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HonorarlehrkräfteHonorarlehrkräfte auf der Straße am 21.11.2015 in Berlin

Eine Aktion gegen Unterbezahlung und mangelhafte Absicherung bei Krankheit und im Alter hat am Samstag 21. November 2015 erfolgreich stattgefunden. Dazu haben mehrere Gruppen von Honorarlehrkräften aufgerufen mit der Unterstützung von ver.di Berlin-Brandenburg und der GEW BERLIN.

24.11.2015

Vor der Expo-Lingua, einer großen Sprachenmesse in der Friedrichstrasse in Berlin, waren gegen 12 Uhr schon zahlreiche Honorardozent*innen aus Volkshochschulen, Hochschulen, Alfabetisierung- sowie Integrationskursen, aus privaten Schulen, etc.; so konnte die Aktion anfangen.

Im Laufe der zweistündigen Aktion habe sich Musik und Reden abgewechselt. Die Samba-Gruppe der GEW hat mit Trommeln und anderen Instrumenten auch dies Mal die Honorardozent*innen effektiv unterstützt. Sie haben dafür gesorgt, dass die Teilnehmenden mitspielte, mittanzten und Spass hatten, und gleichzeitig dafür, dass die Besucher*innen der Expo-Lingua die Aktion nicht überhören konnten.

Mehrmals ist der Rap der Lehrbeauftragten ausgeführt worden. Der Slogan „Gleicher Lohn für gleich Arbeit, das ist fair“ ist nach einem neuen, effektiven Rhythmus und abwechseldn auf Deutsch und auf Englisch „Equal pay for a workig day“ skandiert worden. Zudem hat ein Saxophonquartett, das in der Klasse von Detlev Bensmann, einem Lehrbeauftragten, vier UdK-Studierenden gebildet haben, für die gesammelten Honorarlehrkräfte gespielt. Sie haben nicht nur gut gespielt, sondern sie haben damit auch Solidarität zu ihrem Dozenten gezeigt.

Es gab mehrere Redebeiträge. Vertreter*innen der Gruppen der Honorarlehrkräfte haben die eigene Situation und Ziele sowie die Gemeinsamkeiten aller Honorarlehrkräfte dargestellt. Bei den Dozent*innen an den Volkshochschulen, Musikschulen und am Goethe-Institut ist der Kampf für einen Tarifvertrag angesagt, aber die Gegenseite, jeweils der Berliner Senat und der Vorstand des Goethe-Instituts, verweigern sich zu verhandeln. Vertreter*innen der Musik- und Sprachlehrbeauftragten sowie von Berlin LW GAS (Freelance Language Workers) haben auf die Lage und die Erwartungen ihrer Gruppen hingewiesen.

Es gab auch Solidaritätsbeiträge von drei Kolleg*innen aus der Initiative „Keine prekäre Arbeit und tariffreien Bereiche im Verantwortungsbereich des Landes Berlin“. In vielen Arbeitsbereichen verursacht die Politik des Berliner Senats Tarifflucht, Lohndumping und ungesicherte Arbeitsverhältnisse; das geschieht im Bildunsgbereich, aber auch in den Krankenhäusern, in den sozialen und pädiatrischen Diensten, am botanischen Garten, am technischen Museum etc.

Zuerst hat die Aktion auf dem Bürgersteig stattgefunden; mit der Polizie war vereinbart, dass wären die Teilnehmenden zahlreich genug, die Polizei die Strasse blockieren würde. Gegen 13 Uhr waren sie über ein Hundert und so konnte das Saxophonquartett mitte auf der Friedrichstrasse spielen. Anschließend hat sich eine Ringeltanz nach dem Rhythmus von „Gleicher Lohn für gleich Arbeit“ entwickelt.

Schon vor und dann während der Aktion haben einige Kolleg*innen Flyer der diversen Gruppen verteilt. Als es gegen 13:45 Uhr nach leichtem Regen aussah, waren noch wenige Flyer auf dem Tisch übrig, die geräumt werden sollten.

Mit den Aktionen am 5.10.15 (Weltlehrertag) und vor der Expo-Lingua am 21.11.15 haben die Honorarlehrkräfte in Berlin eine Kampagne gegen die niedrigen Honorare und die mangelhafte Absicherung bei Krankheit und im Alter gestartet. Der Weg ist sicher noch lang und nicht leicht, aber es ist gut, dass viele Kolleg*innen gezeigt haben, zusammen halten zu wollen.

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