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Nr. 35 / 2012Weltkindertag: Kampf gegen Kinderarmut in Berlin

19.09.2012

Anlässlich des Weltkindertages am 20. September 2012 fordert die GEW BERLIN vom Berliner Senat und von der Bundesregierung deutliche Schritte im Kampf gegen die Armut von Kindern. In Berlin leben etwa 168 000 von 500 000 Kindern in Familien, die Hartz IV-Leistungen beziehen.

Die Vorsitzende der GEW-BERLIN, Sigrid Baumgardt: „Die Vereinten Nationen riefen 1954 erstmals den Weltkindertag zum Schutz der Kinder in der ganzen Welt aus. Dazu stehen wir und verkennen nicht die schlimme Lage der Kinder in anderen Teilen der Erde. Aber wir als Pädagoginnen und Pädagogen nehmen mit allen Folgen auch und gerade beim Lernen wahr, was es bedeutet, dass mehr als jedes dritte Kind in Berlin unterhalb der Armutsgrenze lebt. Da können Senat und Bundesregierung nicht untätig bleiben. In einigen Bezirken lebt sogar die Hälfte der Kinder in armen Familien. Wir fordern als ersten Schritt eine deutliche Erhöhung des Hartz IV-Regelsatzes. Die Regelsätze von knapp 220 bis 280 Euro pro Monat, gestaffelt nach Alter reichen nicht aus, Kinder gut zu ernähren oder sie vollständig am sozialen und kulturellen Leben innerhalb und außerhalb der Schule teilhaben zu lassen. Außerdem brauchen wir gut ausgestattete Ganztagsschulen, in denen die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit der Kinder möglich wird. Das erst hilft auf dem Weg zur Entkopplung von der sozialen Herkunft und zum Bildungserfolg. Diese Mehrausgaben müssen uns die Kinder wert sein.“