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Nr. 04 / 2012Kitaplätze Ja - aber ohne Erzieherinnen und Erzieher?

25.01.2012

Die GEW BERLIN begrüßt den Senatsbeschluss, 20 Mio. Euro für den Ausbau von Kitaplätzen und 7,4 Mio. Euro für Hortplätze für Kinder der 5. und 6. Klassen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig stellt die GEW BERLIN aber auch fest, dass damit erst ein Teil der notwendigen Voraussetzungen für die Schaffung von weiteren 19.000 Kitaplätzen sowie Plätzen in den Ganztagsgrundschulen geschaffen worden ist.

Es fehlen bis zum Jahr 2015 einige Tausend Erzieherinnen und Erzieher in Berlin, um den  Bedarf an benötigten Fachkräften abdecken zu können. Jährlich scheiden ca. 600 Erzieherin­nen und Erzieher altersbedingt aus den Kitas aus, in den Grundschulen sind es noch einmal ca. 100 bis 120 Kolleginnen. Allein für den Ausbau von 19.000 Kitaplätzen werden zusätzliche 3.500 bis 4.000 Erzieherinnen und Erzieher benötigt.

Bislang fehlen dezidierte Analysen über den künftigen ErzieherInnenbedarf im Land Berlin. Nicht nur in Kindertagesstätten, sondern auch in Schulen, in Jugendfreizeiteinrichtungen, in Heimen und Einrichtungen der Behindertenhilfe werden Erzieherinnen und Erzieher gebraucht. Überall gibt es Bedarf. Das Land Berlin ist im Rahmen seiner Gesamtverantwortung als Träger der öffentlichen Jugendhilfe gefordert, Planungen vorzulegen, wie dieser Personalbedarf ge­deckt werden kann.

Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Der Senat muss endlich nachhaltige Maßnahmen ergreifen, um dem quantitativen und qualitativen ErzieherInnenmangel be­gegnen zu können. Die Werbung für den Beruf muss verstärkt werden. Um damit erfolg­reich sein zu können, muss der Beruf der Erzieherin deutlich an Attraktivität gewinnen. Bezahlung und Arbeitsbedingungen müssen merklich verbessert werden.“

Eine Erzieherin verdient als Berufseinsteigerin im öffentlichen Dienst des Landes Berlin ab Ja­nuar 2012 brutto 2.078 Euro.

Die Kitas brauchen gut ausgebildetes Fachpersonal. Schon jetzt besteht ein quantitativer und qualitativer Mangel an Erzieherinnen und Erziehern. Die GEW BERLIN geht davon aus, dass einige Hundert Erzieherstellen überhaupt nicht besetzt sind. Gleichzeitig steigt der Anteil der Beschäftigten in berufsbegleitender (ca. 1.700) Erzieherausbildung in den Kitas, die bereits während ihrer Ausbildung voll auf den Personalschlüssel angerechnet werden. Die GEW BER­LIN begrüßt die berufsbegleitende Ausbildung, hält es aber für dringend erforderlich, dass die Kitas zusätzliche Ressourcen bekommen müssen, wenn sie einen Teil der Ausbildung tragen.