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bbz 01 / 2016Informationen und eine ausgestreckte Hand

Was Frauen brauchen, um sich in der Gewerkschaft zu engagieren.

01.01.2016 - Susanne Stecher

Welche Gruppen gibt es in der GEW? Wie kann ich mich einbringen? Wen kann ich ansprechen? Und bin ich überhaupt erwünscht?« So oder so ähnlich formulierten es rund 30 Frauen, die sich an dem Workshop »Wir wollen mit euch ins Gespräch kommen« beteiligten. Der Landesfrauenausschuss der GEW BERLIN hatte gemeinsam mit dem sozialwissenschaftlichen Forschungs- und Beratungsinstitut SowiTra diesen Workshop organisiert, um herauszufinden, was Frauen brauchen und wünschen, um sich in unserer Gewerkschaft einzubringen.

Es fehlt die Übersicht

In kleinen Gruppen gelang das »Miteinander ins Gespräch kommen« hervorragend und es wurde intensiv diskutiert. Viele der Frauen wünschen sich schlicht mehr Informationen, welche Möglichkeiten es gibt, sich zu engagieren und an wen sie sich wenden können. Die Idee, auf der Webseite ein Organigramm, welches die Übersicht über die vielen verschiedenen Gruppen erleichtert, zur Verfügung zu stellen, ist bereits in Arbeit.
Auch andere Faktoren spielen eine große Rolle. Viele haben Hemmungen, einfach so bei einer Gruppe zu erscheinen. Sie hätten gerne »eine Person, die sie an die Hand nimmt«. Es geht für sie darum, willkommen zu sein, gebraucht zu werden – auch wenn sie vielleicht noch keine Expertinnen sind. Die Idee von MentorInnen ist charmant, aber leider schwierig umsetzbar, da Kapazitäten fehlen. Umso wichtiger ist es, dass zumindest jede Gruppe klar benannte AnsprechpartnerInnen hat, weil der direkte Kontakt eine viel bessere Einstiegsmöglichkeit in gewerkschaftliches Engagement bietet als jede unpersönliche E-Mail, die zu einer Veranstaltung einlädt. Die Schwierigkeit, in eine fremde Gruppe zu platzen, könnte umgangen werden durch einen »Tag der offenen Tür« oder eine »Lange Nacht der GEW« für alle interessierten Frauen und Männer. Dort könnten VertreterInnen der verschiedenen Fach- und Personengruppen anwesend sein und diese vorstellen. In Ansätzen gibt es dies bereits bei den Veranstaltungen für Neumitglieder.
Auch eine Jahresplanung, in der die Gruppen ihre Ziele und Inhalte erklären, könnte den Einstieg erleichtern. Die meist monatlichen Treffen könnten dann jeweils ein Thema haben. Das wäre auch für Mitglieder hilfreich, die sich vielleicht nur punktuell oder zeitlich befristet für Projekte einbringen können. Der Landesausschuss für Frauenpolitik setzt diese Idee schon um.

Ehrenamt geht samstags besser

Viele Anwesende machten sich auch Gedanken darüber, was genau es bedeutet, ein Ehrenamt auszuüben, was andere Engagierte von ihnen erwarten und was sie leisten könnten. Der Wunsch nach einer zeitlichen oder finanziellen Kompensation ist leider nicht zu erfüllen. Wesentlich ist, dass jedes Engagement egal in welchem Rahmen akzeptiert und gewürdigt wird. Verständnis für unterschiedliche Ausgangslagen und Bedürfnisse gehört dazu. Teil davon ist es auch, über die Terminierung der Gruppen nachzudenken, die häufig nachmittags liegen. Für viele der Anwesenden sind solche Termine nicht mit Beruf oder Kindern zu vereinbaren. Hier wären Termine am Abend oder beispielsweise an einem Samstag günstiger. Bislang konnten sich die BefürworterInnen anderer Zeiten noch wenig durchsetzen.
Natürlich war auch die Kinderbetreuung ein Thema. Viele wussten nicht, dass die GEW BERLIN, wenn ihre Mitglieder zum Besuch einer Veranstaltung Kinderbetreuung benötigen, diese mit neun Euro pro Stunde bezuschusst. Bestätigt durch die Rückmeldungen auf der Veranstaltung werden wir dies auf verschiedenen Wegen besser bekannt machen. Theoretisch kann auch bei Bedarf eine Kinderbetreuung vor Ort angeboten werden, praktisch muss da noch einiges durchdacht werden.
Es war eine gelungene Veranstaltung in sehr entspannter Atmosphäre. Wir hoffen, die Teilnehmenden wieder zu sehen und überlegen weiter, wie wir Informationen besser vermitteln und Hände, die willkommen heißen, reichen können.

Am 21. Januar trifft sich der Landesausschuss für Frauenpolitik zur Besprechung der Beteiligung am Frauenkampftag am 8. März. Alle interessierten Frauen sind herzlich willkommen!

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