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Nr. 38 / 2012Deutschlandstipendien - kein Grund zum Feiern

11.10.2012

Anlässlich des „1. Jahrestreffens Deutschlandstipendium in Berlin“, das am 11. Oktober mit viel Prominenz an der Humboldt-Universität zelebriert wird, erklärt Dr. Rainer Hansel, Leiter des Vorstandsbereiches Hochschule der GEW BERLIN: „Das nationale Stipendienprogramm als Prestigeobjekt der schwarz-gelben Bundesregierung ist nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir freuen uns natürlich mit den 325 Berliner Stipendiatinnen und Stipendiaten, die bisher in den Genuss des Stipendiums kommen. Das sind aber nicht mal 0,25 % der Studierenden in Berlin. Mit den 300 Euro Stipendium pro Monat kann zudem der Lebensunterhalt nicht abgedeckt werden. Das ist ein zusätzliches Taschengeld für Studierende, die ansonsten bereits finanziell abgesichert sind. Das Geld sollte besser in den Ausbau des BAföG investiert werden, um mehr jungen Menschen aus sozial schwachen Familien ein Studium zu ermöglichen.“

Die GEW BERLIN kritisiert zudem, dass private Wirtschaftsunternehmen die Stipendienvergabe mit beeinflussen.

Dr. Rainer Hansel: „Die Deutschlandstipendien werden zur Hälfte von privaten Unter-nehmen finanziert, die ihren Beitrag auch noch steuerlich geltend machen können. Es wäre naiv zu glauben, dass diese das uneigennützig machen. Das Programm ist ein Türöffner für private Unternehmen in die Hochschulen. Wer zahlt, will natürlich auch Einfluss nehmen, sowohl auf die Vergabekriterien als auch auf Forschungsthemen. Das ist keine gute Entwicklung.“