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Mete-Eksi-Preis 2012 vergeben

08.11.2012

In den 21 Jahren seit seiner Gründung hat sich der „Mete-Ekşi-Preis“ zu einer festen Einrichtung in Berlin entwickelt. Mittlerweile sind mehr als 80 Berliner Kinder- und Jugendgruppen ausgezeichnet worden. Wir freuen uns über das anhaltende Interesse an dem Preis, die kontinuierliche Unterstützung des Fonds unter anderem durch LehrerInnen, ErzieherInnen, politisch Verantwortliche und die Medien und ganz besonders natürlich über das Interesse engagierter Kinder und Jugendlicher. Das Kuratorium des „Mete-Ekşi-Fonds“ hat in der vergangenen Woche über die Vergabe des Preises 2012 entschieden.

Der mit € 1.000 dotierte 1. Preis geht an die Reginhard-Grundschule für das in Kooperation mit der Künstlerin Roos Versteeg durchgeführte Projekt „Letteparade“.

Die Schülerinnen und Schüler der Reginhard-Grundschule haben versucht, die Anonymität der Menschen in ihrem „Lettekiez“ zu durchbrechen. Im Lettekiez wohnen sehr viele Menschen unterschiedlicher Herkunft nicht zusammen, ohne sich wirklich zu kennen. Im Rahmen eines Projektes machten die Schülerinnen und Schüler eine Art soziologischer Studie, um mit den Menschen zu reden, ihre Lebensgeschichte zu erfahren und sie kennen zu lernen. In Zweiergruppen sind die Kinder zu einzelnen Kiezbewohnern gegangen. Das bedeutete für sie eine Menge an Überwindung. Dabei geriet der übliche Schulalltag völlig durcheinander.

Im Rahmen des Projekts wurde ein sog. Skulpturenboulevard für den Schulzaun gestaltet, auf dem Ergebnisse öffentlich gemacht werden.

Entscheidend für die Jury war auch, dass das Projekt einen Nachhaltigkeitswert besitzt, weil es mit der Schulhofmauer, die nun bestückt wird, entsprechend immer wieder in der Öffentlichkeit sichtbar wird.

Einen Teil des Preisgeldes würden wir gern zweckgebunden für den Erhalt dieser auf Holzplatten gemalten „Lettetypen“ geben, damit dieses Projekt auch von anderen Klassen nachhaltig genutzt werden kann, aber auch im Stadtteil nicht verkommt und Mittel vorhanden sind, die Bilder weiterhin zu pflegen.“
Die Reginhard-Grundschule ist in der Letteallee 39-41, 13409 Berlin; Kontakt zur Schule unter der Tele¬fonnummer 4809 6363 oder www.reginhard.cidsnet.de

Zwei mit je € 750 dotierte 2. Preise werden den Projekten „kein Abseits! e. V.“ und „weil Fußball verbindet! e. V.“ verliehen.

Die Projekte werden ausgezeichnet, weil das Kuratorium Gefallen gefunden hat an dem Format des Arbeitens über Sport und gerade Fußball, der so klischeebeladen ist, der als Männersport gilt, als gewalttätig, aggressiv, auf Konkurrenz ausgelegt. Genau diese Dinge umzukehren und zu sagen, Fußball kann verbinden, Fußball kann stark machen, ein Miteinander ermöglichen hat Zukunft.

Zwei Spezifika überzeugten das Kuratorium: Bei „kein Abseits! e.V.“ gefiel die Idee an sich, dass junge Mädchen für junge Mädchen ein Event auf die Beine gestellt haben, sie sehr regional arbeiten. An „weil Fußball verbindet! e.V.“ überzeugte insbesondere der Aspekt, explizit Fußball mit jugendlichen Flüchtlingen zu organisieren.
 
Der mit € 500 dotierte 3. Preis wird dem Präventionsprojekt „Sicher im Kiez“ von BOXGIRLS BERLIN zuerkannt.

In diesem Projekt lernen Kinder schwierige Konflikte gewaltfrei zu meistern und mit Problemen in ihrem Kiez konstruktiv umzugehen.

Eine besondere Anerkennung wird Rafael Rickfelder, der gesamten Vorbereitungsgruppe und der Bröndby-Oberschule für die Projektwoche gegen Diskriminierung und für mehr Toleranz und Zivilcourage im Schuljahr 2011/12 ausgesprochen.


Die feierliche Preisverleihung findet am Samstag, 24. November 2012 um 12:00 Uhr im Rathaus Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin statt.

Nach der Preisverleihung findet um 15:00 Uhr am Gedenkstein auf dem Adenauerplatz eine Kranzniederlegung statt.