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Nr. 06 / 2011Über 1.000 neue Lehrkräfte - na und???

25.02.2011

Bildungssenator Zöllner hat für dieses Jahr eine gewaltige Zahl von Neueinstellungen angekündigt. Vor der Berliner Presse sprach er von insgesamt 1.145 Vollzeitstellen und lobte sich selbst mit den Worten, dass sich mit seinen Plänen „eine neue Welt in Bezug auf die Einstellung von Lehrkräften“ auftue. Schaut man allerdings hin scheint der Spruch „Viel Lärm um wenig“ angemessener.

Die Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke: „Das einzig Positive ist, dass ausscheidende Lehrkräfte sofort ersetzt werden. Eine große Neuerung ist das allerdings nicht, Senator Zöllner kehrt damit nur zur sinnvollen Praxis seiner Vorgänger zurück. Im übrigen erstrecken sich die Einstellungsverfahren schon jetzt über das gesamte Schuljahr; einfach deshalb, weil zu den Einstellungsterminen im August und Februar für die vorgesehenen Fächer keine Bewerber/innen mehr zur Verfügung stehen und die Stellen dann nach langer Suche anderweitig besetzt werden. So sind von den 211 geplanten Einstellungen zum Schulhalbjahr immer noch ca. 50 Stellen offen.“

Bei ca. 250 „Neueinstellungen“ handelt es sich einfach um die Umwandlung von befristeten Arbeitsverträgen in unbefristete. Die Zahl der Ersatzeinstellungen für im laufenden Schuljahr ausscheidende Lehrkräfte beträgt 188 - auch hier werden viele dabei sein, die jetzt schon die Erkrankten über PKB-Fristverträge vertreten. Für das neue Schuljahr sollen dann 500 Lehrkräfte eine wirkliche Chance für eine Einstellung in den Berliner Schuldienst bekommen.

Rose-Marie Seggelke: „Die Pressemitteilung lässt sich auf den einen Satz reduzieren: ‘Wir versuchen ausscheidende Lehrkräfte früher zu ersetzen.’ An der strukturellen Unterausstattung der Berliner Schule ändert sich nichts; über dringend notwendige Verbesserungen, zum Beispiel für Schulen in sozialen Brennpunkten, verliert der Senator kein Wort. Man darf gespannt sein, was ihm in diesem Zusammenhang zum aktuellen Brief der Schulleitungen aus Berlin-Mitte einfällt!“