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Nr. 22 / 2011Kitas: Bildungschancen für Kinder mit Migrationshintergrund verbessern

11.07.2011

Noch verpassen viele MigrantInnen in Berlin die Lernchancen in den wichtigen frühen Kindheitsjahren, so die Studie der Bertelsmannstiftung. Die landesrechtlichen Regelungen benachteiligen immer noch die Kinder mit Migrationshintergrund. In der Altersgruppe der Kinder 3 Jahre bis zum Schuleintritt besuchen lediglich 41 % dieser Zielgruppe ganztägig eine Kita, während es bei Kindern ohne Migrationshintergrund knapp 70 % sind, das entspricht etwa einem Drittel mehr. Der Berliner Durchschnitt liegt bei ca. 60 %. Das zeigt das neue Ländermonitoring der Bertelsmannstiftung.

Die GEW BERLIN fordert deshalb, dass schnellstmöglichst Schritte in die Wege geleitet werden, um die Bildungschancen der Kinder mit Migrationshintergrund zu verbessern. Wichtig ist neben der Werbung für den Kitabesuch bei den Eltern eine gesetzliche Verankerung auf einen Rechtsanspruch für einen Ganztagsplatz und die Abschaffung der restriktiven „Bedarfsprüfung“. Nach geltendem Recht ist der Anspruch auf einen Ganztagsplatz im Rahmen der Bedarfsprüfung unter anderem abhängig von der Berufstätigkeit der Eltern. Dem ganztägigen Kitabesuch kommt aber besondere Bedeutung für den Spracherwerb und die Sprachförderung der Kinder zu.

Insgesamt besuchen in der Altersgruppe 3 Jahre bis zum Schuleintritt  86,6 % der Kinder mit Migrationshintergrund die Kita, mehr als die Hälfte in Teilzeit, während es bei den Kindern ohne Migrationshintergrund 98,4 % sind (im Berliner Durchschnitt sind es 94,6 %).

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN: “Berlin kann sich nicht auf auf dem bisher Erreichten ausruhen. Es fehlen Plätze, es mangelt an Erzieherinnen und Erziehern und die Kinder mit Migrationshintergrund brauchen die Kita. Der Kitabesuch fördert ihre Sprachentwicklung und bietet ihnen auch bessere Startchancen in der Schule. Die GEW BERLIN fordert deshalb den Senat auf, Konzepte zu entwickeln, um den Bereich frühkindlicher Bildung auch für Kinder mit Migrationshintergrund attraktiver zu machen und den Zugang zu Ganztagsplätzen ohne Bedarfsprüfung zu gewähren. Auch dafür muss genügend Fachpersonal eingestellt werden.“