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Nr. 41 / 2012Zu den Vorschlägen der Arbeitsgruppe zur Reform der Zugangsregeln zur Oberschule

17.10.2012

Wie dem heutigen Tagesspiegel zu entnehmen ist, hat die Arbeitsgruppe zur Reform der Zugangsregeln zur Oberschule ihre Überlegungen vorgelegt. Wie es dort heißt, sollen Geschwisterkinder und „Bezirkskinder“ bevorzugt aufgenommen werden. Außerdem sollen Plätze in den siebten Klassen der ISS für sogenannte Umsteiger, also SchülerInnen, die das Probejahr an den Gymnasien nicht bestanden haben, frei gehalten werden. Die Forderung nach Bereithaltung von Plätzen in den siebten Klassen hat die GEW BERLIN schon seit längerem gestellt, allerdings müssen hier bezirkliche Besonderheiten berücksichtigt werden. In Bezirken mit vielen „Umsteigerinnen“ wie z.B. Tempelhof-Schöneberg und Mitte mit über 100 betroffenen SchülerInnen, sind die Frequenzen der siebten Klassen niedriger anzusetzen als in anderen Bezirken mit deutlich weniger „UmsteigerInnen“. Die geplante Geschwisterregelung scheint allenfalls für Integrierte Sekundarschulen (ISS) sinnvoll, da bei der möglichen Unterschiedlichkeit auch von Geschwisterkindern eine automatische Aufnahme am Gymnasium nicht immer sinnvoll ist. Hier ist der Blick auf das einzelne Kind weiterhin unabdingbar. Auch für die ISS sollte bei der Wahl der Schule das Schulprofil eine Rolle spielen. Der Aspekt der Wohnortnähe ist nicht mit der Bezirkszugehörigkeit gleichzusetzen. Hier muss der tatsächliche Schulweg den Ausschlag geben, der durchaus auch Bezirksgrenzen überschreiten kann. Sämtliche Neuregelungen sowohl hinsichtlich der Geschwister als auch der Wohnortnähe dürfen nicht ausschließlich zulasten der Losquote gehen, da diese eine heterogene Schülerzusammensetzung gewährleiten sollte. Sie ist das Korrektiv zur Auswahl der Schulen nach Leistungskriterien.

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Wir sind gespannt, was sich aus den Empfehlungen in der Praxis umsetzt. Klar ist, die Frequenzsenkung der siebten Klassen für die Aufnahme von UmsteigerInnen von den Gymnasien an die Integrierten Sekundarschulen muss rechtssicher werden. Die Regelungen zum Übergang auf die Oberschule müssen weiterhin dem erklärten Ziel - auch aus der Koalitionsvereinbarung - folgen, dass die Absicherung einer heterogenen Schülerschaft weiterentwickelt werden soll.“