GEW - Berlin
Du bist hier:

Radikalisierungsprävention in der Schule

Schule ist ein wichtiger Ort, an dem Radikalisierungsprozesse bei jungen Menschen stattfinden und auch bemerkt werden können. Für die Prävention und auch die Intervention brauchen die pädagogischen Fachkräfte in den Schulen Unterstützung.

Concept of domestic violence and child abusement. A little girl shows her hand with the word STOP written on it. Children violence.
Foto: Adobe Stock

Immer wieder erschüttern uns terroristische Attentate mit rechtsextremem oder islamistischem Hintergrund. Die Radikalisierung eines jungen Menschen ist ein schleichender Prozess, in dessen Verlauf sich extremistische Einstellungen entwickeln. Häufig spielen Ausgrenzungserfahrungen, schulische Misserfolge und schwierige Familienverhältnisse eine Rolle.

In der Schule können problematische Verhaltensweisen auffallen. Die Schule hat eine Brückenfunktion von der Familie in die Gesellschaft. Es ist eine große, verantwortungsvolle und schwierige Aufgabe, Bildung zu gestalten, Demokratie zu fördern und Radikalisierungen in jeglicher Hinsicht entgegenzuwirken. Demokratiefeindlichen Einstellungen muss eine klare Absage erteilt werden und gleichzeitig gilt es, einen individuellen pädagogischen Zugang zu den Schüler*innen zu finden.

Um Radikalisierungstendenzen bei Schüler*innen zu erkennen und diesen entgegen zu wirken, brauchen die Pädagog*innen gezielte Unterstützung. Es müssen Fortbildungs- und Beratungsangebote bereitstehen. Für die bestehenden Vereine, die im Bereich Islamismus und Rechtsextremismus professionelle Bildungsangebote machen, muss eine langfristige Finanzierung sichergestellt werden. Mit befristeten Einzelprojekten kann keine solide Struktur hergestellt werden. Damit die Schule ihre integrierende Funktion gut erfüllen kann, könnte auch ein bildungspolitisches Umdenken einen Beitrag leisten. Die jungen Menschen müssen Anerkennung und Zugehörigkeit erfahren. Sozialer Zusammenhalt und Diskriminierungsschutz sollten als vorrangige Ziele von schulischer Arbeit definiert werden. Der starke Fokus auf kognitive Leistungen und die darauf aufbauende Schulstruktur verstärkt die sozialen Ausschlüsse.

Wir brauchen inklusive und diskriminierungssensible Schulen. Wir brauchen eine inklusive Gesellschaft. Und wir müssen es schaffen, für Demokratie zu begeistern.

Hintergrundinformationen und Bildungsangebote:

 

https://jup.berlin/radikalisierung-definition

https://jup.berlin/radikalisierung-beratungsstellen

https://www.bpb.de/politik/extremismus/radikalisierungspraevention/230493/-radikalisierung-gruende-verlauf

https://www.ufuq.de

https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/themen/

https://www.schule-ohne-rassismus.org

https://www.gew-berlin.de/materialien-fuer-den-schulalltag/

https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/rechtsextremismus-rassismus-dgb-mahnt-blutspur-ist-lang/

Ansprechpartner_in
Klaudia Kachelrieß
Referentin Vorstandsbereich Schule
030 / 219993-57

Telefonsprechzeiten:
Mo, Di, Mi 13-15.30 Uhr,
Fr 13-15 Uhr