auf Elternzeit gestellt werden. Auf jeden Fall müsst ihr aber den Dienst antreten, d.h. zur Vereidigung erscheinen. Der Beginn der Elternzeit kann erst nach dem Vereidigungstag liegen.

Letzte Aktualisierung: 05.08.2016

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Wer bereits vor dem Referendariat versicherungspflichtig arbeitet (d. h. auch in die Arbeitslosenversicherung einzahlt – als Student*in i.d.R. erst über 20 Stunden Arbeitszeit pro Woche) – und diese Arbeit mindestens 12 Monate innerhalb der letzten 2 Jahre ausübt bzw. ausgeübt hat, sollte sich unbedingt vor dem Referendariat arbeitslos melden. Denn dann hat man bereits einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I erworben (bei 12 Monaten Arbeit insgesamt 6 Monate Alg-Anspruch). Dieser Anspruch geht aber unweigerlich verloren, wenn vor dem Referendariat keine Arbeitslosmeldung erfolgt. Denn die Arbeitsagentur prüft immer, ob innerhalb der letzten 2 Jahre mind. 12 Monate Versicherungszeiten vorliegen. Wer also erst nach dem Referendariat (18 Monate Beamtenverhältnis) den Antrag auf Arbeitslosengeld I stellt, hat den Anspruch nicht mehr!  Anders ist es nur, wenn der Anspruch auf Alg durch Arbeitslosmeldung und Antragstellung auf Alg vor dem Referendariat entsteht (wie lange vorher, ist egal; es muss nur vor dem Vereidigungstag liegen; also nicht nahtlos!) Dann nämlich gilt eine andere Frist: Der (entstandende) Anspruch bleibt bis zu 4 Jahre nach dem Tag seiner Entstehung (also erster Tag der Arbeitslosigkeit) erhalten. Dieser Anspruch (bzw. sein "Rest") kann dann auch nach dem Referendariat erneut geltend gemacht werden (Wiederbewilligungsantrag auf Alg stellen).

Beispiel:
Versicherungspflichtige Beschäftigung seit 1. Januar 2019; Referendariatszulassung zum 03.02.2020:
Erfolgt die Arbeitslosmeldung und Alg-Antragstellung vor dem 03.02.20 (z. B. zum 31.01.20), ensteht der Alg-Anspruch an diesem Tag (also in dem Beispiel am 31.01.20). Der Anspruch von in diesem Fall 6 Monaten Alg wird vom Amt bestätigt (ggf. minus 12 Wochen Sperrzeit). Zum 03.02.20 muss man sich dann gleich wieder abmelden bei der Arbeitsagentur. Der "Rest"-Anspruch kann bis 30.01.2024 wiederbewilligt werden. Ohne Arbeitslosmeldung vor Beginn des Referendariats ist der Anspruch nach Ende des 18-monatigen Referendariats im Beamtenverhältnis erloschen. Dann bestünde höchstens noch ein Anspruch auf Arbeitslosengeld II ("Hartz IV"); die entsprechende Bedürftigkeit vorausgesetzt.

Letzte Aktualisierung: 16.10.2019

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