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Nr. 22/2020Wir brauchen Pop-up-Hilfen auch für unsere Schulen

27.08.2020

Das Bündnis „Corona-Bildungspakt“ fordert die rot-rot-grüne Koalition auf, Corona-Soforthilfen für Berlins Schulen bereitzustellen. „Die Beratungen über den Nachtragshaushalt im September müssen für die Schulen mehr bringen als zusätzliche Endgeräte. Wir brauchen eine Personal-, Digitalisierungs- und Instandhaltungsoffensive, um unsere Schulen durch diese Krise zu bekommen. Wir brauchen jetzt Ergebnisse und die nötigen Ressourcen – und können damit nicht auf den nächsten Doppelhaushalt warten!“, bekräftigte das Bündnis aus Lehrkräften und Erzieher*innen, Schüler*innen, Eltern und Schulleitungen.

Unter dem Motto „Wir müssen über mehr reden als Hygiene“ hatten die GEW BERLIN und der Landeselternausschuss erneut zum Corona-Bildungspakt geladen. Bildungssenatorin Sandra Scheeres ließ sich durch die beiden Abteilungsleiter Christian Blume und Thomas Duveneck vertreten.

Der Austausch mit den obersten Beamten der Senatsbildungsverwaltung hat gezeigt, dass das Tempo der Verwaltung nicht zu den Bedürfnissen der Schulen passt“, kritisierte Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW BERLIN. „Die Infektionszahlen steigen und unsere Schulen sind nicht ausreichend vorbereitet. Diese Krise erfordert eine schnelle Reaktion: Daher erneuern wir unsere Forderung nach Corona-Soforthilfen von einer Milliarde Euro für unsere Schulen. Ein Drittel für Sachmittel wie digitale Endgeräte, ein Drittel für die Infrastruktur und ein Drittel für Personal. Von diesem Geld ließen sich im Schnitt fünf bis sechs zusätzliche Stellen an jeder Berliner Schule schaffen“, erläuterte Erdmann. Das zusätzliche Personal müssten nicht nur Lehrkräfte sein; auch Verwaltungskräfte, IT-Administrator*innen oder Sozialarbeiter*innen seien dringend nötig.

Das Bündnis hat sich auf konkrete und kurzfristig umsetzbare Maßnahmen verständigt. „Das Zuständigkeitspingpong zwischen Senat und Bezirken muss aufhören. Senat und Bezirke haben es in dieser Krise geschafft, Pop-up-Radwege zu schaffen. Wir brauchen aber auch Pop-up-Fenster und Pop-up-Internet an unseren Schulen. Es ist für uns nicht nachvollziehbar, wie die Senatorin den Regelbetrieb der Schulen verkünden konnte, ohne vorher dafür zu sorgen, dass alle Räume auch zu lüften sind“, betonte Norman Heise für den Landeselternausschuss.

Die Gesundheitsämter müssen verlässliche und erreichbare Ansprechpersonen für die Schulen bereitstellen. „Jede Schule braucht ein ihr zugeordnetes Gesundheitsamt. Es ist nicht handhabbar, dass eine Schule im Falle von Infektionen oder Verdachtsfällen mit diversen Gesundheitsämtern kommunizieren muss, weil die betroffenen Schüler*innen aus verschiedenen Bezirken kommen“, bekräftigte Gunilla Neukirchen, Sprecherin der Vereinigung Berliner Schulleiterinnen und Schulleiter in der GEW und Leiterin des Beethoven Gymnasiums.

Es ist ein erster Schritt, dass die Abteilungsleiter der Bildungsverwaltung heute vor Ort waren und ihr Interesse gezeigt haben, sich in einen kontinuierlichen Austausch zu begeben. Entscheidend ist für uns aber, dass die Senatorin uns in ihrer Politik von vorneherein mit einbezieht. Denn wir Schüler*innen und Pädagog*innen sind diejenigen, die jeden Tag in der Schule sind und wissen, was funktioniert“, unterstrich Lena Werner vom Landesschüler*innenausschuss.